Fühlen, riechen, surfen

09.08.2019 • 20:14 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Reiseplanung via Smartphone wird von Vorarlbergs Tourismusunternehmen noch zu wenig wahrgenommen und genutzt.  VN/paulitsch
Reiseplanung via Smartphone wird von Vorarlbergs Tourismusunternehmen noch zu wenig wahrgenommen und genutzt.  VN/paulitsch

Vorarlberger Gastronomie und Hotellerie sollen digitale Fähigkeiten optimieren.

Dornbirn „Tourismus ist eine völlig analoge Branche. Es geht bei uns um das Fühlen, Riechen, Schmecken“, erklärt Harald Furtner, Geschäftsführer der Sparte Tourismus in der Wirtschaftskammer Vorarlberg. Nichtsdestotrotz war die Branche ganz vorne dabei, als sich die Welt digitalisierte. Nicht unbedingt aus eigenem Antrieb, aber die potenziellen Gäste erkannten schnell die Möglichkeit, sich über die Leistungen und Vorzüge von Hotels oder über die Qualität von Küche und Keller zu informieren. Bald war es notwendig, wenigstens rudimentär online präsent zu sein, will heißen, dass man wenigstens über einen Google Business Account verfügt, dass wenigstens das Lokal und Hotel in der Suchmaschine erscheinen, wenn die Kundschaft in Destinationen stöbert.

1400 Betriebe gecheckt

Doch mit einer Homepage ist es nicht getan. Der digitale Auftritt braucht Betreuung. „Das wird eine permanente Baustelle bleiben“, prophezeit Stephan Hagen (Hagen Management) der zusammen mit der Sparte Tourismus den „Traction Digital Check“ durchgeführt hat und das Projekt „Traction“, das von Elisa Moosbrugger jetzt und in Zukunft betreut wird, mit auf den Weg gebracht hat. Basis des weiteren Tuns ist dieser Traction Digital Check.

1400 Vorarlberger Tourismusbetriebe wurden diesem Check in einem ersten Schritt unterzogen. Dabei wurden ihre öffentlich zugänglichen Digitaldaten, konkret die Google Business Einträge, Webseiten sowie die allfälligen Facebook- und Instagram Präsenzen, vollautomatisch untersucht und bewertet. 

Die aktuellen Ergebnisse seien erfreulich, denn viele Unternehmen haben, so Hagen bei der Präsentation der Ergebnisse, die Relevanz einer digitalen Vermarktung erkannt. Die verschiedenen Tourismusdestinationen weisen jedoch regionale Unterschiede auf, die auf die jeweiligen Branchenstrukturen zurückzuführen sind. Die niederigste Hürde, nämlich einen eigenen Google Business Account einzurichten, haben 95 Prozent der Hotel- und Beherbergungsbetriebe und 91 Prozent der Gastronomiebetriebe geschafft. „Dies ist ein guter Wert, denn damit scheint das Bewusstsein für die Bedeutung in der Breite angekommen zu sein“, betont Hagen und gibt einen Tipp, wie es weitergehen sollte: „Betriebe sollten darauf achten, dass die Inhalte aktuell sind, aussagekräftige Bilder vorhanden sind und die Speisekarte abrufbar ist. Denn fehlt der Google Business-Eintrag, ist der Betrieb für den potenziellen Gast online unsichtbar“, ergänzt Furtner.

Was überhaupt zu wenig beachtet werde, sind soziale Medien wie Facebook (geht noch halbwegs) und Instagram, das momentan noch sehr wenig bespielt, aber von den Konsumenten immer mehr benutzt wird. Die Analyse für die Betriebe können diese anfordern im Traction-Büro, das ab Oktober in der Postgarage situiert ist. Auch gecoacht werden die Kammer-Mitglieder, bei der Umsetzung sollten die Betriebe dann aber auf Vorarlberger Spezialisten zurückgreifen, erklärt Moosbrugger. Die Analyse, für die die Vorarlberger mit Tourismus Services Ostschweiz (TSO) einen neutralen Fagenkatalog entwickelt haben, soll ein ständiges Werkzeug für die Unternehmen wie für die Destinationen sein, um sich zu verbessern. VN-sca

„Digitale Präsenz braucht ständige Betreuung, das bleibt eine permanente Baustelle.“

Traction Digital Check

22 Prozent der Gastronomiebetriebe haben keine eigene Homepage, aber
91 Prozent verfügen über einen Google-Business Account

 

68 Prozent der 1400 gecheckten Hotelleriebetriebe sind auf Facebook aktiv, aber nur 23 Prozent nutzen Instagram

 

54 DPI haben die Hotelleriebetriebe im Land. Der Digital Performance Index gibt Hinweise auf die digitale Leistungsfähigkeit der Betriebe.