Der Natur und heimlichen Untermietern auf der Spur

Biologin Elisabeth Ritter ist neue Chefin der inatura-Fachberatung.
Dornbirn “Das ist einfach ein imposantes Gebilde”, zeigt sich Elisabeth Ritter begeistert und deutet auf eine graue Lehmkugel in Fingerhutgröße vor ihr. Gleich mehrere davon hat sie an diesem Tag in einem Schächtelchen auf ihrem Arbeitstisch in der Dornbirner “inatura” platziert, um diese unter die Lupe bzw. unter das Mikroskop zu nehmen. “Das sind Brutzellen einer Orientalischen Mauerwespe”, so die Erkenntnis der erfahrenen Biologin, die zu dieser wie auch zu vielen anderen Arten einiges zu erzählen weiß.

Ritter ist mittlerweile seit über 20 Jahren im “inatura”-Team. Begonnen hat die ehemalige HAK-Lehrerin in der Museumspädagogik. Nun folgt sie als Leiterin der Fachberatung Klaus Zimmermann nach, der sich nach 30 Jahren in die Pension verabschiedet.

Rund 4000 Anrufe rund um Tiere, Pilze, Pflanzen und Gestein gehen jährlich bei den wissenschaftlichen Beratern der “inatura” ein. “Vor zehn Jahren waren es 2000”, erzählt Ritter. Sie führt die Zunahme darauf zurück, dass immer mehr Menschen genauer wissen möchten, mit welchen “heimlichen Untermietern” sie es in ihrem Daheim zu tun haben.

Scheu vor Krabbeltieren hat Ritter keine. Eben diese heimlichen Untermieter sind es auch, mit denen sich die 51-Jährige neben Pilzen, Flöhen und Zecken bei ihrem Job am liebsten beschäftigt. Für die Forscherin besteht die Faszination dabei darin, mit dem Blick durch das Mikroskop in eine andere Welt einzutauchen und vielleicht sogar eine neue Art zu entdecken.
Zur Person
Elisabeth Ritter
Alter 51
Familie in Partnerschaft, drei erwachsene Kinder
Wohnort Andelsbuch
Ausbildung Biologie-Studium mit Schwerpunkt Botanik
Beruf Biologin – Fachberatung inatura
Hobbys Kochen, Backen, Spazieren
An diesem Nachmittag sind es neben der Orientalischen Mauerwespe etwa verschiedene Bienen- und Hornissenarten, die sie sich genau ansieht. Als Biologin ist Ritter gleichzeitig Umweltschützerin und versucht dementsprechend auf friedliche Ko-Existenzen aufmerksam zu machen und die Artenvielfalt zu erhalten. Beispielweise wenn es eben um Hornissen geht. Genauso freut sie sich über Fotos von Käfern und Schmetterlingen und jede Art, die sie dokumentieren darf.

Auch privat versucht die 51-Jährige im Rahmen ihrer Möglichkeiten einen Beitrag zum Schutz von Umwelt, Klima und Natur zu leisten. “Ich habe beispielsweise kein Auto und fahre jeden Tag Bus”, erzählt sie. Statt perfektem Rasen setzt sie ihn ihrem Daheim in Andelsbuch auf einen wilden Garten und verwendet in ihrer Küche regionale Produkte.

Die Küche ist auch jener Platz, an dem Ritter am besten abschalten kann. Und wenn die dreifache Mama von ihrem “Feuerwehrkuchen” oder ihrer Sachertorte erzählt, stellt sich automatisch ein Lächeln ein. Das Händchen für die süße Kunst wurde ihr als Bäckerkind sprichwörtlich in die Wiege gelegt.
Ich habe kein Auto und fahre jeden Tag Bus.
Elisabeth Ritter,
Biologin

Neben Kochen und Backen zählt Spazieren zu den liebsten Hobbys der Biologin. Und wenn sie dabei selbst gelegentlich mal eine neue Entdeckung macht, steht auch zu Hause für alle Fälle ein Mikroskop bereit.
Infos zur inatura-Fachberatung sind unter https://www.inatura.at/natur-ratgeber/fachberatung abrufbar.