Der Mutmacher

Markt / 05.11.2019 • 18:38 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Wolfgang Frick fordert emotionale Erlebnisse für die Kunden. Fa
Wolfgang Frick fordert emotionale Erlebnisse für die Kunden. Fa

Handelsexperte Wolfgang Frick gibt Offlinehandel Erfolgstipps.

Schwarzach Der studierte Betriebswirt und Kommunikationswissenschafter Wolfgang Frick weiß wovon er schreibt. Der Frastanzer ist seit Jahrzehnten im Einzelhandel aktiv, ist seit zwölf Jahren als Marketing- und Sortimentsverantwortlicher für Spar Schweiz tätig, seit fünf Jahren in der Vorstandsetage des Konzerns, der seine Zentrale in Gossau (SG) hat. Er hat also genügend praktische Erfahrung, die ihn auch als Autor sattelfest und authentisch macht.

Praktischer Nutzen

„Online ist schlagbar“, ist die Botschaft, die auf dem im renommierten Frankfurter Allgemeine Buch-Verlag verlegten gelben Buch, dessen bereits zweite Auflage vor Kurzem auf der Frankfurter Buchmesse präsentiert wurde, prangt. Er verspricht nicht zu viel, denn Frick weiß als erfahrener Autor, was den Lesern wirklich Mehrwert verschafft: praktische Beispiele nämlich, wie sich der Offlinehandel profilieren und wie er Kunden halten bzw. neue gewinnen kann.

Was das Buch nicht ist: Es ist keine Abrechnung mit dem Onlinehandel, denn der ist nun mal Realität. Es gelte, so Frick im Gespräch mit den VN, Synergien herauszuarbeiten, das Internet als stationärer Händler selbst zu nutzen und sich der Stärken des traditionellen Handels bewusst zu werden. „Die Händler müssen sich ihrer eigenen Stärke, ihres Alleinstellungsmerkmals bewusst werden.“ Sie müssen aber auch aktiv werden. Wie das Kaninchen auf die Schlange zu starren, ist definitiv die falsche Reaktion auf die Umbrüche, die die Branche gerade neu ordnen.

Natürlich könne man mit einem Angebot punkten, das es so sonst nirgends gibt. Vor allem aber mit Service: Persönliche Beratung gibt es online nicht, stellt der Handelsmanager fest. „Das Shopping ist auf einen 17-Zoll-Bildschirm beschränkt“, man könne das Produkt nicht angreifen, schmecken, riechen oder fühlen, außerdem fehle die Information, die ein guter Verkäufer mitliefere. Stichwort Verkäufer: Der Handel müsse die Naturtalente finden und aufbauen, was leichter gesagt als getan ist. Denn um engagierte junge Menschen bemühen sich alle Branchen. Auch die Öffnungszeiten können nicht mehr Tabu bleiben, denn um Kunden ins Geschäft zu bringen, muss man sich an deren Anforderungen orientieren.

Nachhaltig und vor Ort

In der zweiten Auflage des Sachbuches hat sich Frick auch des Themas Nachhaltigkeit angenommen. Dabei punktet der stationäre Handel ordentlich. Allein die Zahl von 280.000 Retouren macht klar, dass die Klimabilanz leidet. Und wenn ein Geschäft vor Ort zusperren muss, dann leidet die Region. Keine Steuern, keine Arbeitsplätze und keine Beratung. VN-sca

Wolfgang Frick: Online ist schlagbar, Erschienen bei FAZ Buch; 2. Auflage. Erhältlich bei „Das Buch“ im Messepark Dornbirn.