Schön und auch alltagstauglich

Motor / 27.01.2017 • 13:18 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Treuer Begleiter für einen Monat: der Leon ST XPerience bietet echten Nutzwert. Foto: Oliver Wolf
Treuer Begleiter für einen Monat: der Leon ST XPerience bietet echten Nutzwert. Foto: Oliver Wolf

Scharfkantiger Allrad-Spanier gefällt nicht nur durch allseits bewundertes Body-Styling.

Seat. (VN-fam) Er hat auch funktionelle Stärken. Werten wir als praktisches Beispiel die in der Mehrausstattung zum Preis von 726 Euro aufscheinende abnehmbare Anhängevorrichtung. Sie figuriert nicht ganz zufällig im Sonderzubehör des Testfahrzeugs, das ja, wie ,,normale Autos“ irgendwann auch bei einem Dauer-Besitzer landet.

Da kann der Leon XPerience 4Drive dann eventuell als Zugfahrzeug brillieren. Dazu eignet er sich besser als der Frontantriebskombi ST. Seine Anhängelast ist deutlich höher – und die Stützlast auch, so dass auf der Anhängerkupplung ein Fahrradträger mit zwei gewichtigen, möglicherweise elektrisch betriebenen Drahteseln transportiert werden darf.

Ein Funktionsplus jedenfalls für Freizeitsportler, die ja so manches mit sich herumschleppen. Im frostigen Spätherbst hat uns das weniger beschäftigt. Da war man froh über die Trittfestigkeit des permanenten Allradantriebs – und so manches weitere Extra, wie es letzten Endes den finalen Preis recht saftig ausfallen ließ. Da lernt man aber bald einmal das Winterpaket zu schätzen, ist froh, dass man sich über das Navigationssystem nicht lange den Kopf zerbrechen muss und auch die Rückfahrkamera leistet ihren Teil zur Entspannung. Das merkt man vor allem dann, wenn man sie so nicht mehr hat, die Sicht nach hinten: gutes Beispiel für Gewöhnungseffekt.

Mit zu den Sonderposten des Testexemplars zählen das Panorama-Glasdach und die ab der B-Säule abgedunkelten Scheiben. Das Glasdach bringt fröhlich stimmende Helligkeit ins Cockpit. Die Abdunkelung hingegen schützt nicht unwesentlich vor ungebetenen Blicken in das eventuell voll beladene Hinterstübchen des Kombis. Kostet was, ist aber auch ein nicht zu unterschätzender Sicherheitsvorteil. Und natürlich auch ein Sonnenschutz im Sommer.

Serienmäßig drin sind die Nebelscheinwerfer mit Abbiegelicht, die elektromechanische Servolenkung und, als zum Outfit passende Zierden, die feschen Alufelgen. So hat man unterm Strich ein räumlich fein ausgereiztes Allradauto mit Platz für die ganze Familie. Wenn es sein muss, können auf der stabilen Dachreling nochmal 75 Kilo transportiert werden.

Leichte Klappe

Die Kombiversion des Leon gefällt uns speziell durch die gute Zugänglichkeit und den Nutzwert des Gepäckabteils. Die Kofferraumklappe wird über das dienstbare Seat-Emblem entriegelt. Sie lässt sich leicht anheben und schließen. Unter der geöffneten Heckklappe finden auch große Menschen Platz. Allerdings: Versehentliches Aussperren kann passieren – wenn man nur den Laderaum öffnet, den Schlüssel drin ablegt und beim Schließen darauf vergisst.

Genügsamer Antrieb

Wie schon erwähnt: Als Offroader fürs Grobe sollte man den Spanier nicht in Erwägung ziehen. Dafür ist er mangels Sperren nicht gebaut. Empfehlenswert scheint uns, wie gesagt, der neue 115-PS-Diesel. Der macht zwar das Sport-Kraut auch nicht fett, aber er ist ebenfalls genügsam und bringt doch ein kleines Leistungsplus.

Fakten

Motor/Antrieb: 1,6-Liter-TDI, 110 PS, 250 Nm, Sechsgangschaltung, Allradantrieb

Verbrauch: Normverbrauch 4,7 l, Testschnitt: 6,2 l

Preis: 29.040 Euro, Testfahrzeug 34.611 Euro