Das Beste aus zwei Welten

12.05.2017 • 20:15 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Landesdirektorin Bianca Großgasteiger mit Vorstandsvorsitzendem Wolfram Littich. Foto: VN/Steurer
Landesdirektorin Bianca Großgasteiger mit Vorstandsvorsitzendem Wolfram Littich. Foto: VN/Steurer

Vorarlberg erfolgreichste Allianz-Landesdirektion und einzige mit Frau an der Spitze.

Bregenz. Bianca Großgasteiger ist die erste Frau, die in der 157-jährigen Geschichte der Allianz Versicherung an der Spitze einer Landesdirektion steht. Zwar liegt bei der Allianz die Frauenquote im Vertrieb mit zehn Prozent über dem Durchschnitt, aber Frauen sind in der Versicherungsbranche generell noch wenig vertreten. „Viele trauen sich das nicht so zu“, sagt Großgasteiger, die ihre Karriere bei der Versicherung 2005 als Vorstandsassistentin startete, im VN-Gespräch. Dabei seien sie oft die besseren Zuhörer und viele Kunden würden sich Beraterinnen wünschen.

Großgasteiger führt mit Vorarlberg auch die erfolgreichste Landesdirektion Österreichs. Dabei wird der Umsatz der einzelnen Sparten in Relation zu den Mitarbeitern gesetzt. „Hier waren wir 2016 die Besten“, freut sich die Landesdirektorin über ein Wachstum deutlich über dem Markt sowie einen Zugewinn an Marktanteilen. 2016 war ein sehr gutes Jahr für die Allianz. Alle Sparten erzielten einen Zuwachs, am meisten im Bereich Krankenversicherung. „Hier ist das Bedürfnis stark. Kunden fragen aktiv danach“, sehen Großgasteiger und Allianz-Vorstandsvorsitzender Wolfram Littich hier großes Potenzial.

Einfach sei das nicht: „Vorarlberg ist ein sehr umkämpfter Markt und sehr wettbewerbsintensiv“, sagt Littich, der sich auch für Gesamtösterreich über ein erfolgreiches Geschäftsjahr freuen darf. Dabei seien Umsatzzuwächse letztlich nur die eine Seite der Medaille. „Eine Versicherung zu verkaufen, ist anfangs ein Versprechen. Die Leistung kommt erst beim Schadens- oder Krankheitsfall. Und wenn diese nicht stimmt, ist man schnell eine ganze Familie oder ein Dorf als Kunden los“, setzt Littich auf Langfristigkeit.

Risikopotenzial kennen

Das größte Wachstumspotenzial für die Zukunft ortet die Allianz in der Lebensversicherung und besonders in der lebenslangen Rente. Weniger ausgeprägt sei vorerst noch das Bewusstsein für die Pflege- oder Berufsunfähigkeitsversicherung. Der springende Punkt sei, dass man sein eigenes Risikopotenzial kenne. „Was kann mich daran hindern, meinen Standard zu halten?“, sei die entscheidende Frage. Dabei seien nicht nur Unfall oder Krankheit existenzbedrohend, gerade psychische Probleme würden oft unterschätzt.

Eines der großen Themen für die Allianz ist die Digitalisierung. „Die digitale und die analoge Welt schließen sich aber nicht aus. Es ist mehr das Beste aus beiden Welten“, erklärt Großgasteiger. Denn es gebe weder den Kunden, der nur digitale Services will, noch jenen, der alles analog will.

Wege vereinfachen

Konkret bedeutet das Folgendes: Kunde A hat einen Autounfall, fotografiert den Schaden und hat in zehn Sekunden die Schadensmeldung erledigt. Er bekommt die Schadenshöhe übermittelt und kann sich entscheiden, ob er das Geld oder den Schaden repariert haben will. So bekommt er nach zehn Minuten entweder das Geld aufs Konto oder den Standort der nächsten Werkstatt aufs Handy. „Wir digitalisieren nicht bestehende Prozesse, sondern vereinfachen den Weg“, konkretisiert Littich. Klar könnte der Kunde auch eine Krankenversicherung mit drei Klicks abschließen, aber selbst der digitalisierteste Kunde wolle im Schadensfall kein Callcenter, sondern ein Gegenüber. Somit sei auch die Zukunft des Vertriebsmitarbeiters gesichert. „Es wird nie eine rein digitale Versicherung geben. Es braucht immer die persönliche Beratung“, ist Littich überzeugt.

Allianz in Vorarlberg

Bestandsprämien 2016: Sachversicherung: 20 Mill. Euro (+3,8%); Kfz: 12,3 Mill. Euro (+2,12%); Kranken: 4,2 Mill. Euro (+9%); Unfall: 4,9 Mill. Euro (+5,52%)

Leben (verrechnete Prämie): 19,7 Mill. Euro (-2,6%)