„Wann können wir wieder reisen?“

Markt / 13.04.2021 • 22:17 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Reisebusunternehmerin Elke Bereuter-Hehle will wieder fahren. vlk
Reisebusunternehmerin Elke Bereuter-Hehle will wieder fahren. vlk

Reisebusse stehen seit Monaten. Branche hofft auf baldigen Start.

Lochau Blickt man auf die Homepage der Reisebusunternehmen im Land, bekommt man regelrecht Reiselust. Im Mai könnte man in den Bus einsteigen und nach Elba, an den Lago Maggiore oder den Gardasee reisen. Wenn es denn möglich ist.

Diese Unsicherheit, wann endlich wieder gefahren werden kann, treibt die Branche schon seit Monaten um. „Die große Frage ist: Wann können wir wieder reisen? Die Situation ist sehr frustrierend. Die Hoffnung liegt auf Mai, aber das hängt auch von der Öffnung der Hotellerie ab. Zudem brauchen wir eine gewisse Vorlaufzeit“, sagt Elke Bereuter-Hehle, Geschäftsführerin von Hehle Reisen in Lochau und Sprecherin der Reisebusunternehmen in Vorarlberg. Momentan sei man zum Nichtstun verdammt. Dabei wolle man nicht mehr, als dass die Reisebusse wieder auf Tour gehen können.

Letzte Reise

Ihre letzte Busreise endete am 31. Oktober. Seit 1. November sind die Busse abgestellt. Dabei habe der Sommer noch recht gut begonnen. „Im Juni, Juli, August und September ist das Geschäft gut angelaufen. Ab Mitte September mehrte sich dann die Unsicherheit und ab Oktober ist der Markt wieder zusammengebrochen“, berichtet die Reisebusunternehmerin.

Ihre Hoffnung, dass die Busse im Land bald wieder fahren können, teilt sie auch mit vielen Kunden. „Die Leute sind ausgehungert. Sie wollen reisen. Von unserer Hauptzielgruppe, der 50- bis 100-Jährigen, sind bereits sehr viele geimpft. Eine Busreise bedeutet Gesellschaft. Es geht um Kommunikation mit Gleichgesinnten, um gemeinsames Genießen. Alles Dinge, die nun fehlen.“ Zudem gehe es auch um eine Perspektive für die Busfahrer, bevor diese in eine andere Branche wechseln.

Das Angebot wäre jedenfalls vorhanden. Viele italienische Ziele stehen im Kalender der heimischen Betriebe, aber auch ein großes Angebot an Österreich-Reisen. Aber natürlich müsse man – je nach Lage – flexibel sein, sagt Hehle.

Angst, dass man mit einer Buchung „gefangen“ ist, müsse niemand haben. „Wir Reisebusbetriebe sind als Ansprechpartner vor Ort. Man kann stornieren oder umbuchen.“ Zudem seien die Busse absolut sichere Orte. „Jeder Betrieb hat ein umfangreiches Hygienekonzept“.

Warten und hoffen

Die Branchensprecherin ist trotz aller Unwägbarkeiten optimistisch. „Ich bin guter Dinge und hoffe, dass wir zumindest 30 bis 50 Prozent des Umsatzes schaffen. Denn die staatlichen Hilfen fallen heuer leider nicht in dem Umfang aus wie 2020.“ Notwendig ist nun aber Planungssicherheit. „Hier geht es allen Kollegen gleich. Wir warten und hoffen.“ VN-reh

Im vergangenen Jahr mussten viele Reisen abgesagt werden. Heuer hoffen die Betriebe auf Planungssicherheit. hehle
Im vergangenen Jahr mussten viele Reisen abgesagt werden. Heuer hoffen die Betriebe auf Planungssicherheit. hehle