Neue Chefs für 2400 Vorarlberger Firmen

02.05.2019 • 17:07 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

30 Prozent der kleinen und mittleren Unternehmen in Vorarlberg stehen vor Zukunftsentscheidung.

feldkirch 2400 Firmen in Vorarlberg stehen in den nächsten zehn Jahren vor der Frage, wie es weitergehen soll. Ihre Gründer bzw. Eigentümer müssen eine
Entscheidung über eine Nachfolge treffen, präzisiert Christoph Mathis, Leiter des Gründerservice der Wirtschaftskammer Vorarlberg die Zahlen, die mehr sind als Statistik. Immerhin geht es dabei auch um 24.000 Arbeitsplätze im Land.

Früher war klar, dass die Firmen an die nächste Generation weitergereicht werden. Doch das hat sich kontinuierlich verschoben. Inzwischen halten sich die Übergaben in der Familie und an externe die Waage.

1996 sah das noch deutlich anders aus. Damals übernahmen Söhne und Töchter 75 Prozent der Unternehmen, die von den Eltern oder der Familie oft über Generationen aufgebaut wurden.

Das Bewusstsein für eine frühzeitige Planung der Übergabe ist indes größer geworden. 64 Prozent der betroffenen Betriebe geben an, die Zukunft früh genug ins Visier zu nehmen. 1996 kümmerten sich erst 24 Prozent der Unternehmerinnen und Unternehmer frühzeitig darum, wie es nach ihrem Ausscheiden weitergehen soll. Und 60 Prozent der Übergeber nehmen dafür das Knowhow von Beratern in Anspruch.

Gründungsphase entfällt

Die Weiterführung etablierter Unternehmen ist eine echte Chance für unternehmerisch denkende Menschen – fällt doch die schwierige Gründungsphase weg, „man profitiert vom Knowhow und den guten Referenzen eingeführter Firmen“, wirbt Mathis bei Übergebern wie Übernehmern für diese Option. Immerhin 95 Prozent der zur Diskussion stehenden Firmen stehen nämlich betriebswirtschaftlich auf guten Beinen, wie eine Untersuchung der KMU Forschung Austria zeigt. Das sind deutlich mehr als noch 2008, als neun Prozent dieser Firmen nicht wirklich überlebensfähig waren.

Hälfte aus der Familie

Die Übernehmer finden sich in drei Gruppen: Rund die Hälfte der Nachfolger stammt nach wie vor aus der Familie, daneben sind es oft Mitarbeiter, die das Unternehmen, dem sie viele Jahre treu waren, weiterführen. Dazu kommen externe Käufer. Diese informieren sich über informelle Kanäle, aber auch über die Nachfolgebörse, die vom Gründerservice im vergangenen Jahr upgedatet wurde, so Mathis. Er weiß auch, dass 50 Prozent der Übernehmer inzwischen Frauen sind. Und dass die Übergeber nicht warten, bis sie ins Pensionsalter kommen. Im Durchschnitt sind sie 57,5 Jahre alt. VN-SCA

„Übernehmer profitieren vom Know-how und den guten Referenzen eingeführter Firmen.“

Nachfolge-Frühstück, 7. Mai, 8.30-10.30 Uhr, AmBach, Götzis, Experten informieren über Unternehmensnachfolge. Anmeldung: wkv.at/events, 05522/305-457