Heimatlimo statt globaler Brause

Markt / 14.01.2020 • 22:18 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Mohren und Frastanzer werden schon bald am Vorarlberger Softdrinkmarkt mitmischen. Ab zweitem Quartal wird abgefüllt. GEpA
Mohren und Frastanzer werden schon bald am Vorarlberger Softdrinkmarkt mitmischen. Ab zweitem Quartal wird abgefüllt. GEpA

Vorarlberger Brauereien produzieren regionale Limonade. Premiere im Frühling.

Dornbirn, Frastanz Der Limonademarkt in Vorarlberg war früher weit bunter als er es heute ist. Hollenstein Limonade, Chabeso, Eisperle hießen beliebte Sprudelwasser. Große Marken wie Coca Cola (international) oder Almdudler wurden in Lizenz abgefüllt. Die Vielfalt wurde zunehmend zur Einfalt. Große Konzerne enterten das Geschäft mit dem Zuckerwasser, in Vorarlberg konnten sich dennoch Marken wie Arlberg Limonade, Alfi sowie Diezano (Fohrenburger) oder Egger Limonade (Egger Bier) behaupten.

Den Trend zur Regionalität will nun eine Kooperation von zwei Brauereien für sich nutzen. Mohrenbrauerei und Brauerei Frastanzer machen bei der Herstellung und dem Vertrieb von alkoholfreien Getränken bzw. von Limonade zukünftig gemeinsame Sache, bestätigt Thomas Pachole, Geschäftsführer der Mohrenbrauerei. Die beiden Unternehmen haben kürzlich die „Vo üs“-Vorarlberger Limo Werk GmbH mit Sitz in Dornbirn gegründet. Die  Gesellschaft befindet sich zu gleichen Teilen im Eigentum der Mohren Immo KG und der Brauerei Frastanz eGen. Geschäftsführer sind Thomas Pachole und Frastanzer-Chef Kurt Michelini.

„Der Limonadenmarkt wird immer mehr von internationalen Großkonzernen dominiert. Deshalb haben wir uns dazu entschieden, gemeinsam einen regionalen Weg zu gehen, um dieser Entwicklung entgegenzutreten“, so Pachole. Die Limonade soll ausschließlich in Vorarlberg hergestellt werden. Aktuell führe man jedoch auch Gespräche mit anderen Partnern in Vorarlberg, welche man bei der Herstellung ins Boot holen könnte.

Zum Start der Sommersaison 2020 soll die neue Limonade eingeführt werden. „Es wird ein entsprechend großes Sortiment dieser Limonade geben, um alle Bedürfnisse abdecken zu können“, sagte Pachole. Der Vertrieb erfolge überall dort, wo die Mohren und die Frastanzer ihr Bier schon jetzt hinliefern. Die Markteinführung der eigenen Softdrinks wird, so ist zu vermuten, auch zu einer Anpassung im Lieferprogramm der Brauer führen, die derzeit oft die Limonaden der künftigen Konkurrenz ausliefern.

Einen direkten Zusammenhang mit der Mehrheitsübernahme der Brauerei Fohrenburg durch die Heineken-Tochter Brau Union gebe es bei dem Thema nicht. Denn die Vorbereitungen und Planungen für die Vorarlberg-Limonade laufen schon länger.