Der humane Karikaturist

19.08.2026 • 10:55 Uhr
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Gunther Gerger porträtiert bei einer privaten Firmenfeier im Tiergarten Schönbrunn die Gäste. Breneis

Gunther Gerger lebt seine kreative Ader als Karikaturist und Cartoonist aus.

Koblach Ein absolutes Highlight in seinem Leben war, als er Fabienne Maier, seine jetzige Verlobte, vor sieben Jahren in einem Restaurant in Wien kennenlernte. “Ich bin froh, dass ich sie gefunden habe. Sie gibt mir Kraft und Rückhalt und unterstützt mich in der Kunst”, freut sich Gunther Gerger (40). Im Vorjahr machte er der Koblacherin in New York einen Heiratsantrag. “Am Times Square bin ich vor ihr auf die Knie gegangen und habe sie gefragt, ob sie meine Frau werden will.” Fabienne sagte gerührt Ja. Im September bekommt das Paar sein erstes Kind. Gerger, der viele Jahre in Wien lebte und vor drei Jahren nach Vorarlberg gezogen ist, freut sich schon riesig auf den Nachwuchs. “Ich möchte ein guter Vater werden und dem Kind Werte wie Empathie und Hilfsbereitschaft vermitteln.”

Der 40-Jährige, der als Grafikdesigner sein Brot verdient und von Koblach aus im Homeoffice für eine Werbeagentur in Wien arbeitet, hat in seinem Leben noch einiges vor. Unter anderem möchte er mit seiner Kunst hier und in Amerika noch stärker Fuß fassen und ein Kinderbuch illustrieren.

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Die Menschen stehen Schlange, um von Meister G. porträtiert zu werden, wie hier auf dem Ball der Wiener Wirtschaft. HagenRinge

Sein künstlerisches Talent zeigte sich schon früh. “Ich hatte schon mit zwei Jahren einen Stift in der Hand. Seit ich denken kann, zeichne ich.” Als Schüler schuf der Sohn einer Amerikanerin und eines Österreichers Comics. “Ich verkaufte sie für fünf Schilling an meine Mitschüler.” Er karikierte seine Schulkameraden und Lehrer auch gerne. “Meine überzeichneten Porträts kamen aber nicht immer gut an. Mancher Lehrer entrüstete sich.”

Nach der Matura begann Gerger an der Graphischen in Wien ein Studium, “aber Druck- und Medientechnik passten nicht zu mir”. Nach zwei Semestern brach er das Studium ab. “Danach habe ich acht Jahre in der Gastronomie als Kellner gearbeitet. Das war eine harte Lebensschule. Mich haut so schnell nichts mehr vom Hocker.” Seine Arbeitskollegen erkannten sein zeichnerisches Talent und machten ihm Mut, sich mit seinen Werken zu zeigen. Es kam zu ersten Ausstellungen in kleineren Kunstgalerien.

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Mit diesem Cartoon nimmt der Künstler die Smartphone-Abhängigkeit aufs Korn.

Vor drei Jahren begann der Künstler ein neues, einzigartiges Projekt. “Ich porträtiere Menschen live auf Veranstaltungen wie Firmenfeiern, Bällen sowie Hochzeits- und Geburtstagsfeiern.” Gerger ist Karikaturist, ein humaner, wie er sagt. “Ich mache keine realistischen Porträts, sondern ich betone und überzeichne die charakteristischen Merkmale einer Person.” Seine Porträts sind kleinformatig, denn sie müssen in ein hübsches Medaillon passen. Dieses kann dann als Brosche direkt vor Ort angesteckt werden, ein absoluter Hingucker. Gerger, dessen großes Idol Manfred Deix ist, freut es, dass er als Porträtist immer öfter gebucht wird.

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Contemporary Fart by Gunther Gerger.

Auf dem Ball der Wiener Wirtschaft im Jänner dieses Jahres etwa zeichnete Gerger acht Stunden lang ohne Pause. “In dieser Zeit habe ich 143 Porträts gemacht, also alle paar Minuten eines.” Das sei ein Knochenjob, sagt er, trotzdem erfülle ihn sein Tun. “Es ist einfach nur schön, Menschen mit meiner Kunst glücklich zu machen.” Das schönste Kompliment machte ihm sein Vater. “Er sagte, dass es mein Talent sei, mit wenigen Strichen das Wesen eines Menschen einzufangen.”

Gunther Gerger

geboren 9. September 1985 in Korneuburg (Niederösterreich)

Beruf Grafikdesigner

Wohnort Koblach

Familie verlobt mit Fabienne

Hobbys Boxen, Reisen, gut essen

Mehr Infos zu Gunther Gerger unter www.gunthergerger.com