Kein Blum-Bonus, aber Unterstützung für die Halbzeitprüfung

14.05.2018 • 20:15 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
In Vorarlberg hat die Lehre zu Recht ein gutes Image (Bild: VKW-Ausbildung), doch gebe es auch hier Handlungsbedarf, so Landesstatthalter Rüdisser. FA/vi
In Vorarlberg hat die Lehre zu Recht ein gutes Image (Bild: VKW-Ausbildung), doch gebe es auch hier Handlungsbedarf, so Landesstatthalter Rüdisser. FA/vi

Vorarlberg sei anders – auch in der Lehrlingsausbildung, sagen WKV und Land.

Schwarzach Österreichs Lehrlingspapst Egon Blum fordert einen Richtungswechsel bei der Förderung der Überbetrieblichen Ausbildungszentren (ÜAZ), verbunden mit einem Unterstützungsbonus für kleine und mittlere Betriebe in einer Größenordnung, damit „diese bereit und in der Lage sind, auch lernschwächere Jugendliche in eine betriebliche Lehrausbildung aufzunehmen“, wie die VN am Montag berichteten. Dass es ÜAZ brauche, steht für ihn außer Frage, allerdings in einem Maße, wie es in Vorarlberg gehandhabt wird, „nämlich dort, wo es notwendig ist“, und nicht als Mitbewerber der Wirtschaft, wie es in anderen Bundesländern Usus sei.

Zwischenprüfung

In einer Reaktion weist Landesstatthalter Karlheinz Rüdisser darauf hin, dass „das Land eine Reihe von Initiativen entwickelt, um zielgerichtet die Qualität in der Ausbildung zu stärken und die Lehrlinge und Ausbildungsbetriebe wirksam zu unterstützen“, was auch greife, wie die hohe Akzeptanz der Lehre zeige. Ein neues Maßnahmenpaket des Landes soll das absichern. Dennoch gebe es auch in Vorarlberg Handlungsbedarf. Das Land unterstütze die von Blum geforderte Qualitätsfeststellung zur Mitte der Lehrzeit vollinhaltlich, betont Rüdisser: „Wir sind überzeugt, dass dies wesentlich zur Steigerung des Images der Lehre beitragen kann.“ Von einer Neuauflage des Blum-Bonus für KMU hält die Wirtschaftskammer indes nichts, wie deren Direktor Christoph Jenny Blum ausrichtet: „Über die Lehrstellenförderung werden in Vorarlberg schon jetzt fast elf Millionen Euro pro Jahr an die ausbildenden Betriebe ausgeschüttet. Diese finanziellen Mittel werden über den Insolvenz-Ausfallgeld-Fonds aufgebracht und von allen Unternehmen getragen. Speziell für kleinere Betriebe, die sich in der Lehrlingsausbildung engagieren wollen, steckt in diesem Instrument noch viel Potenzial.“ 

Dass in den vergangenen zehn Jahren die Zahl der Ausbildungsbetriebe um 23 Prozent oder 561 Betriebe zurückging, lässt sich laut Jenny mit der Struktur der Betriebe erklären, weil sich kleine Unternehmen bei der Suche nach Lehrlingen schwertun und deshalb keine geeigneten Kandidaten finden. Am Engagement der Firmen liege es nicht: „Unsere Betriebe sind hochmotiviert, was die Ausbildung von Lehrlingen betrifft.“ VN-sca