„Viele Bereiche des Lebens werden zukünftig exponentiell verlaufen“

Markt / 29.10.2015 • 19:57 Uhr / 8 Minuten Lesezeit
Sebastian KurzBundesminister für Europa,Integration und ÄußeresSebastian Kurz ist der jüngste Bundesminister in der Geschichte der Republik Österreich. Im Alter von erst 27 Jahren wurde Sebastian Kurz angelobt. Seither gelingt es dem jungen Politiker, die Menschen für sich zu gewinnen, anfängliche Kritiker zu überzeugen und sich auf Ministerebene großen Respekt zu verschaffen, national und international.

Sebastian Kurz

Bundesminister für Europa,
Integration und Äußeres

Sebastian Kurz ist der jüngste Bundesminister in der Geschichte der Republik Österreich. Im Alter von erst 27 Jahren wurde Sebastian Kurz angelobt. Seither gelingt es dem jungen Politiker, die Menschen für sich zu gewinnen, anfängliche Kritiker zu überzeugen und sich auf Ministerebene großen Respekt zu verschaffen, national und international.

Nico Lumma (43) ist Blogger der ersten Stunde und Mitbegründer eines netzpolitischen Vereins.

SCHWARZACH. (VN-dh) „Wir haben uns daran gewöhnt, dass nach der Eins die Zwei kommt und danach die Drei und so weiter. Doch die technische Entwicklung ist so rasant, dass unser herkömmliches Zählsystem aus den Fugen gerät. Auf die Eins folgt zwar die Zwei, aber dann kommt die Vier, dann die Acht und so weiter. Das sprengt unser bekanntes Denkmuster“, schreibt Nico Lumma in einem seiner Blogs. Das Denken in den Linearen macht es uns schwer, zu erkennen, wann das Wachstum wirklich exponentiell wird. Also immer, wenn man „ach, das kenne ich, entwickelt sich jetzt nicht so stark wie befürchtet“ sagen will, sollte man noch einmal genauer hingucken, ob nicht doch einige Faktoren dafür
sprechen, dass die Entwicklung demnächst durch die Decke geht. „Wir müssen uns darauf einstellen, dass durch die Digitalisierung in vielen Bereichen des Lebens Entwicklun-

gen künftig
exponentiell

verlaufen werden“, referiert der Sohn des verstorbenen

deutschen

Landtagsabge-

ordneten Udo Lumma beim 32. Wirtschaftsforum zum Thema „Aber jetzt! Gestalten wir die digitale Zukunft!“

Dynamische Prozesse

Der 43-Jährige, der seit zwei Jahrzehnten das Internet als Medium nutzt und seit zwölf Jahren aktiv bloggt, ist längst darin angekommen. Der vierfache Vater, der in Deutschland durch seinen Blog „Lumma-

land“ bekannt ist, gehört zu den Mitbegründern

und führenden Köpfen des netz­politischen

Vereins D64, einem Zentrum des digitalen Fortschritts. Dort packt er gemeinsam mit anderen Autoren heiße politische Eisen an, etwa wenn gegen Vorratsdatenspeicherung als Ausverkauf der Grundrechte gewettert wird, oder hat als Gastkommentator im deutschen „Handelsblatt“ die Abschaffung der Banken prognostiziert. „Die Türme in Frankfurt werden noch ordentlich wackeln“, meint er forsch.

Der in Hamburg lebende Internet-Aktivist ist jedoch nicht nur Blogger und Autor, sondern auch selbst politisch aktiv. Er gehört der Medien- und Netzpolitischen Kommission des SPD-Parteivorstandes an. Der „Spiegel“ schrieb dazu in einer seiner Ausgaben sarkastisch, dass Nico Lumma der SPD schon das Internet erklärt hat, als viele Genossen noch ihre alte Schreibmaschine besaßen. Tatsächlich unterstützte der gebürtige Schleswig-Holsteiner die Sozialdemokraten bereits 1997 bei deren ersten Versuchen, einen Onlinewahlkampf zu machen. Später wurde er der Leiter eines Hamburger SPD-Arbeitskreises zum Internet („Digitales Leben und Arbeiten“) und berät heute den Bundesvorstand in netzpolitischen Fragen. „Die Politik muss sich den dynamischen Prozessen der Digitalisierung stellen“, lautet sein Credo. Der Verein D64 soll dabei ein progressiver Think Tank sein, der über das reine Nachdenken hinaus auch politische Veränderungen erreichen will. Als Kompass für die inhaltliche Ausrichtung fungieren dabei die Grundwerte Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität, die es vor dem Hintergrund der Digitalisierung zu aktualisieren gilt.

WLAN für Flüchtlinge

Das Hamburger Abendblatt bezeichnet Lumma als einen „der umtriebigsten deutschen Internet-experten“. Und laut Wirtschaftswoche gehört er zu den 100 wichtigsten Internetköpfen in Deutschland. Er selbst sieht sich als Typ, der viel ausprobiert und für den Social Media eine totale Bereicherung seines Lebens darstellt. „Ich erreiche so viele Menschen und kann mich gleichzeitig durch noch mehr Menschen inspirieren lassen. Ich bin nach wie vor total begeistert, was ich alles lerne, welche neuen Blickwinkel ich erfahre und wie viel kreatives Potenzial nur ein paar Mausklicks entfernt verfügbar ist.“ Besonders spannend sei derzeit etwa nicht nur die Entwicklung hin vom Desktop zum Mobilen, sondern auch von einer Dauerhaftigkeit der Inhalte zu einer Vergänglichkeit. „Snapchat ist ein Ausdruck dieser Entwicklung, aber viele weitere Apps basieren auf der Idee, dass nicht mehr alles für immer dokumentiert wird.“

Nico Lumma, der neben Politik- noch Geschichtswissenschaft studiert hat, fungiert auch als Business-Angel und Unternehmer. Ein spezielles Anliegen gilt dabei Start-ups und den Flüchtlingen, für die er in seinem Blog Spendenaufrufe organisiert. Der Bild-Zeitung erklärte er im August dieses Jahres, warum freies WLAN für die Flüchtlinge so wichtig wäre. So kann über Smartphones die Flucht besser organisiert werden und es hilft ihnen in der Fremde, besser zurechtzukommen, sich gegenseitig zu helfen oder Hilfsangebote zu finden. Flüchtlinge können Sprachlernangebote wahrnehmen oder Sprechzeiten von Behörden herausfinden: „Alles wichtig, um möglichst schnell wieder ein normales Leben führen zu können.“

Medien-Geschäftsmodelle

Als Chief Operating Officer der Hamburger „next media accelerator“ – ein Projekt der Deutschen Presse-Agentur mit neun Investoren – bastelt er an den Mediengeschäftsmodellen der Zukunft. „Manche sehen uns als ihre Innovationsabteilung, doch unser Hauptziel ist es, funktionierende Geschäftsmodelle groß zu machen.“ Immer wieder weist er dabei auf exponentielles und globales Denken hin. Doch so viel Zeit man auch für digitale Kommunikation aufwenden kann: es gibt noch mehr im Leben. Lumma: „Eine Debatte im Internet zu gewinnen, bedeutet nicht, dass man die Gesellschaft nachhaltig verändert hat. Manchmal nimmt man sich und die digitale Kommunikation viel zu wichtig.“

Unser herkömmliches Zählsystem gerät aus den Fugen.

Nico Lumma
Sabine HaagGeneraldirektorin Kunst­historisches Museum WienSeit dem Studienabschluss arbeitet die Bregenzerin im KHM Wien, seit 2009 als Generaldirektorin. In der Öffentlichkeit zeigt sich Haag abseits des Kulturparketts eher zurückhaltend, auf dem Wirtschaftsforum erzählt sie über den Spagat zwischen Kunst und Wirtschaft und über ihr Bemühen, die Besucher auch für kleinste Kostbarkeiten zu begeistern.

Sabine Haag

Generaldirektorin Kunst­historisches Museum Wien

Seit dem Studienabschluss arbeitet die Bregenzerin im KHM Wien, seit 2009 als Generaldirektorin. In der Öffentlichkeit zeigt sich Haag abseits des Kulturparketts eher zurückhaltend, auf dem Wirtschaftsforum erzählt sie über den Spagat zwischen Kunst und Wirtschaft und über ihr Bemühen, die Besucher auch für kleinste Kostbarkeiten zu begeistern.

Georg PölzlGeneraldirektor Österreichische Post AGGeorg Pölzl hat ein klares Ziel: Im Jahr 2020 soll die Österreichische Post nicht nur weiterhin ein führendes Logistikunternehmen sein, sondern ein breites Portfolio digitaler Produkte und Services anbieten – mit zeitgemäßen Apps, maßgeschneiderten Onlineservices und kundenfreundlichen SB-Lösungen führt Pölzl die Post in die Zukunft.

Georg Pölzl

Generaldirektor Österreichische Post AG

Georg Pölzl hat ein klares Ziel: Im Jahr 2020 soll die Österreichische Post nicht nur weiterhin ein führendes Logistikunternehmen sein, sondern ein breites Portfolio digitaler Produkte und Services anbieten – mit zeitgemäßen Apps, maßgeschneiderten Onlineservices und kundenfreundlichen SB-Lösungen führt Pölzl die Post in die Zukunft.

Monika BütlerProfessorin für Volkswirtschaftslehre an der HSGSie ist eine Frau, die sagt, was sie denkt – und ihre Stimme hat Gewicht. Monika Bütler ist Professorin an der Uni St. Gallen, sitzt im Bankrat der Schweizer Natio­nalbank und zählt zu den einflussreichsten Ökonomen. Auf ihrem Blog batz.ch fordert sie die Politik heraus und ist überzeugt, dass sich Sparen in der Schweiz nicht lohnt.

Monika Bütler

Professorin für Volkswirtschaftslehre an der HSG

Sie ist eine Frau, die sagt, was sie denkt – und ihre Stimme hat Gewicht. Monika Bütler ist Professorin an der Uni St. Gallen, sitzt im Bankrat der Schweizer Natio­nalbank und zählt zu den einflussreichsten Ökonomen. Auf ihrem Blog batz.ch fordert sie die Politik heraus und ist überzeugt, dass sich Sparen in der Schweiz nicht lohnt.

Rainer EsserGeschäftsführer ZEIT VerlagsgruppeRainer Esser hat das Unmögliche möglich gemacht. Er setzt sich voller Leidenschaft für Qualitätsjournalismus ein und hat es in Zeiten der zunehmenden Digitalisierung geschafft, die Reichweite der Printausgabe der Wochenzeitung DIE ZEIT zu steigern. Rainer Esser weiß, wie man entgegen allen Prognosen ein Unternehmen zum Erfolg führt.

Rainer Esser

Geschäftsführer ZEIT
Verlagsgruppe

Rainer Esser hat das Unmögliche möglich gemacht. Er setzt sich voller Leidenschaft für Qualitätsjournalismus ein und hat es in Zeiten der zunehmenden Digitalisierung geschafft, die Reichweite der Printausgabe der Wochenzeitung DIE ZEIT zu steigern. Rainer Esser weiß, wie man entgegen allen Prognosen ein Unternehmen zum Erfolg führt.

Die Referenten.

Wirtschaft im Wandel – Wie wir an Herausforderungen wachsen
» Donnerstag, 5. 11. 2015, Festspielhaus Bregenz

» Preis: 270 Euro (zzgl. 20 % MwSt.)

» Firmenbonus: Bei einer gemeinsamen Anmeldung ab drei Personen pro Unternehmen erhält jeder dieser Mitarbeiter 20 Euro Firmenrabatt.*

» Anmeldung: www.wirtschaftsforum.vol.at

» Information: Convention Partner Vorarlberg, Bodensee-Vorarlberg-Tourismus GmbH, Telefon +43(05574)43443-23/Fax +43(5574)43443-4
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