Bewerber wollen Marken

Bewerber legen bei Unternehmen immer mehr Wert auf Employer Branding.
Schwarzach. (cro) Viele Unternehmen suchen bereits händeringend nach Fachkräften. Viele greifen deshalb schon ganz tief in die Trickkiste der Recruiting-Instrumentarien, Personalberater und -dienstleister oder gestalten aufwendige Auftritte auf fachspezifischen Messen. Doch die Botschaft kommt bei der begehrten Zielgruppe nicht an und die oft teuren Bemühungen verpuffen ins Leere.
Denn die Vorstellungen von Personalern und Bewerbern gehen ganz weit auseinander. Das ergab eine repräsentative Studie des Karrierenetzwerks LinkedIn. Außerdem geht daraus hervor, dass den zukünftigen Arbeitnehmern eine bloße Stellenbeschreibung zu wenig ist. Sie wollen auch Informationen über das Unternehmen erhalten. Das gaben stolze 74 Prozent der insgesamt 14.000 Interviewten an.
Schmucke Hochglanzbroschüren, allgemeine Statements über Unternehmenswerte und Pauschalbekenntnisse wie: „Unsere Mitarbeiter sind unser höchstes Gut“ sind jedoch an Botschaft zu wenig. Vielmehr bewirken sie sogar einen gegenteiligen Effekt. Geschätzt werden vielmehr verlässliche Informationen und Einblicke in die Realität. Weiters geht aus der Studie hervor, dass Employer Branding an Bedeutung gewinnt. Wer als Arbeitgeber eine klar erkennbare Marke ist und von potenziellen Bewerbern, aber auch seinen Mitarbeitern als attraktiv wahrgenommen wird, weckt den Wunsch, hier arbeiten zu wollen. Eine gute Arbeitgebermarke aufzubauen ist entscheidend, um Talente für sich zu gewinnen. Ein erster Schritt ist dabei die Selbstreflexion. Die eigenen Mitarbeiter sind das beste Sprachrohr, was die Wahrnehmung von außen betrifft.
Nichts ist so überzeugend wie zufriedene Mitarbeiter. Daher empfiehlt sich auch ein direkter Zugang zu Mitarbeitern im Unternehmen etwa bei einem Tag der offenen Tür, Firmenbesichtigungen, Workshops im Unternehmen oder auch gemeinsame Projekte. Dies setzt freilich voraus, dass Mitarbeiter hierzu auch bereit sind und auch das positive Image nach außen tragen.
Die gute Nachricht lautet nämlich: Neun von zehn (91 Prozent) Fach- und Führungskräften wären offen für neue Jobangebote. Und 57 Prozent fühlen sich immerhin geschmeichelt, wenn sie angesprochen werden.
LinkedIn’s Umfrage enthüllt aber auch die Hauptgründe, die Arbeitnehmer motivieren, sich nach einer neuen Beschäftigung umzusehen. Spitzenreiter sind schlechte Unternehmensführung bzw. -Management mit 62 Prozent, gefolgt vom Wunsch nach einer besseren Vereinbarkeit mit den eigenen Interessen und Werten (53 Prozent). Erst auf Platz drei folgt mit 48 Prozent die Aussicht auf besseres Gehalt.