Leiter gibt Zeiler einen Korb mit Hintertürchen

Politik / 25.09.2026 • 16:09 Uhr
Leiter gibt Zeiler einen Korb mit Hintertürchen
Mario Leiter stärkt Andreas Babler den Rücken.VN/Paulitsch

Er stehe absolut hinter Andreas Babler, sagt Mario Leiter. Dennoch möchte er nichts komplett ausschließen.

Wien, Bregenz In der SPÖ dürfte demnächst die Führungsdebatte neu entflammen. Dieses Mal macht Medienmanager Gerhard Zeiler den Auftakt. In einem Interview mit der “Kronen Zeitung” kündigte er an, dass er als Vorsitzender bereitstünde. Bei Vorarlbergs SPÖ-Chef Mario Leiter stößt er damit auf wenig Gegenliebe: Er stehe hinter Andreas Babler, sagt er den VN. Und er pocht auf Loyalität und Kontinuität.

Andreas Babler denkt laut APA-Informationen nicht daran, Platz zu machen. Die SPÖ verweist auf die gängigen Regeln, unter denen Zeiler kandidieren könnte. Er braucht 15.000 Unterschriften von Mitgliedern oder fünf Landesorganisationen, um eine Vorsitzwahl zu erzwingen.

Leiter gibt Zeiler einen Korb mit Hintertürchen
Andreas Babler kämpft mit kräftigem Gegenwind.VN/Paulitsch

Offenbar ist er noch nicht auf der Suche nach Unterstützung der Länder. Jedenfalls habe man ihn nicht kontaktiert, sagt Mario Leiter. “Ich kenne das Ansinnen nur aus den Medien.” Natürlich brauche es immer einen Wettbewerb der besten Ideen, sowohl für die SPÖ als auch für Österreich. “Deshalb wäre interessant, was er für Konzepte hätte. Einerseits für Österreich, andererseits, wie die SPÖ wieder an die Spitze kommt”, fährt der Vorarlberger SPÖ-Chef fort.

Würde sich Zeiler einer Wahl stellen, werde man natürlich auch über diese Konzepte diskutieren und dann abstimmen. “Das ist ein normaler demokratischer Prozess.” Mit Verweis auf diesen Prozess kann er auf VN-Anfrage auch nicht verneinen, Zeiler zu unterstützen, sollte er auf die Landesorganisation zukommen. “Das müsste der 70-köpfige erweiterte Landesvorstand beschließen.”

Es bringe nichts, Köpfe wie Schachfiguren auszutauschen. Es gehe um inhaltliche Positionierung und die Frage, wie man die Inhalte transportieren kann. Da sieht er Nachholbedarf. “Das passiert momentan zu wenig. Und Entscheidungen müssen insgesamt schneller erfolgen, vor allem in der Bundesregierung”, kritisiert Leiter.

Andreas Babler war zwar erst im März für drei Jahre wiedergewählt worden. Zeiler ist aber überzeugt davon, dass nicht Babler, sondern er die SPÖ aus ihrer Krise befreien kann: “Ich glaube, dass ich die richtige Person bin, um die Partei aus diesem historischen Tief herauszuführen.” Am Zug sei die Partei: “Ich habe noch nie in meinem Leben wo gearbeitet, wo ich nicht gewollt bin. Und jetzt muss die SPÖ sagen: Ist Gerhard Zeiler gewollt oder ist er nicht gewollt?”