Metalltechniker auf der Überholspur

Markt / 24.02.2017 • 10:47 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Teamwork wird im Metallbaubetrieb großgeschrieben. Foto: Hofmeister

Teamwork wird im Metallbaubetrieb großgeschrieben. Foto: Hofmeister

Lernen im familiären Umfeld als richtiger Startschuss für die Berufskarriere.

Sie bilden seit 1998 Lehrlinge aus. Macht Ihnen Ihre Aufgabe nach wie vor Freude?

Ess: Ja, die Arbeit mit motivierten Jugendlichen macht viel Spaß und hält einen selber jung. Denn die Jugendlichen in diesem Alter sind noch stark in Veränderung.

Was hilft Ihnen bei der täglichen Arbeit?

Ess: Gegenseitiges Verständnis, faires Verhalten und Respekt. Und dem Gegenüber das Gefühl vermitteln, dass man Ziele erreichen will, auch wenn es nicht auf Anhieb klappt.

Immer mehr Mitarbeiter gehen in Pension, aber immer weniger folgen nach. Wie gewinnen Sie den „Kampf um Talente”?

Ess: Das bleibt unser Geheimnis, aber das Wichtigste ist sicher, die Mitarbeiter für unsere Produkte zu begeistern.

Was ist Ihre Personalphilosophie?

Ess: Für uns ist jeder Mitarbeiter gleich wichtig. Nur wenn jeder seinen Teil gut macht, sind wir gemeinsam erfolgreich.

Manche Mitarbeiter stellen hohe Ansprüche an den Arbeitgeber. Welche Erfahrungen haben Sie diesbezüglich gemacht?

Ess: Wir brauchen motivierte Mitarbeiter, die bereit sind, gemeinsam mit allen am Projekt Beteiligten ein Topprodukt herzustellen. Einzelkämpfer und Selbstdarsteller sind nicht gefragt.

Wie motivieren Sie Ihre Mitarbeiter, um Fluktuation entgegenzuwirken?

Ess: Die Mitarbeiter an das Unternehmen zu binden ist eine tägliche Herausforderung. Die Besten bei Laune zu halten bedeutet aber, dass die anderen vernachlässigt werden – das können wir uns nicht leisten. In Summe muss allen ihre Tätigkeit Spaß machen. Eine bessere Motivation gibt es unserer Meinung nach nicht.

Wie gut erreichen Sie Ihre Mitarbeiter persönlich?

Ess: Bei uns läuft das noch recht familiär, da kennen sich alle Mitarbeiter, man diskutiert immer über dies und jenes und sucht dann gemeinsam nach Lösungen – egal ob beruflich oder privat.

Wie wichtig sind die Lehrlinge für den Betrieb?

Ess: Immens wichtig! Der Mangel an Fachkräften behindert unser Wachstum enorm.

Was wünschen Sie sich von Ihren Lehrlingen?

Ess: Teamgeist, Ehrgeiz, Begeisterungsfähigkeit und gute, schulische Leistungen.

Welchen Stellenwert haben die Eltern?

Ess: Wir halten regelmäßig Kontakt mit den Eltern, wenn dies erforderlich ist. Wichtiger finden wir jedoch, die Jugendlichen zu selbstständigem Handeln anzuleiten.

Manch einem fällt die Umstellung von der Schule zur Lehre besonders schwer. Stichwort Überstunden . . .

Ess: Während der Lehrzeit kommen die Jugendlichen aus dem behüteten Umfeld der Schule und lernen die Erfordernisse des Lebens kennen. Das empfindet wahrscheinlich jeder ein bisschen anders. Es schadet auch nicht, wenn Lehrlinge die Notwendigkeit kennenlernen, dass Überstunden gemacht werden müssen, solange das in einem vernünftigen Rahmen bleibt und nicht missbraucht wird. Bei uns arbeiten die Lehrlinge stets mit einem Ausbilder oder zugeteilten Facharbeitern zusammen.

Warum wurde Ihr Betrieb ein „Ausgezeichneter Lehrbetrieb“?

Ess: Wir haben diese Auszeichnung bereits mehrmals erhalten und freuen uns jedes Mal sehr darüber. Wir haben kein Patentrezept, versuchen aber einfach konstant gute Arbeit zu leisten.

Gibt es besondere Laufbahnen?

Ess: Wir haben alle Positionen ausschließlich mit Leuten aus der Praxis besetzt. Bei uns kann ein Lehrling alles werden – auch CEO. Ich will ja auch mal in den Ruhestand und den Betrieb in kompetente Hände geben.

Zur Person

Robert Ess

Ausbildung: Lehre als Schmied

Laufbahn: Schlossermeisterprüfung 1992, seit 1994 Geschäftsführer

Alter: 49 Jahre

Familie: verheiratet, 3 Kinder

Hobbys: Jagd

Homepage Firma: www.jobarid.at

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