Wie geht es mit dem Goldpreis weiter?

Weshalb das Edelmetall nicht vom Iran-Krieg profitieren konnte.
Dornbirn Weshalb konnte Gold nicht vom Iran-Krieg profitieren? Die Preise für Gold und Silber haben in den vergangenen Wochen kräftig nachgegeben. Mit dem Rückgang des Goldpreises vergangene Woche auf 4300 US-Dollar je Feinunze wurden wider Erwarten auch alle Gewinne vom Jahresanfang aufgezehrt. Auch aktuell liegt der Goldpreis mit rund 4500 US-Dollar weit weg vom Rekordhoch von knapp 5600 US-Dollar Ende Jänner. Noch stärker kam Silber unter Druck.
Aufgrund Ihrer Datenschutzeinstellungen wird an dieser Stelle kein Inhalt von APA Livecenter angezeigt.
Zuerst kam der Reflex
“Trotz anfänglicher Gewinne im Gold, welche dem klassischen Flucht-in-sichere-Häfen-Reflex entsprachen, kam es sehr rasch zu einem Stimmungs- und Richtungswechsel”, sagt der Dornbirner Börsenexperte Roland Rupprechter. Die Gründe? “Stark gestiegene Öl- und Gaspreise haben die Inflationsrisiken erhöht und die Aussichten auf baldige Zinssenkungen der US-Notenbank Federal Reserve und anderer Zentralbanken verringert. Höhere Zinsen belasten tendenziell Edelmetalle, da sie keine Zinsen abwerfen.”

Wie geht es mit dem Gold nun weiter? Technisch gesehen sei Gold aktuell “überverkauft”. Eine positive Gegenbewegung sei daher jederzeit möglich. “Fundamental gesehen wird die Entwicklung des Goldpreises in den kommenden Monaten von vier wesentlichen Faktoren bestimmt werden: Realrenditen, Ausmaß und Dauer des energiepolitischen und geopolitischen Schocks, Stärke des US-Dollars sowie die Kapitalflüsse.” Kurzfristig betrachtet sei das wahrscheinlichste Ergebnis eine Phase erhöhter Volatilität.
“Längerfristig gesehen beurteilen wir die Aussichten für Gold und Silber positiv. Dafür sprechen strukturelle Faktoren – insbesondere die andauernde Nachfrage der Zentralbanken und das Anhalten politischer Unsicherheiten. Zudem sollte auf aktueller Preisbasis die Schmuck- und Investmentnachfrage wieder anziehen.”

Was sollten Anleger jetzt tun?
Wenn es um Portfolioentscheidungen geht, rät Rupprechter davon ab, emotional auf kurzfristige Kursschwankungen zu reagieren. “Wir empfehlen Langfrist-Investoren, Gold weiterhin als strategische Anlage zur Diversifikation und Absicherung zu halten.” Kursorientierten Anlegern biete die aktuelle Schwächephase eine gute Gelegenheit, von zeitlich gestaffelten Käufen mittelfristig zu profitieren.