“Wir glauben an Bregenz”

Markt / 25.01.2023 • 22:08 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Mitarbeiter in Bregenz „garantieren Qualität und Innovation“. Fa
Mitarbeiter in Bregenz „garantieren Qualität und Innovation“. Fa

Wolford Management gibt Standortbekenntnis: „Machen Wolford wieder groß“.

Bregenz Diese Woche hatte es für das Management des Bregenzer Textilunternehmens Wolford in sich. CCO (Chief Customer Officer) Silvia Azzali und COO (Chief Operating Officer) Paul Kotrba mussten erklären, warum zehn Prozent der Mitarbeiter abgebaut werden und weshalb ein Quartierwechsel auf Schiene ist und wie es überhaupt weitergeht. Dass die Verunsicherung unter den Mitarbeitenden groß sei, sei nach den letzten Jahren mit der Unruhe im Betrieb nachvollziehbar. Der Mitarbeiterabbau sei Teil, der bereits im letzten Jahr im Haus kommunizierten Restrukturierung, doch es seien nicht zehn Prozent der derzeit weltweit 1290 Mitarbeiter, sondern etwas weniger, betonte Kotrba im Gespräch mit den VN. In Bregenz arbeiten derzeit 320 Personen, in den österreichischen Wolford-Stores weitere 65 Personen.

Restrukturierung läuft

Der Abbau beziehe auch Pensionierungen und Nichtnachbesetzungen mit ein und beziehe sich auf alle Bereiche – also auch Personal in den Boutiquen und in der Verwaltung, informieren Azzali und Kotrba, wo wieviele Arbeitsplätze abgebaut werden, sei jetzt Thema in den Gesprächen mit den verschiedenen Bereichen. „Wir hoffen, dass wir unsere Restrukturierung heuer abschließen können, das wir 2023 den Break-Even erreichen“, betont das Führungsduo und verweist darauf, dass schon im vergangenen Jahr die Umsätze kräftig gestiegen sind. Nicht nur ein Wermutstropfen ist allerdings, dass sich das im Betriebsergebnis als Verlust in Millionenhöhe niedergeschlagen hat.

Es gelte nach wie vor an allen Stellschrauben zu drehen, um im operativen Bereich wieder in positive Bereiche vorzustoßen, sagt Kotrba, die Voraussetzungen seien gut. Man müsse bei Wolford dort was ändern, wo es möglich sei – bei den Kosten für Energie, die Inflation und beim Material sei das nicht möglich. „Unsere neue Kollektion kommt sehr gut an“, berichtet Azzali, die in diesem Zusammenhang von „phänomenalem Zuspruch“ erzählt. Mit einem großem Event werde man Ende Februar in Mailand die neue Kollektion präsentieren. Investiert wird beim Design. Mit dem Japaner Nao Takekoshi habe man einen internationalen Star in Sachen Fashion als „Head of Design“ gewinnen können. Sein Gestaltungszugang passe sehr gut zu Wolford, außerdem wisse er, da viele der Maschinen bei Wolford aus Japan kommen, was man mit diesen machen könne.

Was man damit machen kann, das wissen, so Azzali und Kotrba auch die Mitarbeitenden in Bregenz. Sie seien Herz und Seele des Unternehmens, sie seien es, die für die weltweit bekannte Qualität und die Innovation sorgen, die für Wolford stehe. „Wir machen Wolford wieder groß“, verspricht Azzali. Bregenz – oder: in Zukunft Vorarlberg – bleibe Hauptquartier des Unternehmens. Dass man jetzt auf Quartiersuche sei, habe man im Spätherbst erfahren, als man noch Hoffnung gehabt habe, sich mit dem neuen Gebäudeeigentümer auf eine längere Miete zu einigen. Inzwischen habe man bereits vielsversprechende Angebote, „ein Dutzend Gespräche wurden bereits von der Wisto angebahnt“.

„Wir werden nicht in China produzieren, wir machen keine Privat-Labels und wir transformieren die Marke nicht“, verspricht Azzali und hofft, dass Ruhe einkehre, denn auch der Hauptaktionär Fosun habe mit dem Börsengang der Fashion-Sparte an der New Yorker Börse ein Bekenntnis zu den Marken der Gruppe abgegeben. VN-sca

„Wir planen keine Produktion in China und keine Transformation der Marke.“

Silvia Azzali und Paul Kotrba führen den Vorarlberger Skinwear-Hersteller und rechnen mit Break-Even in diesem Jahr. VN-sca
Silvia Azzali und Paul Kotrba führen den Vorarlberger Skinwear-Hersteller und rechnen mit Break-Even in diesem Jahr. VN-sca
Der Japaner Nao Takekoshi ist der neue
Der Japaner Nao Takekoshi ist der neue “Head of Design” bei Wolford. FA

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