Aus für Viessmann-Holzfeueranlagen

Deutscher Heiztechnikkonzern zieht sich aus Biomassegeschäft zurück. 60 Mitarbeiter müssen gehen.
Hard Der Verkauf von großen Biomasseholzfeuerungsanlagen war schon längere Zeit kein Honigschlecken. Davon kann auch die zum deutschen Viessmann-Konzern gehörende Viessmann Holzfeuerungsanlagen GmbH in Hard (ehemals Firma Mawera) ein Lied singen. Jetzt hat sich die Situation in der Branche bedingt durch die Maßnahmen zur Bekämpfung von Covid19 innert kurzer Zeit aber so zugespitzt, dass bei Viessmann eine strategische Entscheidung getroffen wurde.
Aus für Produktion
So wird sich die deutsche Unternehmensgruppe künftig aus dem Neuanlagengeschäft mit großen Biomasseheizanlagen, die Viessmann bislang unter dem Namen ‚Vitoflex‘ verkauft hat, zur Gänze zurückziehen. Mit unmittelbaren Auswirkungen auf den Standort in Hard, wo man sich genau auf dieses Segment konzentriert hat. Peter Mender, Geschäftsführer der Viessmann Holzfeuerungsanlagen GmbH: „Das Marktumfeld bei großen Biomasseanlagen war schon bisher herausfordernd. Aber jetzt führt die Coronakrise zu vielen Investitionsverschiebungen und einer generellen Marktzurückhaltung. Und das wird sich auch in ein paar Monaten kaum ändern.“
Aus diesem Grund werde sich Viessmann am Standort Hard zukünftig auf die Bereiche Service und Wartung der bestehenden Großanlagen konzentrieren. Dabei sei von Vorteil, dass es gelungen sei, das Servicegeschäft in Hard in den vergangenen dreieinhalb Jahren beinahe zu verdoppeln. „Das ist die Basis dafür, dass Viessmann den Standort Hard halten wird“, so Mender. In Hard verbleiben zukünftig neben dem Service- und Wartungsbereich auch Teile der Produktions- und Konstruktionstätigkeiten, die man im Servicebereich benötige.
Sozialverträgliche Lösung
Von dieser Neuausrichtung ist die Belegschaft zur Unzeit betroffen. Sie wurde am Donnerstag im Rahmen einer Betriebsversammlung informiert. Nach Angaben von Mender müsse sich das Unternehmen von rund 60 Mitarbeitern trennen, die in den aufzulassenden Bereichen tätig sind. „Es handelt sich dabei um qualifizierte Mitarbeiter, für die wir eine sozialverträgliche Lösung suchen.“ Bis zum Spätsommer 2020 werde man noch bestehende Aufträge für Neuanlagen abarbeiten, danach erfolge die Reduzierung des Personalstandes. Auf der anderen Seite bleiben in Hard rund 80 Arbeitsplätze in den genannten Bereichen erhalten.
Die Schließung des Viessmann-Standortes in Wolfurt (ehemals Köb) sei bereits abgeschlossen. Ein Teil der Mitarbeiter übersiedelte nach Hard.
„Das Servicegeschäft ist die Basis dafür, dass Viessmann den Standort Hard halten wird.“