Bietergefecht um Lebensmittelmarkt in St. Anton im Montafon

14.05.2019 • 06:30 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Spar hat ein Projekt vorgelegt, das gut ins Ortsbild passe und Wohnungen sowie Gewerberäume umfasst.  FA/SPAR

Montafoner Gemeinde ist derzeit der umkämpfteste Standort für Lebensmittelhändler.

St. Anton i. M. St.Anton im Montafon hat einen hervorragenden Bäcker. Es gibt eine leistungsfähige Gastronomie und Hotellerie, Betriebe, die in tradtionellen wie innovativen Bereichen erfolgreich sind, und es hat ein kompaktes Gemeindezentrum. Was St. Anton nicht hat: Seit 25 Jahren gibt es keinen Lebensmittelhändler mehr in der Gemeinde. Doch das ist bald Vergangenheit. Spar, Sutterlüty und der Newcomer in Vorarlbergs Lebensmittelhandel, die Tiroler Kette MPreis, wollen an diesem Standort bauen.

Mehr Wettbewerb

Lange sah es so aus, als ob die Firma MPreis die Nase vorne hätte. Sie hat bei Bürgermeister Raimund Schuler angeklopft und bereits 2018 erste Pläne vorgelegt. Und sie hat gute Referenzen: Denn die Tiroler haben im hinteren Montafon die Nahversorgung belebt. Der Markteintritt hat für Bewegung in der Talschaft gesorgt. Spar hat seine Märkte auf neuesten Stand gebracht, auch Sutterlüty sondierte schon Möglichkeiten, um den Markt in Schruns noch attraktiver zu machen.

„Unterm Strich ist die Ausschreibung positiv und bringt die beste Lösung für uns.“

Raimund Schuler, Bürgermeister St. Anton i. M.

Ende 2018 führte die Errichtung eines MPreis-Einkaufsmarktes in der Gemeindevertretung aber zu einer hitzigen Debatte. Für die Gemeinde waren die Tiroler gesetzt, bis Gemeindevertreterin Wilma Battlogg das Wort ergriff und forderte, dass auch Spar und Sutterlüty zur Anbotslegung eingeladen werden sollten. Unterstützung erhielt Wilma Batlogg von weiteren Gemeindevertretern, die sich vehement für ein offenes Bieterverfahren einsetzten. Und sich damit durchsetzten.

Nun ist eine Arbeitsgruppe damit beschäftigt, die Angebote und Vorschläge zu sondieren. Ihr wurden die Pläne von den drei Firmen bereits präsentiert, eine Entscheidung gibt es noch nicht, so Bürgermeister Raimund Schuler im Gespräch mit den VN. Und eine Entscheidung könnte auch von der Bevölkerung ausgehen. Eine Bürgerbefragung steht nämlich durchaus im Raum, so Schuler. Die könnte wiederum für MPreis ausgehen. Immerhin wurde bereits im Dezember eine Liste mit über 100 Unterschriften pro MPreis der Gemeinde übergeben.

Schnelle Entscheidung

Schuler will eine schnelle Entscheidung, auch wenn er kein konkretes Datum dafür nennt. Denn eigentlich ist noch für heuer der Baubeginn geplant.Sutterlüty hat seine Pläne bereits veröffentlicht, Spar will, so  Expansionsleiter Wolfgang Kaufmann, einen Vollsortimenter betreiben, „optional ist auch eine Überbauung“. Dabei sei auch eine gesamte Verbauung im oberen Geschoß zu überlegen, sagt er im Gespräch mit den VN.

Bezüglich Verkehrserschließung werde außerdem ein Gutachten erstellt. Kaufmann ist überzeugt davon, gerade bezüglich gemeindeplanerischer Aspekte das beste Konzept eingebracht zu haben. Und wie Sutterlüty und MPreis will auch Spar mit Architektur punkten. „Im Fall St. Anton im Montafon haben wir mit dem Architekturbüro Huber aus Lustenau einen sehr guten Partner.“ Regionalität auch bei der Auftragsvergabe: Wie bereits bei vielen Projekten in der Vergangenheit, wolle man auch in St. Anton den Markt gesamthaft mit Handwerkern aus dem Land errichten.

MPreis hat wie die Mitbewerber die Pläne der Gemeinde vorgestellt, macht sie aber noch nicht öffentlich. Sicher ist, dass der Handel im Montafon einen gewichtigen Mitbewerber hat, denn für die etwa 700 St. Antöner ist der projektierte Markt definitiv zu groß. VN-sca