So weit kommt der edle Teilzeitstromer von Mercedes

Mit dem GLC als Plug-in-Hybrid sind auch Alltagsstrecken gut machbar.
Schwarzach Mercedes macht bei der Elektrifizierung seiner Modellreihen keine halben Sachen. So gibt es bei der Neuauflage des GLC ausschließlich Hybridantriebe. In drei Fällen, zwei Benziner und ein Diesel, kommt Plug-in-Technologie zum Einsatz. Die Schwaben setzen dabei auf einen mächtigen Akku für reichlich elektrische Reichweite, die praktisch sämtliche Alltagsbedürfnisse abdeckt.

Schon optisch steht da ein prächtiges Auto. Der GLC macht mit seinen 4,83 Metern Länge ordentlich was her. Wir beschäftigen uns mit dem 300 e 4Matic, also dem kleinen Plug-in-Hybrid mit Allradantrieb. Die Kraft der zwei Herzen schöpft das schicke SUV aus einem 2-Liter-Benzinmotor mit 204 PS Leistung sowie einer Permanenten 100-kW-Synchronmaschine (136 PS). Das E-Aggregat steuert reichlich Power bei, wie die 313 PS Systemleistung untermauern. Beide Motoren zusammen sorgen mit 440 Nm Drehmoment für kraftvollen Vortrieb.
Im Gegensatz zu vielen anderen Hybriden müssen die Motoren gar nicht zwingend gemeinsam arbeiten. Der E-Antrieb ist auch auf sich alleine gestellt, gut für den Alltagseinsatz gerüstet. Bis zu Geschwindigkeiten von 140 km/h surrt das SUV im Strommodus und schafft dank der 31,2 kWh Hochvoltbatterie beeindruckende 130 Kilometer im Normbetrieb. In der Praxis, wie der Test gezeigt hat, sind immerhin gut 100 Kilometer drin, womit fast alle Alltagsstrecken rein elektrisch bewältigt werden können.

Mit 2377 Kilogramm ist der GLC kein Leichtgewicht. Der kraftvolle Hybridantrieb lässt dennoch keine Behäbigkeit zu. Im Gegenteil: Mit einer Sprintzeit von 6,7 Sekunden und einer theoretischen Spitze von 218 km/h hinterlässt er einen sportlichen Fahreindruck. Untermauert wird das von der eher straffen und dennoch ausreichend komfortablen Abstimmung. Mercedes hat seinen Teilzeitstromern mit Luftfederung, automatischer Niveauregulierung und Hinterradlenkung reichlich Mitgift für gehobenes Vorankommen serienmäßig mitgegeben. Weil alle vier Räder lenken, ist der stattliche GLC ziemlich wendig. Sparsam ist er ohnedies. Laut Norm und je nach Ladezustand der Batterie sind es 0,6 Liter und 22,5 kWh je 100 Kilometer Verbrauch.

Ist der Akku einmal leer, kann der schicke Schwabe eine weitere Stärke ausspielen. Mit optionalem 60-kW-DC-Schnelllader ist der Energiespeicher in rund 30 Minuten wieder voll. Das können nur wenige Plug-in-Hybride.
Nachteile zum reinen Verbrenner gibt es allerdings auch. Der Kofferraum des ansonsten sehr geräumigen und stilvoll eingerichteten GLC ist mit 470 Litern Ladevolumen etwas kleiner ausgefallen. Bei der Suche nach Schwächen wird man im Übrigen bei den Touchslidern am Multifunktionslenkrad fündig. Die machen gelegentlich, was sie wollen. Abhilfe leisten dann allerdings „Hey Mercedes“ und die exzellente Sprachführung.
Mercedes-Benz GLC 300e 4matic
Motor/Antrieb Plug-in-Hybrid 2-Liter Benziner und E-Aggregat, 313 PS; 440 Nm; Automatik, Allradantrieb
Fahrleistung/Verbrauch 0 auf 100 in 6,7 Sek.; Spitze 218 km/h, 0,6 L u. 22,5 kWh Verbrauch
Preis ab 69.360 Euro; Testwagen: 89.103 Euro