“Wenn das kommt, müssen wir mitziehen”

Landeshauptmann Markus Wallner verspricht: Land und illwerke vkw tun alles, um die Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft zu stärken. Mit Strompreis und 400 Millionen Euro Investitionen im Jahr 2026.
Bregenz “Für 2026 bis 2028 entlasten wir energieintensive Unternehmen – mit einem vergünstigten Strompreis von fünf Cent je Kilowattstunde”, verkündete der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) Ende 2025. Auch wenn das in Deutschland mittels Subvention des Staates möglich werden sollte, ist für Landeshauptmann Markus Wallner klar, dass Österreich bzw. Vorarlberg dann mitziehen muss. Wie das bewerkstelligt werden kann und muss, darüber brüten nun Strommarktexperten, auch von der österreichischen Regierung seien Maßnahmen zu erwarten, so Wallner bei der Vorstellung der Projekte und Zukunftspläne des Vorarlberger Energiekonzerns illwerke vkw.

Das Thema Energie wird auch in der Industriestrategie der Bundesregierung eine entscheidende Rolle spielen, welche, das wird spätestens heute, Mittwoch, nach der Präsentation klar sein. Der Landeshauptmann pocht in Sachen Energiepreis allerdings darauf, dass nicht nur die ganz großen Unternehmen davon profitieren werden, sondern der breite unternehmerische Mittelstand. Haushalte und kleine Unternehmen bezahlen schon jetzt weniger als die Nachbarn im DACH-Raum und Österreich. Im Durchschnitt (Haushalt mit 3500 Kilowatt/Jahr) 810 Euro brutto im Jahr.
Neue Tarife ab April
Veränderungen bei den Tarifen wird es mit Anfang April nochmals geben. Tag- und Nachttarife sind ab 1. April abgeschafft, auch das Elektrizitätswirtschaftsgesetz wird für Anpassungen sorgen. “Wir überlegen uns ein neues Produkt, so könnten von April bis Dezember Netztarife zwischen zehn und 16 Uhr um 20 Prozent gesenkt werden.
Doch die günstigen Strompreise sind das eine. Das andere ist die Versorgungssicherheit im Bundesland. Die für heuer geplanten Investitionen zielen zu einem beträchtlichen Teil darauf ab, betonen Wallner und Germann. 200 Millionen Euro von insgesamt 400 Millionen Euro, die heuer für Ausgaben geplant sind, fließen in Kraftwerke, 85 Millionen ins Netz. Der Glasfaserausbau schlägt mit 40 Millionen Euro zu Buche, 30 Millionen Euro sind für die Versorgung und Dienstleistung budgetiert, der Rest für “Diverses”, etwa einen neuen Betriebskindergarten am Hauptstandort Bregenz. “160 Millionen Euro fließen 2025 an Vorarlberger Firmen”, betont Germann, das sei ein wichtiger Impuls für die Wirtschaft im Land.

Neben den aktuellen Aufgaben ist man weiterhin mit den Großprojekten befasst, deren größtes das Lünerseewerk II ist, für das im Sommer die Einreichung zur UVP-Prüfung geplant sei. Der Strom, der dort erzeugt wird, fließt nach Deutschland und werde wesentlich zur Stabilität des europäischen Verbundnetzes beitragen. Damit der Strom fließen kann, muss die sogenannte Herbertinger Leitung, die nach 100 Jahren das Ende ihrer Lebensdauer erreicht hat, ab 2027 erneuert werden – dafür sind ebenfalls 400 Millionen Euro vorgesehen. Nicht vorgesehen sei, dass man der Forderung einer Lochauer Initiative nachkomme, die die Leitung gerne unter die Erde entlang des Pfändertunnels verlagern will. Die Errichtung der neuen Leitung sei nicht UVP-pflichtig, “sie ist aus unserer Sicht bewilligungsfähig”, so Germann, das habe auch der Bundesverwaltungsgerichtshof festgestellt.

Gut am Weg sei man in Sachen erneuerbarer Energie: Ende 2025 habe man in Deutschland weitere drei Windparks gekauft. Damit sind nun sieben Windparks am Netz. In Vorarlberg wird aktuell noch an der Alpe Rauz geprüft, ob sich eine Anlage rechnet. Der Ausstieg aus Erdgas soll mit weiteren Nahwärmeprojekten gelingen. Auch die Anbindung an das internationale Wasserstoff-Netz, das bis Lindau reicht, werde geprüft, den illwerken vkw schwebt dabei eine gemeinsame Lösung mit Liechtenstein und der Ostschweiz vor. Und für all das brauche es einen großen Batteriespeicher im Land. Man prüfe gerade die Umspannwerke als möglichen Standort des Großspeichers. “Es braucht dazu auch kleinere, dezentrale Speicher”, sagt der illwerke vkw-Vorstand mit Blick auf die Haushalte: Die Anschaffung soll mit bis zu 500 Euro unterstützt werden.