Mit Licht und Kugelschreiber

Lustenau: Dock 20 startet mit einer Duo-Ausstellung.
Lustenau Vergangene Woche startete der Kunstraum Dock 20 ins Ausstellungsjahr 2026. Mit Michaela Kessler und Gerold Tagwerker präsentierte das DOCK 20 eine kollaborative Duo-Ausstellung, in der zwei eigenständige, konzeptuelle Positionen produktiv aus ihren Gegensätzen schöpfen. Kesslers zeichnerische Bildräume entgrenzen sich hin zur Ausstellungsarchitektur, während diese durch die Installationen von Tagwerker manipuliert wird. Beide Künstler arbeiten mit Fragmentierung und Störung, der Offenlegung und der bewussten Irritation der Wahrnehmung und fragen danach, wie körperliche, räumliche und mediale Eindrücke in einem institutionalisierten und bildnerischen Setting konstruiert werden. Er greift mit Licht-, Medien- und Überwachungsinstallationen in den Raum ein und lenkt den Blick auf Strukturen von Wahrnehmung, Kontrolle und medialer Vermittlung. Im Zusammenspiel der beiden Positionen entsteht ein spannender Dialog zwischen Körper und Technik, Bild und Raum. Sie hingegen hat in den vergangenen Jahren eine eigenständige visuelle Sprache entwickelt, die Körperbilder, Gefühlszustände und sinnliche Ambivalenzen in die Form des Fragments überführt. Ihre großformatigen Zeichnungen basieren auf einem fortlaufenden Werkzyklus mit Kugelschreiber, einem Medium, das aufgrund seiner linearen Härte und seiner Nähe zu Protokoll, Spur und Aufzeichnung einen vermeintlichen Antagonisten zu den gefühlsbetonten Motiven der Zeichnungen bildet. Die Künstlerin operiert nicht in der Tradition einer naturalistischen Körperdarstellung, sondern in einem erweiterten Feld expressiver und feministischer Zeichnung. Dem anschließenden Gespräch von Michaela Kessler, Gerold Tagwerker und Anne Zühlke folgten David Murray, Miriam Prantl oder Edith Hofer ebenso aufmerksam wie Harald Dona, Axel Jablonski und Alois Galehr mit Brigitte. franc




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