Beschränkte Aussicht für Zech

Markt / 08.11.2015 • 21:41 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Roman Zech will sich künftig noch mehr auf Sonderanfertigungen und Innovationen fokussieren. VN/Gasser
Roman Zech will sich künftig noch mehr auf Sonderanfertigungen und Innovationen fokussieren. VN/Gasser

Am Vorarlberger Fenstermarkt herrscht Preiskrieg. Das spürt auch Branchenleader Zech Fenster. 

Götzis. (VN-sca) Die Sanierungsoffenisve für ältere Wohnbauten, von der Vorarlberger Landesregierung während der Wirtschaftskrise ausgerufen, sorgte in der Fenstermacherbranche für volle Auftragsbücher. Doch auf die Euphorie folgt nun der Kater. Und daran sind längst nicht nur die Billigproduzenten aus Polen zuständig. Einen echten Preiskrieg liefern sich auch die heimischen Hersteller, berichtet Roman Zech, Besitzer und Geschäftsführer des größten Vorarlberger Fensterherstellers. „Im Frühjahr sind die Preise massiv eingebrochen. Und es waren Vorarlberger Anbieter, die bis zu 20 Prozent mit den Preisen runtergingen“, so Zech gegenüber den VN.

Überangebot

Die Preisschlacht sei dem Überangebot geschuldet. „Wir haben in Vorarlberg mehr Fenstermacherbetriebe als Tirol, Salzburg und Oberösterreich zusammen.“ Zech glaubt, dass es in den nächsten Jahren zu einer Marktbereinigung kommen werde. Eine Möglichkeit für Entspannung am Markt sieht er aber noch. Das Überangebot macht sich auch bei Zech bemerkbar, obwohl das Götzner Unternehmen längst nicht nur in Vorarlberg tätig ist. Immerhin rund 60 Prozent der Aufträge stammen aus dem Ausland. „Gerade haben wir einen Großauftrag aus China bekommen.“ Schlagend wird dieses Geschäft im nächsten Jahr. Heuer wird es die Zahlen nicht mehr auffetten. Sie werden wohl auf dem Niveau des letzten Jahres bleiben. Gerechnet hat die Zech-Gruppe, die Standorte in Österreich, der Schweiz und Deutschland besitzt, eigentlich mit einem zehnprozentigen Plus, so der Firmenchef.

Während es bei den Sonderanfertigungen gut läuft, macht sich Zech im Kunststofffensterbereich keine Hoffnungen auf Besserung. Hier kommen auch die polnischen Mitbewerber wieder ins Spiel: „ Der Billigimport von Kunststofffenstern aus Polen macht in unserem Werk 2 für Kunststofffensterproduktion einen Umsatzeinbruch von ca. einer Million Euro aus. Da sind auch keine Zuwächse für die Zukunft möglich.“ In diesem Zusammenhang appelliert er auch an die gemeinnützigen Wohnbauträger. „In allen Bereichen wird im Land die Regionalität hochgehalten. Für Bauvorhaben, die in der Region keinerlei Wertschöpfung hinterlassen, sollte es auch keine Wohnbauförderung geben“, schlägt er vor, das sei nur fair. „Wir produzieren in einem Hochlohnland und müssen um 50 Prozent besser sein als die Mitbewerber aus dem Ausland.“ Bereits Deutschland habe einen Produktionsvorteil von 34 Prozent gegenüber Vorarlberg, weil Harz 4-Empfänger die Lohnkosten drücken.

Konsequenzen

Zech zieht aus der schwierigen Situation die Konsequenzen. Der Betrieb wolle sich weiter auf den Premiumbereich konzentrieren, außerdem sollen Innovationen für Wettbewerbsvorteile sorgen. Die Produktionen werden zusammengelegt. Spätenstens im Jahr 2020 soll ein neues Produktionswerk in Götzis entstehen, wo die Holzfenster- und die Fenstertechnikproduktion zusammengefasst werden. Auch von der Klimatechnik hat sich das Unternehmen getrennt, weil Innovationen nicht realisiert werden konnten.

Zech in Zahlen

» Umsatz 2014: 20,5 Mill. Euro
» Mitarbeiter: 195, 35 Lehrlinge
» Fuhrpark: ca. 70 Firmenfahrzeuge
» Aufträge 2014: ca. 3500
» Exportanteil: ca. 60 Prozent

» Exportmärkte: Schweiz, Liechtenstein, Deutschland, Türkei, Italien, China