Wirtschaftsbarometer im zweiten Quartal: Stimmung trübt sich ein

Markt / 09.07.2019 • 19:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
53 Prozent der Vorarlberger fürchten, dass die Arbeitslosigkeit und damit die Warteschlangen im Arbeitsmarkt wieder länger werden. APA
53 Prozent der Vorarlberger fürchten, dass die Arbeitslosigkeit und damit die Warteschlangen im Arbeitsmarkt wieder länger werden. APA

Die Vorarlberger blicken im zweiten Quartal 2019 mit mehr Sorge in die Zukunft.

Schwarzach Die Nachrichten aus aller Welt, aus Wirtschaft und Gesellschaft, gehen an der Vorarlberger Bevölkerung nicht folgenlos vorüber. Brexit, Wirtschaftskonflikte und das Kriegsgetrommel im Nahen Osten und fernen Westen wirken sich auf die wirtschaftliche Großwetterlage aus. Und sind verantwortlich dafür, dass sich die Stimmung langsam verdüstert. Das vierteljährlich vom Linzer Meinungsforschungsinstitut Spectra erhobene Wirtschaftsbarometer zeigt denn inzwischen auch einen bewölkten Himmel, der strahlende Sonnenschein der vergangenen Quartale ist passé.

Verhaltene Stimmung

Wirklich schlecht ist die Stimmung deswegen aber nicht, wie Spectra-Geschäftsführer Peter Bruckmüller in der Analyse der von den VN und den anderen Bundesländerzeitungen beauftragten Umfrage feststellt. „Ein zwar langsamer, aber doch stetiger Trend zu einer etwas verhalteneren Einschätzung wird beim Wirtschaftoptimismus sichtbar.“ Die Zahl der Optimisten hat österreichweit in den letzten vier Quartalen von 36 auf 26 Prozent abgenommen. Nach wie vor überwiegen aber die Optimisten. „Damit ist diese Phase einer äußerst positiven Sicht der Wirtschaftsentwicklung prolongiert. Wir haben mittlerweile das achte Quartal mit dieser erfreulichen Grundstimmung hinter uns“, macht Bruckmüller gute Laune.

Tendenziell sind aber die Vorarlberger immer etwas weniger euphorisch als die Landsleute hinter dem Arlberg. Während 35 Prozent der Kärntner von einem weiteren Aufschwung ausgehen, sind die Vorarlberg mit nur 13 Prozent das Schlusslicht bei dieser Frage. 39 Prozent der Vorarlberger glauben, dass es abwärts geht. Damit ist Vorarlberg mit weitem Abstand am vorsichtigsten. Österreichweit glauben das nur 16 Prozent. Diese Grundskepsis, was die wirtschaftliche Entwicklung anbetrifft, setzt sich logischerweise auch in der Einschätzung des Arbeitsmarktes fort. Die Arbeitslosigkeit befindet sich auch in Vorarlberg auf einem Rekordtief. Das ist wohl auch der Grund, weshalb 53 der in Vorarlberg von Spectra befragten Personen damit rechnen, dass die Arbeitlosigkeit zunimmt. Im Bundesschnitt glauben das nur 22 Prozent der Österreicher. Am wenigsten Angst vor zunehmender Arbeitslosigkeit haben die Salzburger (10 Prozent).

„Das private Konsumklima ist eine Konstante, die den Konjunkturmotor am Laufen hält.“

Peter Bruckmüller, Geschäftsführer Spetra Marktforschung

Auf den privaten Konsum hat die Stimmung bislang nicht geschlagen. Es gibt weiterhin wenig Veränderung. Seit eineinhalb Jahren zeigt sich die Bereitschaft der Österreicher, Geld in den Konsum zu stecken, auf sehr hohem Niveau. Zur Zeit stehen nur 38 Prozent der österreichischen Bevölkerung auf der Konsumbremse, der Rest entscheidet von Anlassfall zu Anlassfall über die eigene Konsumbereitschaft, 25 Prozent sind deklarierte Treiber des Konsummotors. In Vorarlberg sagen 73 Prozent, dass sie von Fall zu Fall, also von Anschaffung zu Anschaffung entscheiden, ob sie Geld ausgeben. Auf die Sparbremse steigen 15 Prozent der Vorarlberger.