Spiritualität, Kunst und Kleidung

Florentina Ender regt mit ihrer Kunst zum Nachdenken an.
hohenems Die künstlerische Ader hat sich schon im Kindesalter bei Florentina Ender bemerkbar gemacht. „Als ich zu zeichnen angefangen habe, war ich noch sehr jung, ich konnte nicht mal schreiben“, erzählt sie. „Meinem Papa ist dann aufgefallen, dass bei jeder meiner Zeichnungen ein kleines Gekritzel am Rand dabei war, das meine Unterschrift hätte darstellen sollen.“
Seitdem hat sie für sich selbst immer wieder gezeichnet. Als sie in der Lehre zur Bürokauffrau war, hat Ender bemerkt, dass ein Job am Schreibtisch nichts für sie ist. „Der Beruf hat mir die Kreativität und den Bezug zur Natur weggenommen“, schildert sie. Daraufhin wollte sich die 20-Jährige intensiv auf ihre Kunst konzentrieren. Die Ideen dafür kommen oft wie ein Blitz. „Ich mache mir nicht viel Gedanken darüber, was ich zeichne, sondern lasse es fließen und schaue was dabei herauskommt.“
Liebe zur Natur
„Ich bin sehr anders aufgewachsen, äußerst energetisch und spirituell aufgestellt. In der Schule habe ich gemerkt, dass ich anders bin. Es war teilweise echt schwierig“, erinnert sich Ender. „Seit ich meine eigene Reise in dem Sinne angefangen habe, ist mein Kopf viel klarer.“ Ihre Spiritualität und Liebe zur Natur spiegeln sich in ihrer Kunst wider. Diese ist teilweise auch etwas träumerisch angehaucht. Neben dem Zeichnen häkelt die Hohenemserin ebenfalls gern. Sie kreiert Taschen, Oberteile und Strickjacken, manchmal auch Decken. Auch das Modellieren mit selbsthärtender Tonerde gehört zu ihrer Kunst. Seien es bunte Tassen oder ausgefallene Aschenbecher.
Kleidung mit Botschaft
Seit einiger Zeit designt Florentina Ender die Klamotten der Skatermarke FSP aus Liechtenstein. „Das Label gehört meinem Freund. So konnte ich meine Kunst nicht nur aufs Papier bringen, sondern auch auf Mode und sie so richtig in der Öffentlichkeit präsentieren“, schildert sie.
Dabei wird das Logo „FSP“ auf jedes Stück neu angepasst und findet immer eine andere Bedeutung. „Meine Kunst darauf regt zum Nachdenken an.“ Bei einem Pullover steht es für „Forgive Special People“ – verzeihe besonderen Menschen. „Es sind zwei Blumen, die miteinander verbunden sind. Die eine schaut auf die andere herab, weil sie von ihr verletzt wurde. Damit möchte ich sagen, dass man manchmal über sein Ego springen und anderen vergeben sollte, deswegen sind sie auch noch miteinander verbunden“, erläutert die Künstlerin.
Nachhaltigkeit ist ein Thema
Auch sie ist bei dem langen Prozess beim Bedrucken der T-Shirts und Pullover dabei. Dabei verwenden sie wasserbasierte Farbe, da sie nachhaltiger ist. Die harte Arbeit dahinter vergisst Ender im Nachhinein, denn es geht ihr mehr um die Erfüllung. „Ich freue mich, wenn mich Leute ansprechen und fragen, woher ich das Oberteil habe und ich sagen kann, dass ich es selbst gezeichnet hab“, lächelt die Vorarlbergerin. „Es geht mir um die Freude dabei. Ich will etwas machen, das den Menschen gefällt.“ VN-PEM
„Ich bin anders aufgewachsen, äußerst energetisch und spirituell aufgestellt.“



Zur Person
Florentina Ender
Alter 20 Jahre
Wohnort Hohenems
Hobbys Zeichnen, Stricken, Skaten
Beruf gelernte Bürokauffrau, Künstlerin