Ein Herr des Weißen Rings

Menschen / 14.01.2022 • 17:46 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Peter Schmid mit seinem Nachfolger Markus Zimmermann.

Peter Schmid mit seinem Nachfolger Markus Zimmermann.

Ohne Peter Schmid und seine 200 Helfer gäbe es das Volksskirennen nicht.

Lech Das Rennen gilt als eine der größten Herausforderungen, seit es Volksskirennen gibt, der Weiße Ring von Lech-Zürs. Es geht über 22 Pistenkilometer mit 5500 Metern Höhenunterschied, es geht um Ausdauer, Technik, Taktik. Es geht aber auch um Sicherheit und perfekte Organisation. Und da stehen im Gegensatz zum Rennen die Sieger zumeist schon vorher fest: Es sind jene, die dafür sorgen, dass alles gut abläuft, perfekte Bedingungen herrschen. Das erledigen 200 gute Geister, und deren Chef ist Peter Schmid.

200 Helfer

Seit Anbeginn der Veranstaltung vor 16 Jahren ist der gebürtige Frastanzer als Helfer mit von der Partie, zum zehnten Mal führt er die Truppe an. „Es hat sich alles hier gewaltig weiterentwickelt“, erzählt er über die Geschichte des Weißen Rings. „Anfangs waren wir zwischen 40 und 50 Helfer. Jetzt sind es 200.“

Die Freiwilligen kommen vom ganzen Land. „Von Bildstein bis Lech, und über die Hälfte von ihnen sind Frauen“, berichtet Schmid stolz. Einige stünden die ganze Woche vor dem Rennen im Einsatz, der Rest stellt sich am Renntag zur Verfügung. Im Laufe der Jahre habe sich eine eingeschworene Kerntruppe gebildet. „Wir freuen uns, wenn wir die Veranstaltung reibungslos über die Bühne bringen und das dann gemeinsam feiern können“, beschreibt der 71-Jährige die Freuden der Tätigkeit. Wobei die Herausforderungen durch Corona heuer noch um einiges höher sind. „Wir führen strenge 2G-Kontrollen durch, in die 50 Personen fassenden Shuttle-Busse lassen wir maximal 30 Menschen hinein, wir werden auf Abstandhalten, Maskentragen und Personenbeschränkungen an bestimmten Stellen achten“, erzählt Schmid von den zusätzlichen Aufgaben, die er und sein Team heuer zu erfüllen haben. Selbstredend muss auch das Kerngeschäft gewissenhaft erledigt werden. Sprich Streckenkontrolle, Absperrungen anbringen, Rettungskräfte positionieren, Hubschrauber bereitstellen, Kommunikationskanäle einrichten.

Freude in der Freudlosigkeit

Bei allen Regelungen und Vorschriften soll der Weiße Ring trotzdem ein Stück Freude in eine freudlose Zeit bringen. Peter Schmid, mit einer guten Portion Humor und Gelassenheit ausgestattet, will seinen Teil dazu beitragen. „Ich war beruflich in der Versicherungsbranche tätig und musste mit Leuten umgehen können. Das mache ich jetzt halt bei dieser ehrenamtlichen Tätigkeit“, erzählt Schmid über sich. Als Kampfrichter beim Skiverband erwarb er sich dereinst einen guten Ruf und kam so zum Helferdienst beim Weißen Ring. Gerne erinnert er sich an fröhliche Begegnungen mit Leuten wie Pepi Strobl, Rainer Schönfelder, Hausherr Patrick Ortlieb oder Harti Weirather. Allmählich wird er das Zepter des Helferchefs in jüngere Hände übergeben. „Mein Nachfolger wird Markus Zimmermann. Heuer leiten wir die Organisation schon gemeinsam.“ VN-HK

„Wir freuen uns immer, wenn wir die Veranstaltung reibungslos über die Bühne bringen.“

Eine perfekte Vorbereitung auf das Rennen spielt sich auch in der warmen Stube vor dem Laptop ab.

Eine perfekte Vorbereitung auf das Rennen spielt sich auch in der warmen Stube vor dem Laptop ab.

Fast kitschig schön präsentiert sich Lech-Zürs derzeit.

Fast kitschig schön präsentiert sich Lech-Zürs derzeit.

Chefhelfer Peter Schmid im Zielbereich Talstation Schlegelkopfbahn. Alles muss passen. VN/Steurer
Chefhelfer Peter Schmid im Zielbereich Talstation Schlegelkopfbahn. Alles muss passen. VN/Steurer
Die beiden obersten Helfer sind guter Dinge. Es ist alles bereit.

Die beiden obersten Helfer sind guter Dinge. Es ist alles bereit.

Zur Person

Peter Schmid

Geboren 23. November 1950

Wohnhaft: Nenzing

Beruf: Pensionist

Familie: zwei Kinder, fünf Enkel

Hobbys: Feuerwehr, Briefmarken

Lieblingsspeise: Cordon bleu

Du hast einen Tipp für die VN Redaktion? Schicke uns jetzt Hinweise und Bilder an redaktion@vn.at.