Trotz Preissteigerung: Vorarlberger erfüllen sich wieder den Traum vom eigenen Haus

Starkes Lebenszeichen am Einfamilienhausmarkt im Land. Im ersten Halbjahr wurden deutlich mehr Einfamilienhäuser verkauft – trotz steigender Preise.
Lauterach Licht am Vorarlberger Immobilien-Horizont. Im ersten Halbjahr 2025 konnte erstmals seit 2019 mit einem Plus von 21,6 Prozent wieder Wachstum am Einfamilienhausmarkt (EFH) festgestellt werden. Das setzt sich 2026 fort, wie der aktuelle Remax-Immospiegel zeigt. Denn 2026 gibt der Markt in Vorarlberg ein noch stärkeres Lebenszeichen von sich: 207 Häuser wurden im Land im ersten Halbjahr verkauft – das sind um 53,3 Prozent mehr als im ersten Halbjahr 2025 und ein Plus von 21,5 Prozent gegeüber dem Durchschnitt der letzten zehn Jahre. In keinem anderen Bundesland ist das prozentuale Wachstum im Vorjahresvergleich größer und auch den Bundestrend hat Vorarlberg um 26,6 Prozentpunkte übertroffen. Die Zahlen unterstreichen aber auch, was die Branche in Vorarlberg festgestellt hat. Während der Neubau weiter schwächelt, boomt der Markt gebrauchter Immobilien. Im nationalen Mengenranking bleibt das Ländle auf Rang neun, Wien liegt mit einer Differenz von nur 19 Einheiten auf Rang acht.

Mit der gesteigerten Verkaufsmenge geht naturgemäß auch der Transaktionswert steil nach oben: ein Anstieg um 69 Prozent ergibt einen Wert von 149 Mill. Euro, das übersteige den bisherigen Rekordumsatz aus dem Halbjahr 2022 um 31,9 Prozent, heißt es in dem Report von Remax, der auf der Gesamtauswertung aller Immobilien-Kaufverträge, die im amtlichen Grundbuch verbüchert und von den Immobiliendaten-Experten von IMMOunited ausgelesen und als Kaufvertragssammlung veröffentlicht wurden.
Preise gestiegen
Die steigende Nachfrage sorgt aber auch dafür, dass die begehrten Häuser wieder teurer geworden sind. Nach Preisrückgängen in den Halbjahren 2024 und 2025 ging der durchschnittliche Preis in der ersten Jahreshälfte 2026 wieder nach oben: 662.733 Euro sind eine Steigerung von 7,3 Prozent − es ist der vierthöchste Preis seit Beginn der Analyse 2009. Der Maximalpreis für das untere Preisviertel ist gleich um 15 Prozent auf 517.500 Euro gestiegen und ist der höchste in Österreich. Im obersten Segment, das ein Viertel aller gehandelten Einfamilienhäuser liegt, beträgt der Durchschnittspreis laut den ausgewerteten Verkäufen 791.700 Euro (+5,6 Prozent). Hier findet sich das Ländle auf Rang vier wieder, hinter Tirol, Wien und Salzburg. Deutlich billiger gibt es diese Immobilien in Oberösterreich , die dort im Durchschnitt um 321.700 Euro billiger sind als in Vorarlberg.
Bis auf Bregenz konnten alle Vorarlberger Bezirke ihren Zehnjahresschnitt übertreffen. Feldkirch liegt im Durchschnitt der letzten zehn Halbjahre bei 52 Vertragsabschlüssen, kommt im Halbjahr 2026 aber auf 73 (+41,7 Prozent). In Bludenz waren es heuer 43 statt durchschnittliche 32 (+33,1 Prozent) und in Dornbirn 44 statt 37, also ein Plus von 18,9 Prozent. Nur Bregenz verfehlt seinen Durchschnittswert der Jahre 2016 bis 2025 um 3 bzw. minus 5,2 Prozent und meldete 47 Kaufakte. Im Vergleich zum ersten Halbjahr 2025 schließt Bregenz jedoch nicht negativ ab, sondern mit einer Wiederholung, denn auch 2025 waren es 47 (0,0 Prozent) verbücherte Einfamilienhäuser.
In Feldkirch günstiger
Ist in Bregenz der Einfamilienhauspreis im Halbjahr 2025 noch um -15,5 % auf unter 700.000 Euro gesunken, so steigt er ein Jahr später wieder um spürbare +19,4 % auf 767.380 Euro an – zum Spitzenpreis aus dem Halbjahr 2023 fehlt mit -5,0 % nicht mehr allzu viel. Einzig in Feldkirch reduzierte sich der Durchschnittspreis um -2,0 Prozent auf 671.177 Euro. Preisanstiege verzeichneten auch die Bezirke Dornbirn mit 665.604 Euro (+11,7 Prozent) und Bludenz am deutlichsten mit 561.851 Euro und +32,7 Prozent.