ACR-Preis für Glas Marte

Markt / 08.10.2015 • 19:12 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Gemeinsam mit V-Research entwickeltes Produktionsverfahren erhält  österreichischen Forschungspreis.

Wien. (VN) Gleich zwei Mal wurde am Mittwoch Forschung aus Vorarlberg ausgezeichnet. Die ACR (Austrian Cooperative Research) – Dachverband und Interessensvertretung für kooperative Forschung – vergibt alljährlich zwei Forschungspreise. Zum einen den Kooperationspreis, in dem erfolgreiche Innovationen von KMU in Zusammenarbeit mit ACR Forschungsinstituten ausgezeichnet werden, und zum anderen den ACR Woman Award, der Forscherinnen im naturwissenschaftlich-technischen Bereich ehrt, die an ACR Instituten arbeiten. In Vorarlberg ist V-Research, das sich der industriellen Forschung und Entwicklung verschrieben hat, das einzige Forschungsinstitut, das Mitglied bei der ACR ist. Eine Forscherin des Instituts und eine Entwicklung in Kooperation mit Glas Marte sorgten dafür, dass beide Preise nach Vorarlberg gingen.

Eisblumenglas

Splitterstrukturiertes Glas wird gerne als Designelement eingesetzt. Bis dato war es nicht optimal steuerbar, wie das Glas springen wird, und die Technik konnte für große glatte Flächen wie Fassaden nur eingeschränkt eingesetzt werden. Glas Marte (Bregenz) und V-Research entwickelten ein Produktionsverfahren, wie man splitterstrukturiertes Glas mit kontrollierter Splitterung und gleichbleibender Qualität im industriellen Maßstab herstellen kann. „Die Produktionskosten wurden dank der gezielten Prozesssteuerung um 40 Prozent gesenkt und der Ausschuss erheblich reduziert“, freut sich Glas Marte Chef Bernhard Feigl (48) über das Ergebnis der gemeinsamen Forschungsarbeit. Das weiterentwickelte Produkt wird bereits erfolgreich verkauft. Für die Innovation wurden Glas Marte und V-Research jetzt mit dem ACR Kooperationspreis ausgezeichnet.

Ingenieurin ausgezeichnet

Beim ACR Woman Award setzte sich Anke Ristow (45) von V-Research durch. Die aus Deutschland stammende Forscherin ist dort seit 2009 Projektleiterin und Leiterin des Tribologielabors. Sie wird für ein Innovationsprojekt für Liebherr Machines Bulle in der Schweiz ausgezeichnet. Es ging darum, dass Axialkolbenmaschinen, die Nutzfahrzeuge antreiben, leichter anfahren können. Dabei geht es darum, die Haftreibung zu minimieren, die beispielsweise schwere Baumaschinen daran hindert, gleich von Anfang an mit voller Wirkung zu funktionieren. Im Tribologielabor wurde mit unterschiedlichsten Schmiermitteln und Beschichtungen die Reibung untersucht. Das Ergebnis sind bestimmte Gleitlack-Stahl-Paarungen, die die niedrigsten Haftreibwerte aufweisen, ohne vorzeitig zu verschleißen. So konnte ein teures Material durch ein wirtschaftlicheres ersetzt werden.