Schulen nehmen mobiles Impfen kaum an

Politik / 20.02.2022 • 16:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Schulen nehmen mobiles Impfen kaum an
Zwölf Volksschulkinder wurden bislang vom Mobilen Impfteam direkt an den Schulen geimpft. APA

Knapp 600 Schülerinnen und Schüler seit September vom mobilen Impfteam geimpft.

Schwarzach Impfen an den Schulen hat in Vorarlberg noch nicht Schule gemacht. „Das Interesse am Angebot ist enden wollend“, heißt es seitens der Landesregierung. Das mobile Impfteam wurde kaum angefordert. Bislang impfte es an 19 Schulen der Unter- und Oberstufe, auch vereinzelt an Volksschulen. Bei der Impfquote gebe es noch Luft nach oben, betont auch Gesundheitsexperte Armin Fidler. Bildungslandesrätin Barbara Schöbi-Fink (ÖVP) prüft gemeinsam mit der Bildungsdirektion und Landesschülervertretung, wo Nachholbedarf bei Informations- und Impfangeboten besteht.

Vorbehalte bei den Kleinen

Aktuell sind neun Prozent der Unter-Zwölfjährigen geimpft, 50 Prozent der Zwölf- bis 14-Jährigen sowie 71 Prozent der 15- bis 24-Jährigen. „Vor allem bei den jüngeren Kindern gibt es noch größere Vorbehalte“, erklärt Schöbi-Fink. Eltern würden sich häufig Informationen wünschen. Der Landeselternverband habe das Angebot eines Webinars aber abgelehnt. „Nun möchte ich die Eltern auf ihre behandelnden Ärzte verweisen.“ Für die Statthalterin ist klar: „Es hilft, wenn mehr geimpft sind.“

Sobald eine Schule eine Impfaktion wolle, komme das mobile Impfteam. Bislang wurden über diesen Weg 576 Schülerinnen und Schülerinnen an Mittelschulen, Gymnasien, Berufsschulen und Oberstufen geimpft, berichtet Petra Gebhard vom Impfteam des Landes. An den Volksschulen erhielten zwölf Kinder an den Schulen eine Spritze gegen das Coronavirus. „Der Ansturm war noch nicht so groß, weil das Angebot noch nicht so groß beworben wurde“, sagt sie. Eigentlich steht es den Schulen bereits seit September zur Verfügung.

Mehr Information für Schüler

Neben der Impfaktion wird auch an einem neuen Informationsangebot gearbeitet. Das habe sich vor allem die Landesschülervertretung gewünscht, erzählt Schöbi-Fink. Ein Webinar sei am Entstehen, bestätigt AHS-Landesschulsprecherin Lina Fink: „Uns ist es enorm wichtig, dass es eine bessere und objektive Impfaufklärung gibt. Im Moment ist das leider nicht der Fall.“ Das Webinar müsse während der Schulzeit für alle Schülerinnen und Schüler stattfinden. „Sie können dort ihre Anliegen und Gedanken zur Impfung äußern, Fragen stellen und Antworten bekommen.“ Der Termin ist für März anberaumt.

„Die Impfung ist sicher“

Armin Fidler erinnert daran, dass es sich bei der Coronaimpfung mittlerweile um eine der sichersten und effektivsten Impfungen handle. Dass eine Erkrankung aktuell vorwiegend mild verlaufe, sei kein Grund davon abzusehen. „Die meisten Polioinfektionen verlaufen auch milde. Jeden Tausendsten trifft es aber mit Lähmung oder schlimmer. Ist das ein Grund, nicht zu impfen?“ Eine Infektion berge außerdem das Risiko an Long Covid zu erkranken. „Was wir noch gar nicht angesprochen haben, sind die Spätfolgen einer Wildinfektion.“ Diese seien noch nicht absehbar, ähnlich wie das HPV-Virus Gebärmutterhalskrebs verursachen könne oder Hepatitis zu Leberkrebs führe. Auch für den Verlauf der Pandemie sei jede Impfung wichtig. Sie verringere die Viruslast um 50 Prozent. „Wer geimpft ist, hat also eine geringere Chance, andere anzustecken.“