„Wir haben noch so viel Potenzial“

Markt / 06.10.2015 • 19:42 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Julia Bösch leitet in Berlin ein Personal-Shopping-Portal.
Julia Bösch leitet in Berlin ein Personal-Shopping-Portal.

Die Vorarlbergerin Julia Bösch hat mit Outfittery eine neue Onlinevariante des „Personal Shoppings“ begründet.

Schwarzach. Männern, die keine Zeit für oder keine Lust auf Shopping haben, bietet Outfittery einen besonderen Service. Die Co-Gründerin des Personal-Shopping-Portals, Julia Bösch, ist eine der Referentinnen der 2. Interactive West in Dornbirn.

Sie kleiden beruflich Männer ein. Wie kam es zu dieser Idee?

Bösch: Ein gemeinsamer Freund von meiner Mitgründerin Anna und mir hat sich in New York einen Personal Shopper gegönnt – für 100 Dollar die Stunde. Eigentlich gibt es für ihn nicht Schlimmeres als Shopping, doch an diesem Tag kam er glücklich und mit vielen tollen Sachen zurück. Mit Outfittery wollen wir dieses Erlebnis für jeden Mann möglich und erschwinglich machen. Besonders für diejenigen, die keine Zeit für oder keine Lust auf Shopping haben oder die sich Inspiration wünschen.

Wie lange hat die Planung gedauert?

Bösch: Prozess trifft es eher. Das waren schon ein paar Monate. Wann es genau anfing, kann ich nicht mehr sagen. Anna und ich haben zu Silvester 2011/2012 auf unser „Baby“ angestoßen. Im Jänner haben wir die GmbH gegründet, seit April 2012 ist Outfittery online.

Gab es auch Momente, in denen Sie den Schritt bereut haben?

Bösch: Eine Herausforderung zu Beginn war, dass wir alles selbst machen mussten – vom Einkauf über die Beratung bis hin zum Packen. Außerdem gab es Zweifler, die uns gesagt haben, dass die Nachfrage nicht groß genug sein würde. Gut, dass wir nicht auf sie gehört haben, inzwischen haben wir über 200.000 Kunden, und es gibt noch so viel Potenzial.

Warum haben Sie sich für den Standort Berlin entschieden?

Bösch: Berlin war damals wie heute einfach „the place to be“ für Start-ups. Die Stadt ist günstig, bietet genau die richtige Dosis an Inspiration, Abenteuer und vor allem ein großes Netzwerk.

Wie haben Sie es geschafft, in kurzer Zeit bekannt zu werden?

Bösch: Wir haben natürlich immer viel auf Onlinemarketing gesetzt. Aber unser bester Marketingkanal war von Anfang an die Weiterempfehlung durch zufriedene Kunden.

Denken Sie über einen Shopping-Service für Frauen nach?

Bösch: Männer shoppen einfach anders als Frauen. Männer wollen gut gekleidet sein, aber sie wollen dafür keine Zeit opfern. Sie beschäftigen sich viel lieber mit anderen Dingen in ihrer Freizeit. Im Schnitt gehen sie zwei Mal pro Jahr einkaufen, dafür kaufen sie dann gleich alles, was sie benötigen. Extrem pragmatisch. Genau hier setzen wir an.

Wie kaufen Sie Ihre Kleidung?

Bösch: Was das Shopping angeht, verhalte ich mich ähnlich wie unsere Zielgruppe. Ich kaufe weniger oft, dafür dann aber gleich ganz viel ein. Fast nur online, für volle Umkleidekabinen und Warteschlangen fehlt mir einfach die Geduld.

Was erwarten Sie sich von der Interactive West 2015?

Bösch: Austausch unter Profis, ein tolles Netzwerk und viel Inspiration, die ich mit nach Berlin nehmen kann.

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Zur Person

Julia Bösch

Co-Gründerin & CEO Outfittery

Ausbildung/Laufbahn: BWL-Studium in München, Madrid, New York; Leitung Internationalisierung von Zalando; 2012 Gründung Outfittery

Interactive West am 22. Oktober 2015, Spielboden Dornbirn. Mehr Infos: www.interactivewest.at