Hubert Rhomberg

Kommentar

Hubert Rhomberg

So gelingt es

Markt / 21.03.2016 • 22:26 Uhr

In meinem vorangegangenen Kommentar habe ich versprochen, die Chancen für Vorarlberger Unternehmen aufzuzeigen, die sich durch die Digitalisierung ergeben. Dieses Versprechen möchte ich jetzt einlösen.

Die Fragen, ob Maschinen „schlauer“ werden können als der Mensch, und wann das wohl der Fall sein wird, sind anscheinend beantwortet: Die Google-Software AlphaGo hat jüngst im Brettspiel „Go“ gegen den menschlichen Spitzenspieler Lee Sedol gewonnen. Eindeutig, mit 4:1. Mussten Maschinen und Roboter früher noch aufwendig immer wieder neu programmiert werden, geht das heute wie von selbst. Das heißt, es geht von selbst: Die Technologie schaut zu, wie man es macht, und findet dann selbst den optimalen Weg. Umgehend, in derselben Sekunde, wissen das die Tausenden mechanischen „Kollegen“.

Und genau das ist der Unterschied zwischen uns Menschen und den Maschinen: Während Letztere alles teilen und so voneinander profitieren, hüten Erstere ihr gewonnenes Wissen und die Erkenntnisse aus dem Umgang damit wie ihren Augapfel. Nicht nur in Unternehmen, aber dort eben auch. Ein bisschen erinnert das an Gollums „Mein Schatz!“ aus dem „Herrn der Ringe“. Das menschliche Ego wird also darüber entscheiden, wie lange wir noch mitspielen dürfen.

Die einzige Lösung, die unsere Industrie mit der raschen Veränderung durch die Industrie 4.0 und die Digitalisierung im Allgemeinen erfolgreich umgehen ließe, ist die Vernetzung. Das Wissen und die Erfahrungen im Umgang damit müssen geteilt werden. Natürlich auch branchenübergreifend. In ihrer Strategie „Vom Mittelmaß zur Exzellenz“ spricht die Industriellenvereinigung Vorarlberg davon, Regionen zu vernetzen. Vor allem wird der Erfolg mit der Vernetzung der Unternehmen untereinander kommen. In Vorarlberg haben wir dazu durch die Größe und die dadurch bedingte sowieso recht gute Vernetzung die besten Voraussetzungen. Gute Ideen gibt es bereits. Auch mit unternehmensinternen Innovationsplattformen für die Weiterentwicklung von Produkten und Dienstleistungen, die in Vorarlberg durchaus etabliert sind, kommen wir auf den richtigen Weg.

Für Innovationen braucht es darüber hinaus den Blick über den Tellerrand. Zum Beispiel, indem man einen Tag lang je drei Leute aus zehn unterschiedlichen Unternehmen zusammensetzt, die alle ähnliche Fragestellungen zur digitalen Zukunft haben. Wir brauchen nicht Massen an Beratern, sondern eine gesunde Mischung aus Wettbewerb und Zusammenarbeit, kurz: Coopetition. Weil: Keiner weiß allein mehr als alle zusammen!

Wir brauchen nicht Massen an Beratern, sondern eine gute Mischung aus Wettbewerb und Zusammenarbeit.

markt@vorarlbergernachrichten.at
Hubert Rhomberg ist Baumeister und Geschäftsführer der Rhomberg Holding.