Aus den Lockdowns gelernt

Markt / 03.01.2022 • 22:12 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Die Unternehmen können mit den Lockdowns inzwischen umgehen. Allerdings trifft es die Branchen ganz unterschiedlich. APA
Die Unternehmen können mit den Lockdowns inzwischen umgehen. Allerdings trifft es die Branchen ganz unterschiedlich. APA

Fünfter Lockdown könnte über 700 Millionen Euro pro Woche kosten.

Wien Der erste Lockdown hat die österreichische Wirtschaft laut Daten der Nationalbank (OeNB) noch rund 1,8 Mrd. Euro pro Woche gekostet. Im zweiten Lockdown war es mit 860 Mill. Euro pro Woche nur noch rund die Hälfte, im dritten und vierten beliefen sich die Verluste in der Wirtschaftsleistung pro Woche dann auf 840 Mill. bzw. 750 Mill. Euro.

Ein Grund für die abnehmenden Kosten sei, dass die Unternehmen von früheren Shutdowns gelernt hätten. „Die Unternehmen und Menschen haben gelernt, sich an das Virus anzupassen“, so Agenda-Austria-Ökonom Hanno Lorenz. Der Lerneffekt liege vor allem darin, dass die Firmen nun besser mit Maßnahmen wie Kurzarbeit und Homeoffice umzugehen wüsste, sagt Lorenz. Gleichzeitig gehe der private Konsum nicht mehr so stark zurück wie bei früheren Lockdowns.

Wie sich ein Massen-Ausfall von Arbeitskräften wegen der stark ansteckenden Omikronvariante auf die Wirtschaft auswirken würde, sei indessen schwer zu prognostizieren und nicht in der Berechnung enthalten. Zu Problemen würde es laut Lorenz vor allem kommen, wenn essenzielle Bereiche wie die Gesundheitsversorgung wegen zu vielen Krankenständen nicht mehr aufrechterhalten werden könnten. In einigen Ländern in Europa werden aus Sorge um die rasante Ausbreitung von Omikron die Coronaregeln neu angepasst. „Da, wo die Personaldecke dünn ist, würde es schon helfen, wenn die Quarantänevorschriften gelockert werden“, sagt Lorenz. Allerdings sei auch zu bedenken, dass die Vorschriften keineswegs sinnfrei sind und ein zu lockerer Umgang eine Welle eventuell verstärken könnte.

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