Die Qualitäten ausspielen

Markt / 09.02.2018 • 21:31 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Quartier „Münchner Bundesstraße“ in Salzburg. Architektur von Dietrich/Untertrifaller.
Quartier „Münchner Bundesstraße“ in Salzburg. Architektur von Dietrich/Untertrifaller.

Standortentwickler Prisma will verstärkt Quartiere entwickeln. Expansion außerhalb Vorarlbergs im Fokus.

Dornbirn Der Dornbirner Projektentwickler Prisma hat kein wirklich leichtes Jahr hinter sich: Zu Jahresbeginn musste Bernhard Ölz als Sprecher der Seestadt-Projektbetreiber das Aus für das 140-Millionen-Euro-Projekt in der Landeshauptstadt verkünden. Nicht weil sich eine Architektengruppe vehement dagegen aussprach, wie Ölz mantraartig wiederholt, sondern weil die Kosten explodierten. Auf der Baugenehmigung beharre man allerdings weiterhin, erteilt er einer erst kürzlich per Post zugestellten Bitte aus dem Bregenzer Rathaus nach Rücknahme des Antrags eine Absage. Man werde auf dem Grundstück nicht heute und nicht morgen bauen, aber die Gesellschafter der Seestadt-Firma Prises seien sich einig, dass man ein neues, kleiner dimensioniertes Projekt mit mehr Durchsichten realisieren wolle. Zeit bleibt, zumal über der Straße im Seequartier und am Bahnhof ja bislang auch noch nicht viel passiert.

400 Millionen Volumen

Untätig ist die Prisma-Unternehmesgruppe aber 2018 nicht, wie ein Blick auf geplante bzw. in Bau befindliche Projekte mit einem Investitionsvolumen von über 400 Millionen Euro zeigt. Allein in Vorarlberg ist das Unternehmen mit acht Projekten zugange. In Feldkirch entsteht am Jahnplatz ein großes durchmischtes Quartier mit einer Investitionssumme von 33 Millionen Euro. Am Garnmarkt wird wie von Anfang an vorgesehen erweitert, nachdem sich die Bevölkerung dafür ausgesprochen hat, reine Wohnbauten entstehen in Lochau und Röthis. Von dem möchte Prisma-Chef Ölz allerdings weg. Er möchte Quartiere entwickeln, die durchmischt sind, die Wohnungen, Geschäfte, Büros und Institutionen umfassen. Das könne Prisma, und das sei auch der Grund, dass z. B. der Garnmarkt in Götzis sowohl Auszeichnungen erhalten habe als auch Reiseziel für Politiker, Stadtplaner und Architekten sei.

Schwerpunkt 2018 ist aber die Expansion außerhalb Vorarlbergs. Große Projekte wie das Quartier Rauchmühle in Salzburg, das Messecarree in ‚Wien oder ein noch namenloses Quartier in Ulm sind es, die eine Herausforderung seien und bei welchen die Prisma ihre Qualitäten ausspielen könne, ist Bernhard Ölz überzeugt. Und diese Qualitäten, zu der auch oft die Gestaltung durch Vorarlberger Architekten zählt, seien es, die z. B. am deutschen Markt für Nachfrage sorgen. „In Ulm ist man auf uns zugekommen, weil unsere Projekte überzeugten.“ So was wolle man dort auch. Außerdem arbeite Prisma mit Gewerken aus der jeweiligen Region zusammen, schaffe ordentliche Wertschöpfung vor Ort.

Prisma betreibt derzeit rund 70 Gebäude an 32 Standorten in Vorarlberg, Tirol, Salzburg, Wien und Deutschland. Die gemanagten Nutzflächen umfassen 166.000 Quadratmeter, darunter auch über 300 Wohnungen. VN-sca

Prisma in Zahlen

Projekte 2018  rd. 30 in Vorarlberg, Tirol, Salzburg, Wien und Süddeutschland in Realisierung und Planung

Investitionsvolumen 394 Millionen Euro

Realisierte Projekte 2017 13.000 qm Büro-, Handels- und Produktionsflächen, 131 Wohnungen