„Europa kann da locker mithalten“

Markt / 15.04.2022 • 20:59 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
„Europa kann da locker mithalten“
“Es hat uns wirklich viel gebracht”, so ihr Resümee nach drei Monaten.

Isabella Salzmann und Lukas Böhler über Spirit des Silicon Valley.

Schwarzach “Es hat uns wirklich viel gebracht, neue Freundschaften, viele Kontakte, extrem viel Input und Hilfe, um unser Start-up noch schneller wachsen zu lassen“, so lautet das Resümee, das Lukas Böhler nach drei Monaten im Silicon Valley zieht.

Der Geschäftsführer des Dornbirner Start-up Unternehmens Gleap nahm zusammen mit Projektmanagerin Isabella Salzmann an der Initiative „Go Silicon Valley“ teil. Das Programm der Wirtschaftskammer und des Wirtschaftsministeriums ermöglicht es jungen Unternehmern, ein Quartal in den USA zu verbringen, um sich dort mit Partnern, potenziellen Kunden und Investoren zu vernetzen.

Nun neigt sich die Zeit langsam dem Ende zu. Am 24. April geht es wieder zurück in die Heimat. „So spannend wie es hier ist, freuen wir uns trotzdem, bald wieder im Ländle zu sein. Die Lebensqualität abseits der Arbeit ist dort einfach höher“, sagt Böhler.

Intensive Zeit

Rentiert hat sich der Aufenthalt aber auf jeden Fall. „Gestartet hat es mit einem sechswöchigen Bootcamp, das sehr auf Markteintritt und Fundraising in den USA fokussiert war“, berichtet der Unternehmer über eine intensive Zeit. „Wir hatten jeden Tag Vorträge von lokalen Unternehmern, Mentoring-Stunden und Networking-Veranstaltungen.“

Zudem hatten Salzmann und Böhler auch die Möglichkeit, Kontakte mit Mitarbeitenden aus Unternehmen wie Slack, Instacart, Amplitude oder Twitter zu knüpfen. „Das funktioniert hier super. Die Leute sind extrem offen und nehmen sich auch die Zeit, sich zu vernetzen“, so Böhler.

Auch die Rückmeldungen zu ihrem Start-up Gleap, das ein Feedback-Tool entwickelt hat, das automatisch detaillierte Reports an Entwickler sendet, stimmen Böhler sehr positiv. „Das Feedback war wirklich extrem gut, was uns natürlich nochmals mehr bestärkt, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Zudem konnten wir dadurch auch neue Kunden akquirieren.“

Nicht unter Wert verkaufen

Was sie aus der Zeit außerdem mitgenommen haben? „Wir dürfen uns als Europäer nicht immer unter dem eigenen Wert verkaufen. Das Silicon Valley ist cool und innovativ, aber wir können da in Europa locker mithalten. Sie kochen im Silicon Valley auch nur mit Wasser“, ist der Unternehmer überzeugt. Oftmals sei der Unterschied eher der, dass man sich im Valley viel früher viel besser verkaufe. „Mit einem Produkt, das oftmals noch nicht einmal funktioniert, wird behauptet, dass man die Welt verändert. In Europa ist das eher umgekehrt. Wir entwickeln zuerst jahrelang ein perfektes Produkt, bevor wir uns trauen, es zu bewerben. Ich glaube, da könnte man durchaus viel selbstbewusster auftreten. Wenn wir uns das Verkaufen hier etwas abschauen und dann mit der europäischen Qualität und Stabilität kombinieren, haben wir wirklich großes Potenzial in Europa.“

25 Prozent Wachstum

Gleap verwenden derzeit rund 450 Teams weltweit, wovon ca. 25 Prozent zahlende Kunden sind. „Wir wachsen derzeit mit etwa 25 Prozent jeden Monat, obwohl wir fast kein Geld in Marketing stecken. Das wollen wir jetzt aber ändern, um noch schneller zu wachsen“, sagt Böhler. Deshalb sei man gerade auf der Suche nach einem Marketing-Team. Vn-reh

Unternehmer Lukas Böhler (Gleap) und Projektmanagerin Isabella Salzmann waren drei Monate lang im Silicon Valley. gleap
Unternehmer Lukas Böhler (Gleap) und Projektmanagerin Isabella Salzmann waren drei Monate lang im Silicon Valley. gleap

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