Lisbeth Bischoff: “Prinz Philip wollte kein Tamtam”

Menschen / 10.04.2021 • 08:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Lisbeth Bischoff: "Prinz Philip wollte kein Tamtam"
Lisbeth Bischoff hat Prinz Philipp zwei Mal persönlich getroffen.

Adelsexpertin Lisbeth Bischoff über den Tod von Prinz Philip und persönliche Begegnungen.

Dornbirn Lisbeth Bischoff aus Dornbirn hat Prinz Philip zwei Mal persönlich getroffen. “Er war ein sympathischer Mann mit skurrilem Humor.” Im VN-Interview erklärt sie zudem, was sein Tod für das Königshaus und die Queen bedeutet.

Hat Sie die Nachricht vom Tod von Prinz Philip überrascht?

Nein, 99 ist ein stattliches Alter. Nach seinem Krankenhausaufenthalt gab es keine Informationen mehr über seinen Gesundheitszustand. Wenn es ihm gut gegangen wäre, hätte man das die Öffentlichkeit wissen lassen.

Was bedeutet sein Tod für das Königshaus und für die Queen?

Für die Monarchie nichts, außer dass der Titel Herzog von Edinburgh nun an seinen jüngsten Sohn Prinz Edward weitergegeben wird. Für die Queen ist sein Tod natürlich eine Tragödie. Sie kennt Philip, seit sie 13 Jahre alt ist. Für sie war Philip eine Stütze. Er stand ihr ganzes Leben hinter ihr, und das im wahrsten Sinne des Wortes. Seit ihrer Krönung 1953 musste Philip immer drei Schritte hinter ihr stehen. Er selbst hat sich darüber einmal lustig gemacht und gesagt, er spiele überhaupt keine Rolle und existiere laut Gesetz gar nicht. Er war immer nur ,der Mann von’.

Gibt es schon Pläne für die Trauerfeierlichkeiten?

Prinz Philip hätte Anspruch auf ein Staatsbegräbnis, aber er hat oft betont, dass er dieses Tamtam nicht möchte. Die Pandemie könnte großen Zusammenkünften ohnehin einen Strich durch die Rechnung machen. Unabhängig von der Coronalage werden Familienmitglieder, Freunde und Staatsoberhäupter der Commonwealth-Staaten eingeladen. Sicher ist, dass Philip auf dem Gelände von Schloss Windsor beigesetzt wird, wo auch Queen Victoria und Prinz Albert ihre letzte Ruhestätte gefunden haben. Das Protokoll gibt vor, dass es nach dem Begräbnis eine mehrtägige Staatstrauer geben wird. Man wird sehen, inwiefern sich Corona auf das Protokoll auswirken wird.

Werden Prinz Harry und Meghan zur Beerdigung kommen?

Darauf warten alle gespannt. Normalerweise sind Todesfälle immer auch eine Möglichkeit, sich wieder anzunähern. Harry wird es sich bestimmt nicht nehmen lassen, nach London zu fliegen. Sollte Meghan nicht kommen, würde ich das aber nicht als Affront gegen die Königsfamilie deuten, sie ist schließlich hochschwanger.

Sie haben Prinz Philip unter anderem bei der Hochzeit von Charles und Camilla getroffen. Wie war die Begegnung?

Ein tragischer Zufall: Sein Tod fällt auf den Tag, an dem Charles und Camilla vor 16 Jahren geheiratet haben. Ich habe ihn als sympathischen Mann mit skurrilem Humor in Erinnerung, eben typisch englisch.

Wie war Prinz Philip privat?

Was ich privat über ihn weiß, ist, dass er leidenschaftlich gerne Kutsche gefahren ist und gerne gegrillt hat. Wohlgefühlt hat er sich auch in lärmenden Herrenrunden.

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