Klimawandel, Pension, Cybercrime: Das verunsichert die Bevölkerung

Markt / 28.06.2026 • 11:00 Uhr
Klimawandel, Pension, Cybercrime: Das verunsichert die Bevölkerung
Unwetterereignisse nehmen gerade im Alpenraum schnell zu – für Versicherungen wie Versicherte ein Thema, das in den Fokus gekommen ist. VN/Rhomberg

Was gegen Verunsicherung hilft: Bewusstsein, Vorbereitung, Vorsorge und natürlich Versicherung, sagt der Versicherungsmanager.

Schwarzach Gemeinhin wird behauptet, Versicherungen profitieren von Krisen, wie sie uns nun schon seit Jahren begleiten. Das ist nur teilweise richtig: Ja, natürlich wächst in solchen Zeiten das Risikobewusstsein im privaten wie im unternehmerischen Bereich. Und nein, denn es steigen auch die Schadenskosten, und es gibt häufiger Schadenereignisse, etwa durch Unwetter oder durch Cyberkriminalität, die vor allem Firmen trifft.

Wachstum in Vorarlberg

Die Generali Versicherung – die Nummer zwei am Vorarlberger Markt, was die Prämien betrifft – kann trotz der Krisen für 2025 eine gute Bilanz vorlegen, so Oliver Freudenschuß, Regionaldirektor der Generali Versicherung für Tirol und Vorarlberg, im Gespräch mit den VN. Die Versicherung ist im Land bei den Prämien um 2,1 Prozent auf rund 180 Millionen Euro gewachsen, größter Treiber sei die Krankenversicherung mit einem Plus von 9,6 Prozent gewesen.

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Generali-Regionaldirektor Oliver Freudenschuß beim Besuch in der VN-Redaktion: “Wir wollen wachsen und suchen dafür Mitarbeiter in Vorarlberg.”VN/Scalet

Das Wachstum bedeutet aber auch für den Arbeitsmarkt Gutes. Denn die Versicherung, die 1831 in Triest gegründet wurde, stockt in Vorarlberg die Arbeitsplätze auf. “Wir suchen Mitarbeiter im Vertrieb”, informiert Freudenschuß, denn der Versicherer will weiter wachsen. Derzeit sind 139 Mitarbeiter in Vorarlberg beschäftigt, 87 im Vertrieb, 52 im Innendienst. Der Vertrieb soll auf 100 Mitarbeitende aufgestockt werden. Außerdem habe man im Land 35 Agenturpartner. Generali fährt auch in der Betreuung der Kunden zweigleisig. Neben der ständigen Weiterentwicklung der digitalen Services sei der direkte Kontakt mit dem Betreuer den Kunden und dem Unternehmen wichtig. Im Land hat die Versicherung auch sechs Geschäftsstellen – dies und die Mitarbeiterzahl unterstreichen die Firmenstrategie, dass man in den Regionen präsent sein wolle.

Bewusstsein wächst

Persönliche Beratung sei zum Beispiel in Sachen Gesundheits- und Altersvorsorge das Um und Auf. “Das Bewusstsein ist größer geworden, dass in Sachen Altersvorsorge jeder privat gefordert ist”, so der Regionaldirektor. Rund um den Bereich Vorsorge biete man verschiedene Produkte oder Services an, in der Altersvorsorge gebe es neben der klassischen Lebensversicherung auch andere Produkte wie Fonds. Das Portfolio und die Beratung werden von den 74.000 Vorarlberger Privatkunden gut angenommen. Neben den Privatkunden hat die Generali weitere 7000 Kunden in Vorarlbergs Industrie und Gewerbe.

Ein unberechenbares Thema

Bei den sogenannten Kommerzkunden fürchtet man – egal, ob es sich um große oder kleine Unternehmen handelt – die Cyberkriminalität. Ein unberechenbares Thema, wie Freudenschuß weiß, das auch schwierig in der Risikoabdeckung sei. Für die Firmen biete man maßgeschneiderte Produkte an. Doch in letzter Zeit greifen die Cybergangster immer öfter auch Private an. Und dabei gehe es vor allem um Prävention und Beratung, die bei der Versicherung in der IT- & Cyber-Assistance angesiedelt sind.

Klimawandel, Pension, Cybercrime: Das verunsichert die Bevölkerung
Die Cyberkriminalität trifft große und kleine Unternehmen und in letzter Zeit auch vermehrt Privatpersonen. Die Generali setzt dabei auf die firmeneigene IT- & Cyber-Assistance. VN

Im vergangenen Jahr wurde Westösterreich von keinen Naturkatastrophen heimgesucht, anders als die Bundesländer im Osten. Doch der Alpenraum ist laut Klimaexperten eine der Zonen, die in Zukunft mit großen Naturgefahren konfrontiert sein werden. “Der Prämienbedarf wird bei Unwetterversicherungen steigen, das ist unausweichlich”, so Freudenschuß. Eine Solidarversicherung wie z. B. in der Schweiz wäre eine Maßnahme, die der Allgemeinheit nützen könnte, so der Versicherungsexperte, doch derzeit sei das in der Politik kein Thema. “Es ist nur eine Frage der Zeit, bis hier endlich was passiert.” Hausbesitzern und Unternehmern rät er auf jeden Fall zu einer Eigenversicherung. Und die werde von den Kunden auch gut angenommen.