Tourismus und Handel treiben das Wachstum

27.10.2015 • 21:32 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
In Vorarlberg sorgten im ersten Halbjahr Handel und Tourismus für gute Zahlen. Symbolfoto: VN/Hofmeister
In Vorarlberg sorgten im ersten Halbjahr Handel und Tourismus für gute Zahlen. Symbolfoto: VN/Hofmeister

Vorarlberg wird heuer keinen neuen Wachstumsrekord erreichen.

Schwarzach, Wien. (VN-sca) Im vergangenen Jahr durfte sich die Vorarlberger Wirtschaft über ein besonders hohes Wachstum freuen, nämlich 2,3 Prozent; das wird sie heuer nicht erreichen, gerechnet wird mit 0,9 Prozent. Diese Feststellung trifft der Chefökonom der Bank Austria, Stefan Bruckbauer, nach Auswertung der bisherigen Zahlen 2015. Vorarlberg hat in diesen sechs Monaten ziemlich genau den Österreich-Durchschnitt bei der Wirtschaftsleistung erreicht.

Oberösterreich, das Burgenland und Salzburg haben sich im schwierigen wirtschaftlichen Umfeld überdurchschnittlich gut behaupten können. Dagegen blieb die wirtschaftliche Entwicklung in Niederösterreich und Kärnten spürbar hinter jener in Gesamtösterreich zurück, fasst Bruckbauer die Ergebnisse der Konjunkturanalyse zur wirtschaftlichen Entwicklung in den Bundesländern im ersten Halbjahr 2015 zusammen.

Der Dienstleistungssektor sorgte dafür, dass das Wachstum kein Nullsummenspiel wurde. In Vorarlberg fiel die Unterstützung durch den Handel besonders kräftig aus – getrieben vor allem durch den Kaufkraftzufluss aus der Schweiz. Im Tourismus stieg die Anzahl der Nächtigungen im ersten Halbjahr 2015 um über zwei Prozent im Jahresvergleich an. Klar vom Tourismus profitiert haben neben Wien Salzburg, Tirol und Vorarlberg.

„Der globale Gegenwind aus den Wachstumsmärkten nimmt zu, doch der Rückenwind durch die Erholung in Europa verschafft den Bundesländern mehr Schwung. Das schwierige Jahr 2015 werden die meisten Bundesländer mit höheren Wachstumsraten als im Vorjahr abschließen“, so Bruckbauer und ergänzt: „Oberösterreich wird die Spitze erklimmen und klar stärker als Gesamtösterreich wachsen, für das ich einen Anstieg des BIP um 0,9 Prozent erwarte.“ Insgesamt werden nur zwei Bundesländer ein schwächeres Wirtschaftswachstum als 2014 erzielen: Vorarlberg und Tirol, ausgehend von einem hohen Vorjahreswert.

Rückenwind aus Europa verschafft mehr Schwung.

Stefan Bruckbauer