Wie sich der “Exportweltmeister” trotz internationaler Krisen schlägt

Der Wirtschaftsstandort Vorarlberg steht durch die aktuellen Krisen und die schwächelnde Standortpolitik in Österreich unter Druck. Im ersten Halbjahr 2025 konnten die Exporte dennoch stabil gehalten werden.
Bregenz, Feldkirch Der Bericht über den Vorarlberger Außenhandel, der von der Landesstelle für Statistik und Statistik Austria für das erste Halbjahr 2025 am Freitag veröffentlicht wurde, zeigt nach mittlerweile dreijähriger Rezession eine Stabilisierung. Die Exporte lagen mit 6,584 Milliarden Euro nahezu auf dem Niveau des Vorjahres (-0,1 Prozent), die Importe sanken um 1,4 Prozent auf 4,584 Milliarden Euro. Dadurch erreichte der Handelsbilanzüberschuss mit zwei Milliarden Euro einen neuen Rekordwert, was Landeshauptmann Markus Wallner, Wirtschaftslandesrat Marco Tittler und Wirtschaftskammer-Präsident Karlheinz Kopf unisono und mit Zuversicht für die wirtschaftliche Entwicklung des Standortes als erstes Anzeichen einer Stabilisierung – ja sogar einer bald wieder positiven Entwicklung werten.
“Weiterhin Platz 1”
Dass trotz schwieriger konjunktureller Entwicklungen der Handelsbilanzüberschuss gestiegen ist, wertet Landesrat Tittler als Zeichen von Krisenfestigkeit und Stärke: “Vorarlberg ist im Bundesländervergleich beim Pro-Kopf-Exportwert weiterhin auf Platz 1 und belegt nun auch beim Handelsbilanzüberschuss den Spitzenplatz.”
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Landeshauptmann Wallner betont angesichts der Zahlen zwar die Stabilität der Vorarlberger Unternehmen, dass es weitere Anstrengungen brauche, um die exportorientierte Industrie zu stärken. “Dazu gehört es, die infrastrukturellen Rahmenbedingungen weiter zu verbessern und 2026 wichtige Schritte beim Abbau unnötiger Bürokratie zu setzen.” Das liegt nun auch an der Landesregierung, die nun ein eigenes Büro hat, um der Bürokratie zu Leibe zu rücken.

WKV-Präsident Kopf nutzt das Ergebnis, um einerseits die Leistung der Firmen zu loben und andererseits auf Anliegen der Exportwirtschaft hinzuweisen, denn die Halbjahreszahlen sind schließlich auch nur die halbe Wahrheit: Die Abrechnung für das gesamte Jahr 2025 wird erst Mitte des Jahres einen Gesamtüberblick über das vergangene Jahr erlauben. “Die Politik muss handeln, um für diese Unternehmen Freihandelsabkommen wie Mercosur zu fördern und den weltweiten Marktzugang zu erleichtern.” Jetzt gelte es, in der EU nachzuziehen und den Unternehmen den Marktzugang und faire Wettbewerbsbedingungen zu ermöglichen. “Politik und bäuerliche Interessenvertretungen sind daher gefordert, Blockaden aufzugeben. Die Diskussion darf nicht auf ein paar Kilo Fleisch reduziert werden.”
Lebensmittelindustrie wächst
Die Gruppe der Eisen- und Metallwaren bleibt die bedeutendste Warenobergruppe. Im ersten Halbjahr 2025 wurden Waren im Wert von 1,751 Milliarden Euro (-1,1 Prozent) exportiert. Die Maschinenindustrie verzeichnete Rückgänge im Export (1,239 Mrd. Euro; -3,6 Prozent) und im Import (641 Millionen Euro; -8,4 %). Die Nahrungs- und Genussmittelindustrie setzte ihren Wachstumskurs fort, exportierte Waren im Wert von 891 Millionen Euro (+5,8 %) und importierte Güter im Wert von 539 Millionen Euro (+1,2 %).