Spritpreise: “Glaube an Entwicklung deutlich unter die 2-Euro-Marke”

Markt / 08.04.2026 • 16:21 Uhr
ABD0051_20260408 – FRANKFURT/MAIN – DEUTSCHLAND: 08.04.2026, Hessen, Frankfurt/Main: Blick auf eine DAX-Anzeigetafeln in der Frankfurter Bšrse. Die Bšrsen reagiert auf die angekŸndigte zweiwšchige Waffenruhe zwischen dem Iran und den USA. Foto: Hannes P. Albert/dpa +++ dpa-Bildfunk +++. – FOTO: APA/dpa/Hannes P Albert
Die Börsen – im Bild die Börse Frankfurt – reagieren auf die angekündigte zweiwöchige Waffenruhe zwischen dem Iran und den USA.

Aufatmen auch in Vorarlberg nach der Vereinbarung einer Waffenruhe in der Golfregion: Energiehandel rechnet mit deutlicher Senkung der Treibstoffpreise. Aufatmen an internationalen Börsen.

Schwarzach Dem Obmann des Vorarlberger Energiehandels und Tankstellenbetreiber Peter Aberer ist am frühen Mittwochmorgen ein Stein vom Herzen gefallen. Die Einigung auf eine auf vorerst zwei Wochen vereinbarte Waffenruhe zwischen dem Iran sowie den USA und Israel hat zu einem Preissturz bei Erdöl und Erdgas an den Rohstoffbörsen geführt. “Aber es hätte auch ganz anders kommen können, dann wären die Preise explodiert”, sagt Aberer im Gespräch mit den VN. Nicht nur er hat mit dem Schlimmsten gerechnet, die Vorzeichen und vor allem der unberechenbar agierende US-Staatschef Donald Trump bleiben ein Risiko für den Energiesektor und die gesamte global agierende Wirtschaft.

Spritpreise: "Glaube an Entwicklung deutlich unter die 2-Euro-Marke"
Der Sprecher des Vorarlberger Energiehandels, Peter Aberer, rechnet damit, dass die Preise an der Tanksäule in den nächsten zwei, drei Tagen sinken. FA/Sams

Aberer rechnet damit, dass sich der Preissturz am Rohstoffmarkt in spätestens zwei Tagen auch an den Zapfsäulen niederschlägt, “ich glaube an eine Entwicklung deutlich unter die 2-Euro-Marke.” Das sei für die Branche eine richtig gute Nachricht, “auch wir sind nicht glücklich mit dem ständigen Auf und Ab sowie den Diskussionen um die Treibstoffpreise, die in den vergangenen Wochen geherrscht haben”. Er hofft wie praktisch die ganze Welt, dass die Waffenruhe nicht nur zwei Wochen dauert, sondern zu einer dauerhaften Beruhigung der Lage führt.

Zweistelliger Tagesverlust

Die Ölpreise sackten prozentual zweistellig ab. Sie sind derzeit der wichtigste Gradmesser für die Inflations- und Konjunktursorgen. Der Preis für ein Fass (159 Liter) Öl der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Juni fiel kurz nach der Ankündigung der Waffenruhe um bis zu 16 Prozent auf 91,70 US-Dollar. Am Morgen stieg der Kurs der Referenzsorte des weltweiten Ölmarkts wieder, lag aber mit 95,12 Dollar immer noch rund 13 Prozent unter dem Niveau vom Vortag. Der Preis der US-Sorte WTI zur Lieferung im Mai fiel am Morgen noch etwas stärker. Der Preis für europäisches Erdgas fiel indes um bis zu 20 Prozent ab, das bedeutet den größten Tagesverlust seit über zwei Jahren.

Spritpreise: "Glaube an Entwicklung deutlich unter die 2-Euro-Marke"
Entspannung an der Zapfsäule: Autofahrer atmen auf. DPA

Wichtig für die globalen Märkte ist jetzt vor allem, dass der Iran die Straße von Hormuz nun wieder für den Schiffsverkehr öffnet. Die Meerenge ist einer der global wichtigsten Transportwege – nicht nur für Öl und Gas. “An den Finanzmärkten ist Aufatmen angesagt”, schrieb Chefvolkswirt Thomas Gitzel von der liechtensteinischen VP Bank. Mit dem Waffenstillstand bleibe vorerst eine weitere Eskalation aus. Vor allem die deutlich gefallenen Ölpreise lassen dem Experten, der zu den einflussreichsten Ökonomen im deutschen Sprachraum zählt, zufolge Hoffnungen keimen, dass der Anstieg der Inflationsraten eine kurze Episode bleiben wird. Die Notenbanken könnten im Falle einer nachhaltigen Entspannung der Ölpreise auch von bereits befürchteten Zinsanhebungen absehen.

Noch kein Aufatmen

Auch der Ökonom des österreichischen Wifo, Marcus Scheiblecker, sieht Licht am Ende des Tunnels: Die für 14 Tage avisierte Feuerpause veranlasse zwar nicht zum Aufatmen, nehme aber doch Nervosität und Hektik bei den Preisen und gebe die Chance auf eine Normalisierung, so der Wirtschaftswissenschafter am Mittwoch im ORF.

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Der Dax steigt nach der angekündigten zweiwöchigen Feuerpause zwischen dem Iran und den USA deutlich. Auch in Ostasien legten die Börsenkurse kräftig zu. Der japanische Leitindex Nikkei 225 schoss um mehr als fünf Prozent nach oben auf das Niveau von Anfang März. Vorbehaltlich einer Verlängerung des Waffenstillstandes oder sogar eines Friedensvertrages könne der globale Konjunkturverlauf wieder zu seinem ursprünglichen Pfad zurückkehren, sind sich Börsianer und Ökonomen einig. VN-sca, apa, dpa