Michael Niavarani spricht über die Erfolgssendung „Was gibt es Neues?“

03.05.2019 • 09:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Auch nach 500 Sendungen "Was gibt es Neues?" ist  Michael Niavarani noch mit Spaß dabei.  APA
Auch nach 500 Sendungen „Was gibt es Neues?“ ist Michael Niavarani noch mit Spaß dabei.  APA

Der Kabarettist, Schauspieler und Autor ist „Mann der ersten Stunde“ bei der erfolgreichen Ratesendung.

Wien 15 Jahre, 500 Sendungen: „Was gibt es Neues?“ ist für den ORF zu einer Erfolgsgeschichte sondergleichen geworden. Heute Abend strahlt ORF eins die Jubiläumsfolge aus. Von Anfang an dabei ist Michael Niavarani.

Wie war das, als ihr damals begonnen habt?

Wir dachten, wenn wir zehn bis zwanzig Sendungen schaffen, ist das schon sehr gut. Dass es uns nun schon seit 15 Jahren gibt, damit hat keiner von uns gerechnet.

Wie ist es Ihnen persönlich ergangen?

Ich war sehr nervös, hatte große Angst, denn alles ist komplett improvisiert. Keiner wusste, ob das gutgehen kann.

Es ging mehr als gut. Haben Sie eine Ahnung, warum?

Nein. Es ist so: Den Erfolg anderer kann man leicht erklären, zum eigenem fällt einem nichts ein. Aber vielleicht ist der Grund, dass uns die Leute „nackt“ sehen. Nackt, verletzlich und manchmal peinlich. Da sagen wir oft Sachen, die man im Fernsehen nicht sagen darf. Wenn hin und wieder etwas wirklich nicht rund läuft, bleibt noch immer die Schere.

Die Show ist dem deutschen Vorbild „Genial daneben“ mit Hugo Egon Balder nachempfunden, die ursprüngliche Idee stammt aus Frankreich.  Die Austro-Version scheint aber die beste zu sein. Warum?

Unser „Gründungsvater“ Oliver Baier sagt, dass er überzeugt war, wir hätten in Österreich so viele Topkabarettisten und –komödianten, da müsse man eigentlich nur den Schmäh rennen lassen. Offensichtlich hat er richtig kombiniert.

Dem Vernehmen nach seid ihr damals, beim Start, gefragt worden, ob ihr die Antworten wissen wollt?

Das haben wir einstimmig abgelehnt. Das Schöne an unserer Variante ist, dass wir keinen Text lernen und lediglich improvisieren müssen. Alles kommt in Echtzeit aus dem Bauch.

Fallen zum Beispiel Ihnen immer wieder originelle Sager ein?

Jeder hat seine Technik. Meine goldene Regel ist, frei nach Tom Waits: Wenn dir was einfällt, raus damit! Wenn dir nichts einfällt, halt lieber den Mund. Wenn mich in solchen Momenten Oliver Baier mahnt und etwas fragt, spiele ich auf verwundert und antworte: „Sorry, ich bin leider eingeschlafen …“

Klingen die jeweiligen Sendungen in Ihnen nach?

Überhaupt nicht. Wenn es im Studio vorbei ist, habe ich alles vergessen. Dann rufe ich meine Lebensgefährtin an, und sie fragt dann immer, wie es war. Meine Standardantwort: „Na ja, ganz gut.“ Darauf sie: „Und was war heute die lustigste Frage?“ Mir fällt dann leider keine einzige mehr ein.

Sie sind auch erfolgreicher Buchautor, schreiben einen Bestseller nach dem anderen. Rein gefühlsmäßig wäre bald ein neues Werk fällig?

Da haben Sie recht.

Und was wird es diesmal?

Weiß ich noch nicht. Mir ergeht es wie einem Gärtner, der auf einem großen Beet alle 15 Zentimeter etwas pflanzt. Die Pflanzen entwickeln sich dann, tragen Sprossen, und allmählich merkt man, welche Sprossen besonders gegossen werden müssen. Derzeit sieht es so aus, als ob es ein Buch über meine Beziehung zum Theater werden könnte. Von Ludwig Heinrich