Börsentipp: Gewinner des KI-Wettrüstens

Experte Jürgen Rupp (Raiffeisen) zu den Tech-Riesen, die in Künstliche Intelligenz investieren.
Bregenz Die Tech-Riesen Amazon, Alphabet, Microsoft und Meta wollen in diesem Jahr im Zuge ihres KI-Wettrüstens bis zu 725 Milliarden US-Dollar ausgeben. Das Geld soll vor allem in den Ausbau von Infrastruktur wie Rechenzentren fließen.
Die CEOs der Tech-Riesen betonten diese Woche in ihren Telefonkonferenzen mit Analysten, dass sie enorme Chancen für die Transformation ihres Geschäfts durch Künstliche Intelligenz sehen. Entsprechend groß ist auch die Furcht, zu wenig zu investieren und damit das Feld anderen zu überlassen. Mark Zuckerberg, Chef des Facebook-Konzerns Meta Platforms, erklärte dabei, er ziehe es vor, bei Rechenzentren lieber Überkapazitäten zu schaffen, statt am Ende zu wenig Ressourcen zu haben.
Rechenzentren benötigen rund um die Uhr enorme Strommengen sowie höchste Ausfallsicherheit. Damit haben Energieversorger, Netzbetreiber und Infrastrukturunternehmen eine Schlüsselrolle. Langfristige Lieferverträge und regulierte Geschäftsmodelle bieten planbare Erträge und hohe Visibilität, ein Vorteil in aktuell volatilen Märkten. Gleichzeitig zwingt der KI‑Boom Regierungen und Unternehmen zu massiven Investitionen in Stromnetze, Speicherlösungen und digitale Infrastruktur.
Besonders profitieren Energieversorger mit stabiler Erzeugung sowie Netzbetreiber. Der größte Engpass liegt weniger in der Stromproduktion als in den Netzen, die jahrelang unterinvestiert waren. Auch Bau‑ und Ausrüstungsunternehmen dürften zu den Gewinnern zählen. Rechenzentren erfordern spezialisierte Gebäude, Kühlung, Transformatoren und Notstromsysteme.
Der KI‑Boom wirkt weit über den Technologiesektor hinaus. Versorger‑ und Infrastrukturaktien entwickeln sich von defensiven Basisinvestments zu strategischen Profiteuren eines tiefgreifenden digitalen Umbruchs. So konnte der Digital Infrastructure Index in diesem Jahr bereits um über 30 Prozent zulegen.