“Mit Liebe ist alles zu schaffen”

Menschen / 29.11.2020 • 21:59 Uhr / 6 Minuten Lesezeit
Die Unternehmerin Edith Klinger und Tochter Anna hat die Pandemie als Familie noch mehr zusammengeschweißt. Remo KLinger
Die Unternehmerin Edith Klinger und Tochter Anna hat die Pandemie als Familie noch mehr zusammengeschweißt. Remo KLinger

Wie sich das Leben der Bizauer Unternehmerfamilie Klinger durch Corona verändert hat.

Bizau Die Bizauer Unernehmehrin Edith Klinger (edith‘s) ist auch berufsbedingt viel gereist, hat Freunde auf der ganzen Welt. Ihre Tochter Anna steht kurz vor der Matura, ist in der Aktion Kritische Schüler Vorarlberg aktiv. Wie die derzeitige Situation das Leben und die Arbeit der Bregenzerwälder verändert hat und was sie doch Positives daraus mitnehmen.

 

Edith, wie arbeitet ihr derzeit?

Edith Klinger In den letzten beiden Wochen haben wir wieder, wie beim ersten Lockdown, Video-Whatsapp-Anrufe mit unseren Kundinnen gemacht und ihnen dann die Bestellungen zugeschickt. Jetzt werden wir unser Geschäft in Dornbirn noch einmal ordentlich umgestalten und hoffen sehr, dass wir am 7. Dezember aufsperren dürfen.

 

Anna, du bist in der Maturaklasse und in der AKS Vorarlberg aktiv. Das Abschlussjahr hast du dir wie viele andere sicherlich anders vorgestellt. Was kannst du trotzdem Positives aus der Zeit mitnehmen?

Anna Klinger Ich habe gelernt, mich selbst noch besser zu organisieren. In der AKS Vorarlberg haben wir einen guten Zusammenhalt und haben gelernt wie man sich auch online engagieren kann und damit viel bewirken kann.

 

Hast du als Schülervertreterin in der Coronazeit mehr Anfragen erhalten? Gibt es viele Unklarheiten?

Anna Klinger Wir haben eine Umfrage zum Thema Corona gemacht. Dabei hat sich gezeigt, dass Schüler, vor allem Maturanten verunsicherter und gestresster sind als sonst. Das finde ich schade, mir geht es ähnlich.

 

Ist euer Leben digitaler geworden oder war es das davor bereits?

Edith KLinger Ich bin in unserem Unternehmen für den Einkauf zuständig und bin normalerweise auf vielen Messen unterwegs. Im Moment ist einkaufen nur digital möglich, da fast alle Messen abgesagt wurden. Unser Freundeskreis ist über die ganze Welt verstreut. Wir haben schon vor Corona über Video-Whatsapp mit unseren Freunden kommuniziert. Der Kontakt zu einigen Leuten hat sich positiv vertieft.
Anna Klinger Mein Leben ist um einiges digitaler geworden. Neben dem Online-Unterricht habe ich viele Sitzungen und besuche digitale Veranstaltungen. Sogar Partys und Spieleabende haben meine Freunde und ich gemeinsam gefeiert.

 

Wie geht’s euch als Familie? Habt ihr jetzt beim zweiten Lockdown eine gewisse Routine, wenn alle daheim sind? Wird viel gemeinsam gekocht oder lasst ihr euch auch mal Essen liefern?

Edith Klinger Es war schon eine Umstellung, da wir jetzt alle auf einem „Haufen“ hocken. Der Familie hat es jedoch sehr gut getan, wir haben gelernt über unsere Probleme zu reden und Konflikte fair zu lösen ohne davor weg zu laufen. Bei uns wird so viel wie möglich gemeinsam gegessen. Beim Kochen wechseln wir uns ab. Es kocht derjenige, der am besten Zeit hat. Komischerweise kochen Anna und Remo lieber selbst, bevor sie mich an den Herd lassen. Woran das wohl liegt? (lacht)
Anna Klinger Ich habe gelernt, dass es wichtig für mich ist, täglich zur selben Zeit aufzustehen und somit einen strukturierten Tagesablauf zu haben, um motiviert zu bleiben.

 

Ihr seid Mutter und Tochter. Erfolgreich im Beruf und in der Schule. Wie bringt ihr die Herausforderung Arbeit, Homeschooling und Familienleben unter einen Hut?

Edith Klinger Na ja, wir kennen unser Leben gar nicht anders. Ich habe immer schon gearbeitet und Anna wurde vielleicht auch dadurch sehr früh selbstständig. Wenn sie Unterstützung von mir oder meinem Mann braucht, dann fragt sie danach und bekommt natürlich die Hilfe, die sie braucht. Die Hausarbeit teilen wir uns auf, jeder hat seine „Jöbble“. Am Abend liegen wir gerne alle drei auf dem Sofa und schauen uns einen guten Film an.

 

Hat euch die Coronapandemie als Familie mehr zusammengeschweißt? Habt ihr neue Prioritäten gesetzt?

Edith Klinger Ja, uns hat es auf jeden Fall noch mehr zusammengeschweißt. Es ist klar, dass mit Liebe alles zu schaffen ist und dass die Liebe uns auch durch schwierige Zeiten bringen kann.

 

Habt ihr neue Rituale für euch entdeckt? Woraus schöpft ihr neue Energie?

Edith Klinger Ich habe angefangen zu meditieren und mich in den letzten Monaten sehr viel mit Ernährung beschäftigt. Musik gehört bei mir zum Alltag dazu, es gibt keinen Tag ohne Musik.
Anna Klinger Ich habe angefangen zu malen, außerdem gehe ich täglich in der Natur spazieren.

 

Was wünscht ihr euch für das kommende Jahr? Anna, dein Schulabschluss steht an, was hast du danach vor?

Edith Klinger Ich wünsche mir, dass wir aus dieser Pandemie lernen, dass wir alle so wie davor nicht mehr weitermachen können. Es braucht ein Umdenken zugunsten der Natur und der Welt!
Anna Klinger Ich freue mich auf mein Studium in Wien. Ich bin gespannt was auf mich zukommt.

„Ich habe gelernt, dass es wichtig für mich ist, täglich zur selben Zeit aufzustehen.“

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