„Damit war nicht zu rechnen“

10.05.2019 • 20:20 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Werner Böhler: „Sparkassen haben bereits 2015 die Hochleistungsplattform George etabliert.“  Fa
Werner Böhler: „Sparkassen haben bereits 2015 die Hochleistungsplattform George etabliert.“  Fa

Vorarlberger Sparkassen steigern das Betriebsergebnis um fast 40 Prozent.

DORNBIRN Vertrauen muss man sich aufbauen. Das gilt besonders in der Finanzwirtschaft. Dass die Sparkassen, die heuer ihr 200-jähriges Jubiläum feiern, dieses Vertrauen genießen, zeigt das Wirtschaftsjahr 2018 eindrücklich. Die Vorarlberger Sparkassen berichten über hohe Zuwächse in allen wichtigen Geschäftsbereichen. Sowohl im Kredit- als auch im Einlagengeschäft konnte ein überdurchschnittliches Wachstum erzielt werden, so Sparkassensprecher Werner Böhler.

Als Folge davon stieg die Bilanzsumme um 8,5 Prozent auf 5,9 Milliarden Euro. Ende 2018 verwalteten die Vorarlberger Sparkassen mit 5,3 Milliarden Euro um 5,4 Prozent mehr Kundengelder als im Jahr 2017. Die Primärmittel, zu denen die Spar- und Giroeinlagen sowie die eigenen Obligationen zählen, erreichten mit 4,4 Milliarden Euro (+9,0 %) einen historischen Höchststand. Die Spareinlagen wuchsen auf 2,2 Milliarden Euro an (+7,3 %) – und das in Zeiten einer Nullzins-Politik.

11.000 neue Kunden

Bei der Wahl ihrer Bank haben mehr als 11.000 Menschen 2018 die Vorarlberger Sparkassen als Finanzpartner gewählt. Das zeigt sich in einem markanten Anstieg bei den Ausleihungen. Die Kundenkredite stiegen im vergangenen Geschäftsjahr von 4,1 Milliarden Euro auf den Rekordwert von 4,5 Milliarden Euro an. Und noch ein Rekord: Das Neukreditvolumen überstieg 2018 erstmals die Milliarden-Marke (Vorjahr: 859 Millionen Euro). Mit einem kumulierten Betriebsergebnis von 50,4 Millionen Euro, einem Plus von 39,7 Prozent gegenüber 2017, wurden die Planwerte deutlich übertroffen. Zum ebenfalls kräftigen Anstieg beim Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EGT) um 26,1 Prozent auf rund 36,5 Millionen Euro haben die nach wie vor sehr niedrigen Risikokosten maßgeblich beigetragen. Mit der Entwicklung zeigen sich die Vorstände der Vorarlberger Sparkassen naturgemäß sehr zufrieden: „Mit einem Ergebnis in dieser Ausprägung war nicht zu rechnen. Allerdings spiegelt sich darin auch die sehr erfreuliche konjunkturelle Entwicklung unserer Region wider“, zollt ihr Sprecher Werner Böhler aber auch der heimischen Wirtschaft Lob.

Zukunftsorientiert erweisen sich die Vorarlberger Sparkassen in puncto Digitalisierung: „Wir haben den Trend im Bankgeschäft frühzeitig erkannt und bereits 2015 die Hochleistungsplattform George etabliert und laufend ausgebaut“, so Böhler. Parallel dazu habe man gezielt in die Ausbildung der Mitarbeitenden investiert. 

Unterstützung in der Region

Die Kernkapitalquote lag 2018 mit 17,84 Prozent weit über den gesetzlichen Mindestanforderungen. Analog zu den Vorjahren nutzten die Vorarlberger Sparkassen wiederum die positive Geschäftsentwicklung, um freiwillig und aus eigenem Antrieb „Sicherheitstöpfe“ auf 129,7 Millionen Euro auszubauen. Die Vorarlberger Sparkassen haben ihren Gründungsauftrag und die Verantwortung gegenüber der Gesellschaft nie aus den Augen verloren schon gar nicht ob des guten Ergebnisses. Im Jahr 2018 unterstützten sie mit einem Betrag von 1,9 Millionen Euro kulturelle, sportliche, wissenschaftliche und soziale Aktivitäten in ihrer Region. Im vergangenen Jahr boten die Sparkassen in Vorarlberg insgesamt 810 Menschen einen Arbeitsplatz. 18 Lehrlinge (+2 gegenüber 2017) durchliefen die Ausbildung zum Bankkaufmann. VN-sca

Werner Böhler:
Werner Böhler: „Sparkassen haben bereits 2015 die Hochleistungsplattform George etabliert“.  Fa

SPARKASSEN BILANZ 2018

Bilanzsumme 5,9 Milliarden Euro (+8,5 %)

Betriebsergebnis 50,4 Millionen Euro (+39,7 %)

Verwaltete Kundengelder 5,3 Milliarden Euro (+5,4 %)

Primärmittel 4,4 Milliarden Euro (+9,0 %)

Ausleihungen 4,5 Milliarden Euro (+9,6 %)

Neukunden 11.200