Türkise Farbenspiele mit Rot, Grün, Pink und Blau

08.08.2019 • 06:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Kurz im Wahlkampf: Die ÖVP erreicht laut Umfragen bis zu 70 der 183 Mandate. Damit kann keine Partei an Kurz vorbeiregieren. APA

Laut Umfragen kommt derzeit keine Partei an der ÖVP vorbei.

Birgit Entner-Gerhold

Wien Keiner will mit der FPÖ, nur Sebastian Kurz schließt eine Zusammenarbeit nicht aus. Seine ÖVP kann sich den künftigen Koalitionspartner ohnehin aussuchen, wenn sich die aktuellen Umfragewerte am Wahltag bestätigen. Die ÖVP erreicht demnach 36 bis 38 Prozent und bis zu 70 der 183 Mandate. Damit kann keine Partei an Kurz vorbeiregieren. Zweier-Kombis gehen sich rechnerisch nur mit der ÖVP aus, auch bei den Dreier-Kombis ist das so; außer SPÖ, FPÖ und Grüne schließen sich zusammen. Das gilt als ausgeschlossen.

All das hält die ÖVP nicht ab, vor der Variante Rot-Blau zu warnen. Grund dafür ist unter anderem,  dass sich Freiheitliche und Sozialdemokraten im freien Spiel der Kräfte im Nationalrat für die eine oder andere Sache gegen die Volkspartei verbündet haben. Erst am Mittwoch rückte ÖVP-Generalsekretär Karl Nehammer nochmals mit dem rot-blauen Schreckgespenst aus. Dieses habe nun konkrete Formen angenommen, verweist Nehammer auf die Aussage des burgenländischen FPÖ-Obmanns Johann Tschürtz, eine SPÖ-FPÖ-Koalition unter Führung von Hans Peter Doskozil (SPÖ) zu bevorzugen. Die Roten schließen eine Zusammenarbeit mit den Freiheitlichen derzeit auf Bundesebene aus. Eigentlich will auch die FPÖ nicht mit der SPÖ. Eine Koalition mit den Sozialdemokraten sei nach der Wahl nicht möglich, stellt Parteichef Norbert Hofer nach den Aussagen von Tschürtz klar. Hofer wünscht sich die Fortsetzung einer ÖVP-FPÖ-Koalition, befürchtet aber, dass Kurz lieber mit den Grünen packeln möchte. Die SPÖ wiederum warnt vor einer Neuauflage von Türkis-Blau. Das tun auch die Grünen. Die Liste Jetzt hält eine Dreierkoalition von ÖVP, Neos und Grünen für die wahrscheinlichste Variante. Eines steht zumindest für alle schon fest. Kurz wird Kanzler. Er selbst hält sich derzeit alle Varianten offen. Das betrifft nicht nur Koalitionen. Auch eine Minderheitsregierung schließt der ÖVP-Chef nicht aus.

Umfragen

Seit Monaten liegt die ÖVP in den Umfragen bei 36 bis 38 Prozent. Die SPÖ schwankt zwischen 20 und 23 Prozent, die FPÖ zwischen 18 und 21, die Grünen zwischen elf und zwölf und die Neos zwischen sieben und neun. Die Liste Jetzt bleibt bei ein bis zwei Prozent und damit unter den für den Wiedereinzug nötigen vier Prozent.