100 Jahre, 100 Millionen

14.06.2019 • 20:29 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Die VLV-Vorstandsdirektoren Robert Sturn (r.) und Klaus Himmelreich. VN/lerch
Die VLV-Vorstandsdirektoren Robert Sturn (r.) und Klaus Himmelreich. VN/lerch

VLV wächst über dem Markt, auch in der Lebensversicherung.

Bregenz Das Jahr 2018 war mit einem Prämienvolumen von 99,3 Millionen Euro ein sehr erfreuliches für die Vorarlberger Landesversicherung (VLV) und eines, in dem man dem Ziel, pünktlich zum hundertjährigen Jubiläum im kommenden Jahr die 100-Millionen-Euro-Marke zu knacken, sehr nahe kam. Das heurige Jahr sei ebenfalls sehr vielversprechend, betonen die Vorstände Robert Sturn und Klaus Himmelreich im VN-Gespräch.

Mit im Gepäck haben sie auch gleich zwei Auszeichnungen. Nicht nur den Recommender Award, der für die Weiterempfehlungsbereitschaft der Kunden vergeben wird. Sondern auch den Sieg im österreichweiten Test der Gesellschaft für Verbraucherstudien zu Risikolebensversicherungen, bei dem die VLV besonders beim Tarif und mit dem Kundendienst punkten konnte. Dieses Produkt, das beim Ableben zum Tragen kommt, wurde zuvor neu adaptiert.

Gegen den Trend

Generell fällt auf, dass die Versicherung bei den Lebensversicherungen entgegen dem Markttrend nicht nur im vergangenen Jahr um 1,7 Prozent zulegen konnte und den Versicherungsnehmern eine Gewinnbeteiligung von 3,5 Prozent ausbezahlt werden konnte, sondern die Sparte auch heuer im Plus liegt. „Wir haben die Lebensversicherung auf neue Beine gestellt“, sagt Robert Sturn. „Wir bieten keine fondsgebundenen Lebensversicherungen mehr an. Das überlassen wir den Banken. Wir decken dafür alle biometrischen Risiken ab.“ Das sind Tod, Langlebigkeit und Berufsunfähigkeit. „Eine private Pensionsvorsorge ist heute das Gebot der Stunde. Wir sehen das aber nicht als Entweder-oder, sondern als Ergänzung zur staatlichen Pension.“ Zudem wurde ein neues Pflegeversicherungsprodukt auf den Markt gebracht. Auch wenn hier die Verkaufserfolge noch überschaubar seien, müsse man  aufgrund der demografischen Veränderung das Bewusstsein dafür schaffen.

Insgesamt, so sind Sturn und Himmelreich überzeugt, spiele bei Lebensversicherungen das Vertrauen eine bedeutende Rolle. „Unser Markt ist nur Vorarlberg. Daher können wir es uns nicht leisten, dieses zu verlieren.“ Dazu beigetragen habe auch die Tatsache, dass seit 2013 die Mitarbeiter im Außendienst nicht mehr auf Provisionsbasis, sondern mit Fixgehalt eingestellt werden. „Niemand bei uns muss einen Abschluss erzwingen, und dennoch haben wir im Verkauf keine Einbußen erlitten.“ Zudem habe man dadurch auch vermehrt Frauen als Mitarbeiter rekrutieren können. Heuer soll nun auch der Baustart für die neue Zentrale am bestehenden Standort in der Bregenzer Bahnhofstraße erfolgen. Man hoffe, den Baubescheid bis September zu erhalten und Anfang November ins Ausweichquartier Marienheim umziehen zu können.

Zweite Zielmarke

Angesichts der derzeitigen Hochwasserlage zeigen sich die Direktoren noch entspannt. Und auch sonst entwickle sich die Geschäftslage sehr erfreulich. Nicht nur in der Lebensversicherung, sondern auch im Bereich Schaden/Unfall liege man über dem Markt. Neben den angestrebten 100 Millionen Euro an Prämienvolumen könnte sich somit bis zum kommenden Jubiläumsjahr auch ein zweites Ziel ausgehen: Die Steigerung von 98.000 auf 100.000 Kunden.