Tiroler Investor kauft weltweit erfolgreiches Vorarlberger Familienunternehmen

Markt- und Technologieführer mit Sitz in Lustenau in neuer Hand. Familie verkauft international tätiges Unternehmen an Tiroler Investor.
Lustenau, Innsbruck In ihrem Segment ist die Lustenauer Firma Fulterer AG & Co KG weltweit eine Größe, in manchen Bereichen auch Weltmarktführer. Das 1956 von Karl Fulterer gegründete Unternehmen produziert Schubladenauszugsysteme. Nicht irgendwelche, sondern solche für höchste Belastungen, für die speziellen Anforderungen verschiedener Branchen und natürlich solche, die maßgeschneidert sind. Das Unternehmen, das Karl Fulterer gründete, wurde 1988 von den Söhnen Manfred und Heinz Fulterer übernommen und weiter ausgebaut. Manfred Fulterer hat schließlich im Jahr 2006 die Anteile seines Bruders übernommen, 2007 auch die Firma Merz-Mayer in St. Margrethen.

In den 70 Jahren seines Bestehens hat das Unternehmen, das seine Mitarbeiterzahl insgesamt mit rund 200 angibt, die an den Standorten Lustenau und St. Margrethen sowie in den Niederlassungen in den USA, China, Mexiko und Brasilien beschäftigt sind, seine Expertise weiter ausgebaut und hat zahlreiche Innovationen, die durch Patente abgesichert sind, entwickelt. Im vergangenen Geschäftsjahr 2024/25 hat das Unternehmen, das in Lustenau an zwei Standorten 118 Mitarbeitende (GJ 2024/25) beschäftigt, einen Umsatz von knapp 50 Millionen Euro gemacht. Die Produkte werden weltweit in über 50 Länder verwendet.
Ein neues Kapitel
Nun beginnt für das Unternehmen – bisher bis in vierter Generation zu 100 Prozent im Eigentum der Gründerfamilie Fulterer – ein neues Kapitel. Manfred Fulterer, der derzeit das Unternehmen mit Alexander und Paula Fulterer sowie CFO Markus Bösch leitet, hat sich im Zuge der Nachfolgeplanung gemeinsam mit der Familie zum Verkauf an einen langfristig orientierten Unternehmer entschlossen, werde aber zusammen mit der jungen Generation die Betriebsübernahme aktiv unterstützen und noch für mindestens ein Jahr begleitend zur Verfügung stehen.

Käufer ist die Auria Management GmbH mit Sitz in Innsbruck, die zu 100 Prozent im Eigentum des rührigen Tiroler Unternehmers, Managers und Investors Günter Höfert ist. Sie ist Eigentümer der FGH Motion GmbH und der FGH Immobilien GmbH in Lustenau, Höchsterstraße 11. Die Auria Management investiert vorrangig in industrielle Mehrheitsbeteiligungen und rundet ihr Portfolio mit Engagements im Venture-Bereich ab. Die Gesellschaft verfolge das Ziel, durch langfristiges, verantwortungsbewusstes Handeln Werte von Dauer zu schaffen, heißt es auf VN-Anfrage. Auf der Homepage äußert sich der Investor zu seiner Geschäftsphilosophie: “Wir investieren nicht in Trends, sondern in Überzeugung. In Unternehmen, die Haltung zeigen – und Wirkung entfalten”.

Die Übernahme der Fulterer Gruppe ermögliche der Auria Management GmbH die Schaffung eines stabilen industriellen Kerns. Ziel ist es, das Unternehmen aus Lustenau durch konsequente Fortführung der eingeleiteten Automationsstrategie an den Standorten Lustenau und St. Margrethen sowie durch weitere Internationalisierung auf einem erfolgreichen Wachstumspfad zu halten, informiert der Eigentümer, der das Unternehmen gemeinsam mit dem bisherigen Geschäftsführer und CFO Markus Bösch leiten wird.
Erfolgreiche Karriere
Höfert hat in Tirol als auch in der Schweiz in Beteiligungsfirmen, aber auch in Produktionsunternehmen, hohe Managementaufgaben ausgeübt und war in der Vergangenheit auch als Unternehmensgründer erfolgreich. Die Auria Management GmbH gründete Höfert im Jahr 2023. Außerdem ist er nach eigener Auskunft Venture Partner, also strategischer Partner, des Münchner Unternehmens Molecular Acoustics, das sich mit Soundsystemen und deren Weiterentwicklung beschäftigt. Als Kontakt ist auch bei diesem Unternehmen Günter Höfert angeführt.