Auf Diät gesetzt und brav trainiert

27.04.2018 • 12:13 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Muskulöser Auftritt, athletischer Fahreindruck: Suzuki hat dem Swift Sport erstmals einen Turbobenziner spendiert.werk
Muskulöser Auftritt, athletischer Fahreindruck: Suzuki hat dem Swift Sport erstmals einen Turbobenziner spendiert.werk

Weniger Gewicht, mehr Leistung: Die dritte Generation des Swift Sport erstmals mit 1,4-Liter-Turbomotor.

Suzuki Der Speck ist weg. Durchtrainiert wartet die dritte Generation des Swift Sport auf den Marktstart. Flacher und breiter steht er mit seinen 17-Zöllern selbstbewusst auf der Straße. Vorne ein imposanter Wabenkühlergrill, muskulöse Seitenschweller, Dachspoiler und die Doppelauspuffanlage lassen keine Zweifel an den Ambitionen. Hier will einer alles besser können als sein Vorgänger. Dass die Neuauflage dieses Versprechen auch hält, davon konnten sich die VN bei ersten ausführlichen Testfahrten überzeugen.

Mit dem Generationenwechsel hat Suzuki bei seinem sportlichen Kompakten so ziemlich alles geändert, was möglich war. So steht der Swift Sport auf einer neuen Plattform, die einiges an Gewicht einspart. Mit nur 975 Kilogramm Leergewicht ist die Diät radikal ausgefallen. Ganze 80 Kilogramm wiegt der Neue weniger als sein ebenfalls schon recht leichter Vorgänger. In Kombination mit der höheren Karosseriesteifigkeit steigt die Agilität. Das ist längst mehr als reine Theorie. In der Praxis lässt sich der kleine Japaner erstaunlich sportlich bewegen.

Neu mit kleinem Turbobenziner

Neues gibt es auch unter der Motorhaube. Erstmals kommt im Suzuki Swift kein Saugmotor mehr zum Einsatz. So musste das bisherige 1,6-Liter-Aggregat mit 136 PS einem kleineren Turbobenziner mit 1,4 Litern Hubraum und 140 PS Platz machen. Hört sich das Leistungsplus mit 4 PS recht bescheiden an, ist es allerdings das deutlich höhere Drehmoment, das auf der Straße den Unterschied ausmacht. 230 Nm statt 160 sind ein mächtiger Unterschied. Der drehfreudige Turbobenziner hängt gut am Gas und hat mit dem Leichtgewicht auch leichtes Spiel. Auch wenn der Swift Sport mit 8,1 Sekunden auf Tempo 100 kein Sprintkönig ist, beweist er sich als echter Athlet. Mit dem üppigen Drehmoment kennt der Kult-Japaner nur eine Richtung: nach vorne. Der Vorwärtsdrang endet erst bei einer Höchstgeschwindigkeit von 210 km/h.

Der Swift Sport fährt sich richtig gut. Fahrspaß ist garantiert. Und bei aller Sportlichkeit kommt auch der Fahrkomfort nicht zu kurz. Erst bei gröberen Querfugen und richtig schlechtem Untergrund kommt der kleine Sportler an seine Grenzen – das lässt sich dann auch akustisch nicht mehr leugnen. Geschalten wird im Übrigen manuell. Die sechs Gänge sind gut abgestuft. Angetrieben werden die Vorderräder. Allrad ist im Gegensatz zu anderen Swift-Modellen nicht erhältlich.

Auch im Innenraum hinterlässt das Topmodell der Baureihe optisch einen guten Eindruck. Freilich dominiert Hartplastik, die Verarbeitung allerdings ist absolut in Ordnung.

Mit seinem frischen Auftritt soll der Swift Sport auch das Image der Japaner aufpolieren und den ein oder anderen jüngeren Kunden in die Schauräume der Händler bringen. Ende Juni ist Marktstart, die Ab-Preise sind mit unter 21.000 Euro moderat.

250 bis 300 Fahrzeuge jährlich will Suzuki vom Swift Sport in Österreich verkaufen. Damit bleibt der kompakte Sportler ein Nischenprodukt. Denn die Stückzahlen der Japaner bewegen sich hierzulande längst in ganz anderen Dimensionen. Zwischen 2011 und 2017 wurde der Absatz auf 8700 Autos mehr als verdoppelt und im aktuellen Jahr liegt das Plus erneut bei über 30 Prozent. Warum das so ist? Wer den neuen Swift Sport gefahren ist, kennt die Antwort.

Der Swift Sport fährt sich höchst agil. Bei aller Sportlichkeit kommt aber auch der Komfort nicht zu kurz.

Ordentlich verarbeiteter Innenraum. Allerdings viel Hartplastik mit an Bord.
Ordentlich verarbeiteter Innenraum. Allerdings viel Hartplastik mit an Bord.
Sportliches Heck mit Doppelauspuffanlage als Blickfang.
Sportliches Heck mit Doppelauspuffanlage als Blickfang.

Fakten und Daten

Motor/Antrieb 1,4-Liter-Turbobenziner mit 140 PS, 230 Nm Drehmoment, 6-Gang-Schaltung, Frontantrieb, 8,1 Sekunden auf Tempo 100, 210 km/h Spitze,

Marktstart Ende Juni

Preis unter 21.000 Euro.