„Supervision im Ländle sichtbarer machen“

Menschen / 20.11.2022 • 16:48 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Auch Berge hat die Altacherin mit ihrem Mountainbike schon bezwungen.
Auch Berge hat die Altacherin mit ihrem Mountainbike schon bezwungen.

Verena Schnetzer ist Supervisorin und Coach und ehrenamtlich beim ÖVS-Team Vorarlberg.

Altach Die Österreichische Vereinigung für Supervision und Coaching (ÖVS) will heuer erstmals mit einem europäischen Tag für mehr Aufmerksamkeit sorgen. „Unter Supervision versteht sich die berufliche Beratung, die zur Reflexion des eigenen Handelns anregen sowie Qualität professioneller Arbeit sichern und verbessern soll“, erklärt Verena Schnetzer. Die Altacherin ist eine der acht ÖVS-Supervisoren im Land. Den Ursprung hat Supervision im sozialen Bereich. Der Psychoanalytiker Michael Balint bot Ärzten für die Reflexion schwieriger Patientenfälle einen Rahmen und schuf somit emotionale Entlastung sowie mehrere fachliche Perspektiven. Heute steht Supervision jedem offen, der berufliche Themen beleuchten und reflektieren möchte.

Blick von außen

„Tendenziell nehmen die Herausforderungen im Berufsalltag für alle zu und manchmal kann ein Blick von außen oder jemand, der zuhört und neue Möglichkeiten aufzeigt, bereits vieles bewirken“, sieht Schnetzer einen positiven Effekt ihrer Tätigkeit. Gerade Führungskräfte könnten so von wertvollen Einblicken über den Tellerrand hinaus profitieren. Die 41-Jährige kennt den Umgang mit herausfordernden Umständen im Berufsleben. Vor ihrer Beratertätigkeit war sie selbst als zahnmedizinische Assistentin tätig. Oft traf sie hier auf Patienten, die den Termin beim Zahnarzt mit Angst und Panik antraten. Diese Erfahrungen und den Umgang damit nahm sie in ihren neuen Job mit.

Nach ihrer zweijährigen Ausbildung in Supervision und Coaching in Schloss Hofen wagte Schnetzer 2019 den Schritt in die Selbstständigkeit. In ihrer Praxis deckt die Supervisorin ein breites Spektrum an Themen ab, von der Burnout-Prävention bis hin zur Bewältigung von Teamkonflikten. „In meiner Rolle als Lebens- und Sozialberaterin liegt der Fokus auf persönlichen Themen wie beispielsweise Trauer und Verlust. Wie man sich vielleicht vorstellen kann, hängen berufliche sowie persönliche Themen oft eng zusammen“, erzählt die 41-Jährige.

Ihren Job als Supervisorin schätzt die Altacherin besonders, wegen ihres „Interesses an Menschen, wie sie miteinander in Beziehung treten und wie Arbeit als Teil unseres Lebens einen positiv besetzten Wert erhalten kann.“ Sie findet es spannend, mitzuerleben wie sich ein Teamprozess entwickelt und wie sich ihre Arbeit auf die Dynamik in einem Team auswirkt. „Dabei werden unbewusste und nicht sichtbare Teile im System transparent gemacht. Das können nicht greifbare Unruhen im Team, Entscheidungsprozesse sowie persönliche Themen sein“, gibt die Altacherin einen Einblick in ihre Arbeit. Da für Schnetzer die Arbeit im Team wichtig ist, arbeitet sie nach wie vor in Teilzeit beim Beruflichen Bildungs- und Rehabilitationszentrum (BBRZ) in Götzis. Dort berät und begleitet Schnetzer Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen, um sie im Idealfall wieder im Arbeitsleben zu integrieren.

Im ÖVS-Bundeslandteam Vorarlberg hilft die Supervisorin mit, da sie von Netzwerken überzeugt ist. „Als Selbstständige ist man eher allein unterwegs, darum freue ich mich einen beruflichen Heimathafen zu haben“, beschreibt Verena Schnetzer die Bedeutung, die das Team für sie hat. Ganz im Zeichen von Supervision und Coaching hält die Altacherin heute, an dem wie sie es nennt „beruflichen Feiertag“, eine Team-Supervision sowie zwei Führungscoachings. VN-SAH

„Wie man sich vielleicht vorstellen kann, hängen berufliche sowie persönliche Themen oft eng zusammen.“

Im Winter verbringt Verena Schnetzer ihre Freizeit am liebsten auf den Skiern.
Im Winter verbringt Verena Schnetzer ihre Freizeit am liebsten auf den Skiern.
In ihrer Praxis deckt Schnetzer persönliche und berufliche Themen ab.
In ihrer Praxis deckt Schnetzer persönliche und berufliche Themen ab.
In Teilzeit arbeitet die Altacherin auch in der Beratung von Personen mit gesundheitlichen Einschränkungen.SAMIRA JENIFER
In Teilzeit arbeitet die Altacherin auch in der Beratung von Personen mit gesundheitlichen Einschränkungen.SAMIRA JENIFER

Zur Person

VERENA SCHNETZER

Geboren 12. Oktober 1981

Wohnort Altach

Familie verheiratet, zwei Kinder

Hobbies Zeit in der Natur verbringen, Mountainbiken, Skifahren/-touren, Freunde, Yoga

Lebensmotto “Lebe im JETZT”

Lieblingstätigkeit im Beruf Aufstellungsarbeit

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