Kontrastreiche Reise durch Malaysia

Reise / 30.08.2013 • 10:33 Uhr / 6 Minuten Lesezeit
Kontrastreiche Reise durch Malaysia

Abwechslungsreich: Wolkenkratzer in Kuala Lumpur und ein Natur-erlebnis im Dschungel.

reise. (VN-ber) „Malaysia truly Asia“, lautet der knappe Slogan des malaysischen Fremdenverkehrsamtes und trifft es damit ziemlich gut. Als wir vom sauberen und modernen Singapur mit dem Zug über die Grenze nach Malaysia kommen und in der Hauptstadt Kuala Lumpur zum ersten Mal aussteigen, müssen wir uns erst einmal an das Chaos, den Lärm, den Verkehr und die vielen ungewohnten Gerüche gewöhnen. Asien eben. Gleichzeitig sind wir aber fasziniert von den vielen kleinen Garküchen, die wir überall sehen, und freuen uns schon jetzt darauf, das leckere Essen zu probieren. In Kuala Lumpur leben Malaien, Chinesen, Inder und Migranten aus Asien und Europa Tür an Tür. Die höchsten Zwillingstürme der Welt dominieren die Skyline und auch wir machen uns gleich am ersten Tag auf den Weg dorthin. Eine nicht enden wollende Warteschlange hält uns nicht davon ab, nach oben zu fahren und die spektakuläre Aussicht von der Glasbrücke zwischen den Petronas Twin Towers zu bewundern. Zum ersten Mal bekommen wir einen Eindruck von der Größe dieser Stadt. Zwischen traditionellen Vierteln mit Märkten, auf denen man Kunsthandwerk oder die unterschiedlichsten Früchte kaufen kann, bei denen wir meistens erst einmal rausfinden müssen, was man davon essen kann, stehen moderne Wolkenkratzer mit futuristischen Konstruktionen aus Glas und Edelstahl, finden sich klimatisierte Einkaufszentren und schlängeln sich Hochbahnen und Schnellstraßen durch die Stadt. Das Herz Kuala Lumpurs aber bildet Chinatown am Ostufer des Sungai Kelang. Von Chinatown aus gelangen wir nach einem Besuch eines Hindu-Tempels auch zur Mosjid Negara, der Nationalmoschee, deren 72 Meter hohe Minarette wir schon von Weitem erkennen können. Beim Eingang reicht man uns hellblaue „Umhänge“ und gleichfarbige Kopftücher, die wir zum Betreten der Moschee, in der bis zu 12.000 Gläubige Plaz finden, anziehen müssen. Das riesige Dach der Moschee soll an einen Regenschirm und somit an die Tropen erinnern. Die Spitze des Minaretts hingegen symbolisiert einen geschlossenen Regenschirm.

Von der Stadt in den Dschungel

Schon nach wenigen Tagen in der Stadt sehnen wir uns wieder nach der Natur und fahren mit einem Minibus, der uns direkt bei unserem Hotel abholt, in den Taman-Negara-Nationalpark, der sich ein Stück weiter nördlich inmitten der Halbinsel befindet. Longtailboote bringen uns und unser Gepäck das letzte Stück dem Fluss entlang ans Ziel. Ab und zu sehen wir ein paar Wasserbüffel aus dem braunen Fluss trinken oder einen Fischer, der versucht, sich sein Mittagessen zu angeln, aber ansonsten ist es, abgesehen vom Geräusch unseres Motors, ruhig. Nach etwa einer Stunde erreichen wir Kuala Tahan. Ein kleines Dorf mitten im Dschungel, wo wir die nächsten Tage verbringen werden.

Als wir unsere einfache, aber gemütliche Unterkunft beziehen, verfliegt beim Anblick der riesigen Spinne im Bad erst einmal die Euphorie über den Ausflug in die Natur. Daran werden wir uns wohl gewöhnen müssen, denn wie sich noch herausstellen wird, war das nicht das letzte Exemplar, das wir zu Gesicht bekommen.

Spannende Nachtwanderung

Mit unserem Guide machen wir noch am selben Abend eine nächtliche Tour in den Dschungel. Bevor wir losgehen bittet er uns noch, die Socken über die Hosen zu ziehen und eine Kapuze zu tragen, um zu vermeiden, dass uns Spinnen oder andere Insekten unter die Kleidung kriechen. Sehr beruhigend. Doch die Überwindung zahlt sich aus. Wir kämpfen uns durch das Gestrüpp und zielsicher leuchtet unser Guide für uns Spinnen, Schlangen, Käfer und Vögel an, die sich nur nachts aus ihren Verstecken trauen. Wir lauschen dem Blätterrascheln und den Rufen der Tiere. Ein ganz besonderes Erlebnis, aber in dieser Nacht wickeln wir uns im Bett dann doch besonders gut in unsere Decken ein, um uns vor ungewollten Besuchern zu schützen.

Am nächsten Tag werden wir vom Gesang der Schulkinder und vom Krähen der Hähne geweckt, und schon sieht alles wieder viel freundlicher aus. Am Vormittag geht es erst mal per Wassertaxi den Fluss entlang. Im Taman-Negara-Nationalpark gibt es zahlreiche wunderschöne Wanderungen, die man auch ohne Begleitung unternehmen kann. Wir entscheiden uns für den Canopy Walk. Auf Hängebrücken laufen wir in bis zu 60 Metern Höhe über den Regenwald und wandern anschließend bergauf zum Bukik-Terisek-Aussichtspunkt, der uns einen spektakulären Blick über Malaysias Dschungel bietet. Nach einer weiteren Nacht fahren wir mit den Longtailbooten auch schon wieder zurück in die Zivilisation, von wo aus unsere Reise mit dem Zug weiter nach Thailand geht.