Weshalb “konservativ” bei Banken ein Qualitätsmerkmal ist

Im Hauptquartier der Bank für Tirol und Vorarlberg setzt man auf Sicherheit und Stabilität angesichts der aktuellen Lage. FA
Bank für Tirol und Vorarlberg AG (BTV) erzielt 2022 deutliche Gewinnsteigerung.
Innsbruck Man wolle wieder zum Ursprung der Bank zurück, ganz konservativ die Vermögen der Kunden verwalten, sagte der Verwaltungsratspräsident der Credit Suisse wenige Tage bevor seine Bank unterging und nur durch staatliche Maßnahmen nicht die gesamte Finanzwirtschaft mit in den Abgrund riss. “Konservativ”, so der Vorstandschef der Bank für Tirol und Vorarlberg, Gerhard Burtscher, anlässlich der Veröffentlichung der Bilanz 2022, “ist bei der BTV seit 117 Jahren die Geschäftsphilosophie”.

Die konservative, vorausschauende und langfristige Geschäftsphilosophie komme der BTV aktuell besonders zugute, so Burtscher. Man hätte zuweilen durchaus mehr verdienen können mit waghalsigen Geschäften, doch was am Schluss zählt, sei ein solides Ergebnis und das Vertrauen der Kunden. “Aufgrund ihrer eigenständigen und regional verwurzelten Struktur kann unsere Bank auch in einem Umfeld mit erhöhtem Stress in der Finanzbranche unabhängiger vom Kapitalmarkt agieren als Mitbewerber.”

Das Vertrauen spiegle sich in der Bilanz, konkret in den Kundeneinlagen: Diese erhöhten sich um 349 Millionen Euro auf 9,743 Mrd. Euro. So verlässlich wie man mit dem Geld umgehe, so verlässlich sei man Partner in der Region: “Es sind die tollen Unternehmer, welchen wir den hohen Wohlstand in Tirol, Vorarlberg, Südtirol, Süddeutschland und der Schweiz zu verdanken haben”, so der Vorstandsvorsitzende. Expansionspläne gebe es nicht, in der Schweiz und Deutschland sehe er aber noch große Möglichkeiten. In Vorarlberg werden derzeit die Filialen Bregenz Vorkloster und Wolfurt umgebaut.
Damit auch die Aktionärinnen und Aktionäre an dieser erfreulichen wirtschaftlichen Entwicklung angemessen teilhaben können, wird der BTV Vorstand der Hauptversammlung eine Erhöhung der Dividende auf 0,33 Euro pro Aktie für das Geschäftsjahr 2022 vorschlagen (nach 0,30 Euro für das Jahr 2021).
Auszeichnungen
2022 wurde das BTV Asset Management vom Ratinginstitut „firstfive“ zum 13. Mal in Folge für herausragende Ergebnisse in der Vermögensverwaltung ausgezeichnet. In den Kategorien „Top-Renditen“ und „Sharpe-Ratio“ erzielte es in der Risikoklasse „moderat dynamisch“ jeweils über die Zeiträume von 12, 24 und 36 Monaten die Höchstnote von fünf Sternen.
Darüber hinaus erhielt die BTV vom Magazin trend bereits zum fünften Mal in Folge das Top-Arbeitgeber-Siegel. „Die Auszeichnung unterstreicht unsere Bemühungen, ein attraktiver und sicherer Arbeitgeber zu sein“, sagt Gerhard Burtscher.
Die Bank für Tirol und Vorarlberg Aktiengesellschaft (BTV) ist ein Finanzdienstleister für exportorientierte, eigentümergeführte Unternehmen und Anleger mit Präsenz in Tirol, Vorarlberg, Wien, Bayern, Baden-Württemberg und der deutschsprachigen Schweiz. Kunden aus Norditalien werden von Österreich aus betreut. 1904 gegründet, entwickelte sich die BTV von einer regionalen Bank zu einem grenzüberschreitenden Unternehmen im attraktivsten Wirtschaftsraum Europas.
BTV Bilanz 2022
Eigenkapital 2,074 Milliarden Euro (+10,3 %)
Finanzierungen an Kunden
8,452 Milliarden Euro (+371 Mill.)
Kundeneinlagen 9, 743 Milliarden Euro (+349 Mill.)
Bilanzsumme 14, 098 Milliarden Euro (-1,2 Prozent)
Risikovorsorgen im Kreditgeschäft -47,3 Millionen Euro (Vorjahr: -900.000 Euro)
Konzernjahresabschluss 104,4 Millionen Euro (-+ 11,9 Mill. Euro)