Börsentipp: DAX-Rekorde trotz Rezession

Raiffeisen-Experte Jürgen Rupp über die Höchststände des deutschen Aktienindex.
Bregenz Deutschland steht womöglich vor dem dritten Rezessionsjahr in Folge. Dies würde die längste Phase wirtschaftlicher Stagnation seit dem Zweiten Weltkrieg bedeuten.
Und der deutsche Aktienindex DAX klettert munter von einem Höchststand zum nächsten und hat mittlerweile sogar die Marke von 24.000 Punkten übersprungen. Wie passt das eigentlich zusammen?
Bereits im Juni 2024 hat die Europäische Zentralbank mit einer ersten Leitzinssenkung um die geldpolitische Wende eingeläutet. Diesen Donnerstag erfolgte die bereits achte Zinssenkung in Folge auf einen aktuellen Einlagesatz von 2,00 Prozent.
Wenn sich die EZB zu einer Senkung des Leitzinses entscheidet, hat dies meist handfeste Gründe. Die Inflation hat das Ziel der EZB erreicht und in Zeiten wirtschaftlicher Verlangsamung sind Zinssenkungen ein Mittel zur Stimulierung des Wirtschaftswachstums. Niedrige Zinsen reduzieren die Finanzierungskosten der Unternehmen und der Verbraucher.
Zudem erzielen die DAX-Konzerne rund 80 Prozent ihres Umsatzes im Ausland und profitieren von der positiven globalen Konjunktur.
Die positive Gewinnentwicklung führt dazu, dass Deutschlands größte Börsenkonzerne Dividenden auf Rekordniveau an ihre Aktionäre ausschütten können. Mit 54 Milliarden Euro haben die 40 DAX-Konzerne in diesem Jahr so viel an ihre Aktionäre ausgeschüttet wie noch nie.
Mit einer hohen Abhängigkeit vieler DAX-Konzerne von der globalen Konjunktur und dem Zollwirrwarr durch Donald Trump gibt es aber sicherlich auch einige Unsicherheiten. Aber die Fiskalmaßnahmen der deutschen Bundesregierung in Höhe von 500 Mrd. werden jedenfalls für einen spürbaren Impuls sorgen. So dürften die angekündigten Maßnahmen die Entwicklung des realen deutschen BIP in den nächsten Jahren deutlich unterstützen.